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Immobilien in Florida, so wohnen sie im Land von Donald J. Trump

Immobilien in Florida, so wohnen sie im Land von Donald J. Trump

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Der Rabauke im Weißen Haus vermiest einigen Teilen der Menschheit das Leben. Und auch viele, die sich schon lange einen Wohnsitz oder eine Ertragsimmobilie in Florida zulegen wollten, werden abgeschreckt. Ihnen sei allerdings das Wort Winston Churchills ans Herz gelegt, der einst sagte: „Man kann sich immer darauf verlassen, dass die Amerikaner das Richtige tun … nachdem sie alles andere ausprobiert haben.“

Florida zählt noch vor Kalifornien und Texas zu den beliebtesten Destinationen für Wohnimmobilien von Ausländern, sprich: von nicht US-Amerikanern. Das Leben in Florida ist noch immer angenehm. Das warme Klima und auch die Lebenshaltungskosten sind bei einem Dollarkurs um die 1,15 pro Euro günstig: So gibt es beim Lebensmittelhändler Publix (vergleichbar mit dem heimischen Billa, nur ungleich größer) ein knappes halbes Kilo (Amerikaner rechnen in Pfund; 1 lb = 0.4535923 kg ) Rib-Eye-Steak um acht Dollar; Spareribs um knapp zwei Dollar. Wer einmal US-Steak genossen hat, wird sich übrigens nur schwer an etwas anderes gewöhnen wollen. Brot, Gemüse und Früchte belasten das Budget kaum. Getränke, Gewürze, Senf oder Mayonnaise werden immer wieder „2 für 1“ angeboten. Teuer im Vergleich zu Österreich sind Toilettenpapier und Küchenrollen. Beim Warenhausriesen Walmart kann man Calvin-Klein-Jeans um 27 US-Dollar erstehen, Wrangler-Jeans werden sogar ab 15 Dollar angeboten. Die Preise sind immer netto, aber es kommen noch, regional verschieden, ein paar Prozent Steuern dazu.

Benzin kostet um die 2,60 US-Dollar pro Gallone (3,78541 Liter). Ergibt zum Beispiel in Miami aktuell Ende August einen Literpreis von 0,75 US-Cent – macht 0,64 Euro-Cent pro Liter. Davon können Europäer nur träumen. Wohl auch von einem Chevy Malibu um knapp 22.000 US-Dollar oder einem Porsche Macan um 51.500 US-Dollar – alle mit überkompletter US-Ausstattung, versteht sich.

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Worauf man beim Kauf achten muss

Wer sich entschließt, eine Immobilie in Florida zu erstehen, muss neben der Abwicklung und einer eventuellen Finanzierung, für die es entsprechende Makler gibt, noch auf ein paar Eigenheiten achten. Das sind zunächst einmal die Aufenthaltsbestimmungen für Ausländer, die man am besten vorher mit dem Konsulat abcheckt. Sobald man eine Immobilie gewählt hat, ist es besonders in Florida unumgänglich, auf versteckte Fußangeln wie die Eigenheimversicherung zu achten, die je nach Hurrikan-Lage exorbitant sein kann, oder den Energieversorger, der manchmal für das Verlegen der Leitungen unter die Erde wegen der Wirbelstürme Haushalte mit bis zu 300 US-Dollar pro Monat zusätzlich belasten kann. Also immer vorher informieren und die aktuelle Kostenlage vom Makler, der für korrekte Aussagen haftet (bei „Schwindeln“, für das es auf Englisch kein Wort gibt, nur für „Betrügen“, also „cheat“, droht Lizenzverlust), schriftlich bestätigen lassen.

Option: Vermietung

Wer sein Anwesen dann gewinnbringend vermieten möchte, ist in Florida bestens aufgehoben: Die Nachfrage nach Ferien-Mietimmobilien ist hoch und es gibt eine komplette Service-Infrastruktur, die von der Vermarktung bis zur Pflege der Gartenanlage und der Pooleinrichtungen alles erledigt.

Das Angebot ist riesig und sollte nach klimatischem Wunsch getroffen werden: Im Süden ist es immer warm, aber es kann im Sommer unerträglich schwül werden. Im Norden kühlt es im Winter bis auch für uns als herbstlich empfundene Temperaturen ab. In äußerst seltenen Fällen kann es im Norden auch Nachtfrost geben.

