fbpx
Was bringt 2016?

Was bringt 2016?

0

Pünktlich zum Jahresanfang hat die Immobilien-Redaktion eine exklusive Umfrage unter 25 heimischen Immobilienprofis gemacht: „Was bringt 2016?“ beziehungsweise „Was werden die großen Herausforderungen 2016 sein?“ Die gute Nachricht zuerst: Immobilien bleiben auch 2016 attraktiv. Die weniger gute Nachricht: Wir stehen vor großen Herausforderungen.

Anton Bondi, Bondi Consult

Die verhaltenen Wirtschaftsaussichten werden im Gewerbebereich weiterhin nur zu sehr verhaltenen Investitionen führen, während im Wohnungsbau unveränderter Bedarf besteht. Hier werden die Themen „leistbares versus gefördertes Wohnen“ und die Neuordnung des Mietrechtes sowie neue Wohnformen („sharing economy“) ganz wichtig sein.

Es kann davon ausgegangen werden, dass uns auch die Herausforderungen der Bewältigung der Flüchtlingsströme und deren Unterbringung (kurz- und langfristig) intensiv beschäftigen werden.

Werbung

Stefan Brezovich, ÖRAG

Zum Thema Investment 2016 gilt, dass Immobilien aufgrund anhaltend währungsexpansiver und Europa-politisch unruhiger Rahmenbedingungen als Anlagegut höchst begehrt bleiben. Die Renditen sind allerdings teilweise bereits so niedrig, dass nach Abzug der Kosten kaum noch Ertrag übrig bleibt.

Andere wichtige Themen der EU und besonders in Österreich: die allumfassende Regulierungswut, die Aufgaben des Gemeinwesens immer mehr per Gesetz/Verordnung auf die (Privat-)Wirtschaft überwälzt. Zusammen mit der gewaltigen Steuerlast, die mittlerweile auf Arbeitnehmern und Unternehmern gleichermaßen drückt, bedeutet dies ein Abwürgen der dringend nötigen „Wirtschaftsankurbelung“. Gleichzeitig hat man den Eindruck, dass von manchen politischen Gruppierungen unternehmerische Initiative und Selbstständigkeit fast schon geächtet werden. Der Wohlstand als wichtige Stütze des sozialen Friedens scheint damit langfristig bedroht.

Georg Edlauer, Fachverbandsobmann, Edlauer Immobilien

2016 wird für die Immobilienwirtschaft sicher ein spannendes, vermutlich aber kein zufriedenstellendes Jahr: Steuerliche und zivilrechtliche Einschränkungen im Zusammenhang mit der Vermietung von Immobilien werden zu einer weiteren Zuspitzung des Marktgeschehens führen und einen negativen Einfluss auf die Qualität der Objekte nach sich ziehen. Mangelnde Investitionsanreize werden die dringend notwendige Schaffung von zusätzlichem Wohnraum nicht begünstigen (allein in Wien werden jedes Jahr rund 5.000 Wohnungen zu wenig neu geschaffen) und dieses Geld auch der Gesamtwirtschaft entziehen. Es bleibt nur zu hoffen, dass bei diesen zentralen Themen Vernunft und Verantwortung über ideologische Ansichten siegen.

Michael Ehlmaier, EHL Immobilien

Das Jahr 2016 wird– so viel lässt sich heute schon sagen– wieder ein gutes Immobilienjahr werden. Diese Aussage trifft insbesondere auf den Investmentmarkt zu, da zumindest dem Euro-Raum das niedrige Zinsniveau noch einige Zeit erhalten bleiben und somit der wesentliche Antrieb für die hohe Transaktionstätigkeit weiter bestehen wird, auch wenn gut Objekte immer schwerer zu finden sind.

Etwas differenzierter ist in dem Zusammenhang schon der Bürovermietungsmarkt zu sehen, der trotz des in 2015 bereits begonnen Rebounds den Rückenwind des von den Wirtschaftsforschern für 2016 angekündigten höheren Wirtschaftswachstums brauchen wird, um eine nachhaltige Erholung zu erfahren.

Walter Hammertinger, IC Projektentwicklung

Eine der zentralen Fragestellungen im Jahr 2016 wird die weitere Zinsentwicklung sein, mit den daraus resultierenden Auswirkungen auf den Investmentmarkt.