Cape Coral an der Golfküste

Vor allem bei Deutschen sehr beliebt ist Cape Coral an der Golfküste, in der Nähe von Fort Myers und knapp drei Autostunden von Disney World und den anderen Attraktionen entfernt, wo es auch einen internationalen Flughafen gibt. Dementsprechend gibt es vom deutschen Bäcker bis zum deutschen Friseur ein buntes Angebot für Heimwehkranke. Das Land ist seit den 1950er-Jahren von zwei Brüdern entwickelt worden, die erst einmal Kanäle zum Meer graben ließen, was damals auf blankes Unverständnis stieß. Die Gegend war für Immo-Profis völlig uninteressant und daher spottbillig. Heute weiß man um die Weitsicht der Geschwister, denn unzählige Villen liegen am Kanal mit direktem Meerzugang und verfügen über die begehrte „Western Exposure“ Richtung Sonnenuntergang.

Angebote für jeden Geschmack …

So gibt es in North Fort Myers gleich an einem Kanal mit direktem Zugang zum Golf von Mexiko ein Haus mit zwei Schlafzimmern, drei Bädern, riesiger Küche, Terrasse mit Fliegengitter umschlossen, Bootssteg und Doppelgarage um 289.000 US-Dollar Verhandlungsbasis. Das Baujahr 1988 ist von Vorteil, weil später – und das ist kein Scherz – kürzere Nägel für die Dachkonstruktion verwendet werden durften, was bei Starkwinden nicht von Vorteil ist.

Wer es billiger haben möchte, findet nur wenige Kilometer entfernt ein 1994 aus Beton gebautes Haus, dessen Eigentümer kürzlich verstorben sind. Es verfügt über zwei Schlafzimmer und zwei Bäder, alle Böden verfliest, einen Bootssteg und liegt in einer „Gated Community“ mit Wachdienst und Gemeinschaftsanlagen wie drei Pools, Tennisplatz, Clubhouse und beleuchteten Teichen sowie Terrasse mit Fliegengitter. Das Objekt ist für 104.000 US-Dollar am Markt; Grundsteuer plus Betriebskosten kommen auf 3.708 Dollar im Jahr.

… auch für Luxus

Für die dickere Brieftasche (in den USA gibt es nach oben kein Limit; das gilt auch für Cape Coral/Fort Myers) empfiehlt sich direkt in Cape Coral eine wunderschöne 2003 errichtete Villa mit Pool und Terrasse – alles mit Fliegengittern natürlich –, drei Schlafzimmern und einem geräumigen Wohnbereich mit Blick auf den Kanal und den Kieselsteinpool im Resort-Stil mit Salzwassersystem, drei Wasserfällen, Wasserspielen, einer Feuerstelle, einem Whirlpool und mehreren Entspannungsbereichen. Weiters dabei sind eine Gourmetküche mit High-End-Edelstahlgeräten, importierter Travertin- und Palisander-Bodenbelag, luxuriöse Bäder mit Whirlpool im Masterbad, Kirschholz-Intarsien in den Kassettendecken in jedem Zimmer, riesige Wandschränke mit maßgefertigten Einbauschränken, zwei Innenhöfe, eine importierte massive Haustür (Italien) sowie eine Zwei-Zonen-Aircondition und ein Bootssteg mit Lift. Das Anwesen wurde kürzlich preisreduziert und wird für 748.900 US-Dollar angeboten.

Miami zwischen guter und schlechter Wohngegend

In Miami ist das Angebot gewaltig, doch es muss wie in jeder Großstadt zwischen guten und schlechten Gegenden differenziert werden. Re/Max bietet in West Miami, am Rande der Everglades und in der Nähe eines großen Einkaufszentrums, eine Doppelhaushälfte mit drei Schlafzimmern, zweieinhalb Bädern und Parkplatz um 259.000 US-Dollar an. Die 1987 errichtete Gemeinschaftsanlage umfasst Basketballplätze, Rad-/Joggingpfad, Clubhaus/Clubraum, Fitnessraum, Pool und Tennisplatz.

Bei Gemeinschaftsanlagen muss man immer vorsichtig sein, denn die mächtige Vertretung (Homeowners Association) einer solchen kann allerhand absurde Regelungen erlassen. Dazu kann zum Beispiel ein Vermietungsverbot gehören, was hier jedoch explizit nicht der Fall ist. Die Hausvertretung könnte aber ein Screening der Mieter verlangen und diese auch ablehnen.