Eine große Herausforderung– nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa– wird der Umgang mit den aktuellen Flüchtlingsströmen darstellen, die zusätzlich zum ohnehin starken Zuzug in die Ballungsregionen für noch mehr Druck auf den Wohnungsmarkt sorgen werden. Mehr Wohnraum wird gebraucht, neue Wohnprodukte werden entstehen, und es wird dabei darauf zu achten sein, dass quer durch alle Segmente neue Wohnflächen entstehen.

Gerhard Hudej, Hudej Zinshausmakler

Der Zinshausmarkt in Österreich wird sich auch 2016 positiv entwickeln, weil sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aller Voraussicht nach nicht ändern werden: Die Zinsen bleiben niedrig und die Alternativen am Kapitalmarkt rar. Bei den meisten anderen Anlageformen sind entweder die Renditen zu gering oder die Risiken zu hoch. Die Nachfrage nach Zinshäusern wird daher weiterhin hoch bleiben– nicht nur in Wien. Graz und Salzburg gelangen immer mehr in den Fokus der Investoren. Beides sind Städte mit hohem Zukunftspotenzial.

Thomas N. Malloth, Malloth Partner Immobilien

Gerade die letzten Wochen des Jahres 2015 und die Regierungsvorlage zum WGG zeigen, dass 2016 ein sehr spannendes Jahr werden könnte. Es wird wohl im Zeichen eines rechtspolitischen Spagats zwischen den unbedingt notwendigen wirtschaftlichen Anreizen zum Thema Leistbarkeit des Wohnens stehen.

Sinnvolle Neuerungen werden stark davon anhängig sein, ob es vor allem der SPÖ gelingt, sich aus dem eigenen, vergangenheitsorientierten ideologischen Korsett zu befreien. Es ist nicht zu erwarten, dass es zu radikalen Veränderungen kommt.

Das ist aber auch gut so, denn die Unverletzbarkeit des Eigentums ist eine der Grundsäulen unserer Demokratie und bedarf eines überaus behutsamen Umganges.

Georg Muzicant, Colliers International

Während die USA zum ersten Mal seit über einem halben Jahrzehnt die Zinsen erhöht haben, wird in Europa auch weiterhin eine Geldschwemme erwartet. Diese führt 2016 unweigerlich zu einem weiteren Anstieg der Nachfrage nach Immobilien, wobei die Frage, ob das Rekordjahr 2015 gebrochen wird, ausschließlich von der Menge des Angebots abhängen wird. Die Schwerpunkte werden auch weiterhin im Hotel-, Büro- und Retail-Bereich liegen. Die Nachfrage im Wohnbereich ist bereits zu Jahresende spürbar zurückgegangen, und so ist zu erwarten, dass 2016 verstärkt Eigennutzer auftreten werden, während der Wohnungskauf als Anlage aufgrund der hohen Preise kaum noch gefragt sein wird.

Markus Neurauter, Raiffeisen evolution

Die Herausforderung im kommenden Jahr wird der Wohnbau sein. Die Schaffung von Wohnraum muss ein Gemeinschaftsprojekt der jeweiligen Kommune, von Projektentwicklern, Bauträgern und Stadtentwicklern sein. Hier sollten alle Beteiligten einen gleichwertigen Beitrag leisten, um entsprechenden Wohnraum zu realisieren bzw. möglich zu machen. Der Zugang zu leistbarem Wohnraum sollte allen offen stehen– die Fördertöpfe müssen geöffnet werden. Es muss ein gleiches Verständnis geben– alle müssen mit im selben Boot sein.

Andreas Ortner, Bau Boden Linz

Die Herausforderung ist es, auch 2016 an leistbare Immobilien zu gelangen bzw. an Liegenschaften, mit denen in weiterer Folge eine Projektentwicklung realisiert werden kann. Hinsichtlich der Immobilienentwicklung für 2016 ist festzuhalten, dass die Immobilienpreise weiter steigen werden, betreffend die Wohnungspreise ist der Plafond noch nicht erreicht.

Unter institutionellen Investoren sind Fonds bzw. der Staat zu verstehen; zu den privaten Investoren zählen Family Offices und Privatstiftungen.

Eugen Otto, Otto Immobilien

Transparenz in allen Teilbereichen und Märkten wird von allen Anbietern verstärkt erwartet werden, die Zeit blinden Vertrauens in hohle Versprechungen und handgestrickte Lösungen ist mit 31.12.2015 endgültig abgelaufen.

Das Tempo der Professionalisierung und Digitalisierung in allen Immobiliendienstleistungen hat sich 2015 enorm beschleunigt und wird 2016 weiterhin neue Wege und neue Dienstleistungen hervorbringen.