Ebenfalls im Westen der Stadt, in der Nähe von Ikea und der Dolphin Mall, wird ein sehr schönes, 2013 errichtetes, zweigeschoßiges Haus mit vier Schlafzimmern, dreieinhalb Badezimmern und Balkon in einer Gated Community angeboten. Mit den gewölbten Decken im Erdgeschoß, komplett verfliest und mit einem offenen Zimmerplan im Erdgeschoß wirkt das Gebäude noch größer. Die Anlage verfügt über Clubhaus, einen Pool, ein eigenes Fitnessstudio und Tennisplätze. Kaufpreis: 519.000 US-Dollar.

Eines der teuersten Objekte der Stadt steht in Coral Gables: Das im neoklassizistischen Stil errichtete Haus liegt geschützt in einer Bucht auf einer Insel mit Blick auf den Atlantik. Auf dem einen knappen Hektar großen Grundstück mit tropischem Garten wurde das zweigeschoßige Haus 2007 mit 1.504 Quadratmetern Fläche, sechs Schlafzimmern, neun kompletten und drei Teilbädern sowie Kinosaal errichtet. Gewölbebögen, Rundbogentüren und bleiverglaste Fenster, Kombinationen von Marmor- und Intarsienholzböden, hohe Decken, Pool mit Wasserspielen, mehrere Brunnen, ein Atrium, Bootsanlegesteg, eine kleine Kapelle und ein herrlicher Blick auf die Gärten und Wasserwege sorgen für das Ambiente. Sotheby’s bietet es aktuell für 55 Millionen US-Dollar an.

Die Florida Keys für die Reichen und Schönen

Auf den Florida Keys, vor Jahrzehnten noch moskitogeplagtes Versteck von Gangstern und sozialen Absteigern, aber auch Wohnsitz von Ernest Hemingway, tummeln sich heute Reiche und Superreiche – trotz der Gefahr, dass die Inselkette mit Key West am Ende der Klimaerwärmung zum Opfer fallen könnte. Hier ist das Leben „easy“, alles etwas teurer als auf dem Festland und sowohl Golf von Mexiko und Atlantik praktisch vor der Haustür.

Wer auf den Keys sein Glück versuchen will, sollte sich ein kleines, zweigeschoßiges Häuschen mit Schlafzimmer im Obergeschoß auf Marathon ansehen: Im Vorjahr aus Holz gebaut und Teil einer Anlage mit Golf-/Meerzugang, hat es nur zwei Zimmer mit Nebenräumen und einen Grillplatz, aber zwei Autoabstellplätze. Das putzig anzusehende Bauwerk wurde eben erst um 3.000 Dollar preisreduziert und soll jetzt 95.000 Dollar kosten.

Teurer ist da noch ein Haus auf Betonstelzen mit zwei Schlafzimmern und einem Bad auf rund 70 Quadratmetern Wohnfläche in Key Largo, das für 349.000 US-Dollar auf dem Markt ist. Komplett verfliest, mit Balkon im Obergeschoß, lassen sich zwischen den Stelzen Auto, Motorrad und Boot bequem und schattig unterstellen. Ein kleiner Steingarten und Grillplatz gehören auf 470 Quadratmetern Grund mit dazu. Die Gemeinschaftsanlage verfügt über einen Bootsslip und einen kleinen Sandstrand.

Klotzen statt Kleckern

Und weil in den USA immer klotzen statt kleckern angesagt ist, soll auch diese Immobilie erwähnt werden: Sotheby‘s hat eine prachtvolle Villa auf Key Largo mit sechs kompletten Schlafzimmer-Suiten und fünfeinhalb Bädern auf 720 Quadratmetern und Meerzugang in 30 Metern Entfernung mit eigenem Infinity-Pool im Angebot. Das Anwesen mit luxuriöser Ausstattung, wie reichlich Marmorböden, Granitarbeitsflächen in der Küche, drei offenen Kaminen, Kino und eigenem Aufzug, liegt in einem prächtigen tropischen Garten und ist Teil des renommierten Ocean Reef Club, in dem sich US-Senatoren gerne blicken lassen. Auf mehr als 1.000 Hektar gibt es dort eine 175-Fuß-Slip-Marina für Boote, einen Helikopterlandeplatz, Championship-Golfplätze, Weltklassetennis und Rasensportplätze wie Fußball oder Kricket, ein Kulturzentrum und eine großzügige Krankenstation mit geschultem Personal – für alle Fälle. Die Villa selbst wird für 16 Millionen US-Dollar angeboten.

Ein Beitrag von:

Reinhard Krémer Reinhard Krémer ist Chefredakteur von medianet financenet. Seit 30 Jahren freier Journalist, schreibt er für das Forbes Magazine, den Standard, Immo-Fokus und andere Medien und war Autor bei und von 13 Fachbüchern.

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