Soziale Verantwortung als festen Bestandteil in den Unternehmensalltag einzubauen, wird künftig unerlässlich werden. Integrität und Qualität in der Ausführung jeglicher Leistung und das ehrliche Eingehen auf die Bedürfnisse der Menschen– in jedem Segment– werden notwendige Grundpfeiler von soliden Unternehmen bleiben. Angemessene, zeitgemäße Weiterentwicklung erfolgreicher Elemente und verlässliche Innovationen zum besten Nutzen der Kunden werden unentbehrliche Begleiter jedes erfolgreichen Immobilienanbieters in 2016 sein.

Michael Pech, ÖSW

Bereits im Juli 2015 hat die ÖSW-Gruppe knapp 250 Wohnungen im 80 Meter hohen Wohnhochhaus Leopoldtower in Wien 21 übergeben. Neben dem Leopoldtower sind noch weitere Hochhausprojekte in Planung bzw. bereits in Umsetzung. Das Wohnhochhaus ist EINE von mehreren Antworten auf die Liegenschaftsknappheit in den Ballungszentren und als vertikales Stadtquartier zu verstehen. Durch den Bau von Hochhäusern kann ein wesentlicher Faktor für die Lebensqualität einer Stadt, der Grün- und Freiraum, erhalten werden.

Michael Pisecky, s REAL

Besonders in den Ballungsgebieten wird die verstärkte Zuwanderung auch 2016 den Immobilienmarkt nachhaltig beeinflussen. Die Forderung nach einem ausreichenden Angebot an Wohnraum und die damit einhergehenden gesetzlichen und regulatorischen Änderungen sowie die Reduzierung von Hemmnissen werden nicht so schnell aus den Schlagzeilen verschwinden.

Ein neues Wohnrecht wird nicht genügen, sondern ein nationaler Aktionsplan erforderlich sein, um eine ausreichende Versorgung mit Wohnraum zu ermöglichen. Konsequenzen aller Gesetze, Verordnungen und Normen, die auf die Wohnungswirtschaft wirken, sind zu überprüfen. Grundsätzlich sollten konkrete Zielsetzungen formuliert, die Umsetzung im Verantwortungsbereich des Durchführenden belassen und nicht gestraft, sondern Anreize geschaffen werden.

Es gibt überall viel zu wenige Kleinwohnungen! Man sollte aufhören, so viele Penthäuser und große Wohnungen zu bauen, sondern sollte sich auf kleinere Einheiten auch in den oberen Stockwerken konzentrieren, sonst produziert man am Bedarf vorbei.

Bernhard Reikersdorfer, Re/Max

Die Immobilienbranche in Österreich steht in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen, sie wird sich in absehbarer Zeit– und schneller als wir vielleicht glauben– nachhaltig verändern. Kooperation, Transparenz, neue Vermarktungswege, modernste Technologien und eine entsprechende Aus- und Weiterbildung sind nur einige Schlagworte, die sich die viele Kunden von heute zu Recht erwarten. Die ersten positiven Anzeichen innerhalb der Branche gibt es erfreulicherweise bereits. Die Devise für die Immobilienbranche kann 2016 nur lauten: Beweisen wir Mut für längst notwendige und überfällige Veränderungen– jetzt!

Michael Reinberg, Reinberg+Partner

Die Herausforderung werden die wirtschaftliche sowie politische Entwicklung des EU-Wirtschaftsraumes und die Stabilität des EURO vor dem Hintergrund der Probleme im arabischen Raum sein. National zählt dazu auch das Thema „leistbares Wohnen“ (vorwiegend beim Kauf; die Miete ist ohnehin bei nahezu ¾ des Wohnungsbestandes gedeckelt). Ebenso werden Themen wie Beschäftigung und Sicherheit das Jahr dominieren.

Andreas Ridder, CBRE Österreich

Während schon 2015 ein Rekord-Investment-Jahr war, sollte das Jahr 2016 alles Bisherige in den Schatten stellen. Wir sehen einerseits enorme Kapitalmengen nach Österreich kommen, vor allem auch aus dem asiatischen Raum, andererseits scheinen viele potenzielle Verkäufer sich zu denken, dass man noch das Jahr 2016 ausnutzen muss, wenn man zu wirklich guten Preisen verkaufen will, denn wer weiß, wie lang es noch dauert, bis es zu einer Preiskorrektur kommen wird. Somit wird das Jahr 2016 gekennzeichnet sein von enormer Nachfrage, aber auch von sehr viel Angebot– ein Umfeld, das wir bisher sehr selten gesehen haben.

Martin Sabelko, CBRE Global Investors

Hoffentlich politische Stabilität generell in CEE.

Nachdem die Wogen in Ungarn leise verebben, kommt das veränderte Demokratieverständnis in Polen nach den jüngsten Wahlen lautstark in die Medien. Auffallend ist die innere Ruhe in Ländern wie Tschechien und der Slowakei, die auch mitgetragen wird durch das stabile Wirtschaftswachstum. Rumänien räumt medienwirksam mit der Korruption auf und verschafft sich auch dadurch Aufmerksamkeit.

Die Beurteilung der politischen Stabilität im gegenwärtigen Zeitraum überlasse ich gerne dem lokalen Betrachter.

Reinhard Schertler, S+B Gruppe

Das Stadtbild wird ein wichtiges Thema. Die urbane Vielfalt und die damit einhergehende Komplexität rücken in den Vordergrund. Die Stadt– nicht nur als funktionierendes System, sondern als Lebensraum, den es zu erhalten und zu verbessern gilt. Denn das macht ökonomisch Sinn!

Es haben sich also auch die Anforderungen an eine urbane Projektentwicklung geändert. Als Projektentwickler macht es uns große Freude, an diesen Entwicklungs- und Gestaltungsprozessen aktiv mitzuwirken.

Georg Spiegelfeld, Spiegelfeld Immobilien

2016 bringt hauptsächlich Unsicherheiten in Form einer Steuerreform auf dem Rücken der Immobilienbesitzer und Investoren. Wie wird die Berechnung der Basis für die Besteuerung funktionieren? Wie wird das Neue Mietrecht aussehen? Wo werden die Menschen wohnen– das derzeitige System bietet für private Investoren keinen Anreiz, Wohnraum zu schaffen. Auch das Provisionsthema kommt wie das Amen im Gebet.

Es ist höchst an der Zeit, das Unternehmertum zu fördern, den Menschen die Chance zu geben, unternehmerisch tätig zu sein und das Aufnehmen von Mitarbeitern zu fördern, anstatt sie mit extremen Lohnnebenkosten und Ähnlichem zu bestrafen.

Unabhängig vom Immobilienbereich sehe ich als große Herausforderungen für die Zukunft die Themen Sicherheit, Pensionen oder medizinische Versorgung.

Karl-Heinz Strauss, PORR AG

Ich erwarte ein weiteres gutes Jahr für den Immobiliensektor in Österreich– und ein heißes politisches Umfeld.

Ewald Johannes Stückler, T.O.C. Tecno Office Consult

Der wichtigste Faktor wäre, dass die Politik endlich verbesserte Rahmenbedingungen für Betriebsansiedelungen schafft. Wir verlieren kontinuierlich im Standort-Ranking, da internationale Konzerne Wien nur noch als Satelliten sehen, aber nicht mehr als Osteuropa-Zentrale.

Nur wenn die Politik endlich die rosa Brille ablegt und Rahmenbedingungen wie steuerliche Anreize, Senkung der Lohnkosten etc. in Angriff nimmt, wird der Standort Österreich in Zukunft eine echte Chance im Wettbewerb der Länder haben!

Peter Ulm, 6B47 Real Estate Investors

Wirtschaftliche Entwicklung und zu erwartende Zinsänderungen lassen eventuell in der zweiten Jahreshälfte 2016 eine leichte Verlangsamung des Investmentmarktes erwarten. Diese Verlangsamung wird sich vor allem in selektiveren Entscheidungskriterien der institutionellen Investoren ausdrücken, auf die in der Projektentscheidung zu achten ist. Der Bedarf an Wohnungen ist ungebrochen, jedoch bei gleichzeitig höherer Preissensibilität.

Hans Jörg Ulreich, Ulreich Bauträger

Enorme Herausforderungen für die Politik und den Wohnbau angesichts der Zuwandererzahlen, die vor allem auf den Wiener Wohnungsmarkt drängen werden.

Für Wien heißt das, sich mehr überlegen zu müssen als 2.000 Gemeindewohnungen mehr bis 2020.

  • Die Flächenwidmung gehört geändert und endlich vom Schrumpfen der Bevölkerungszahl auf Verdichtung der Stadt angepasst. Wiener müssen sich daran gewöhnen, dass Häuser höher gebaut werden müssen, auch in der Stadt.
  • Baukosten gehören gesenkt und unnötige Normen bei Brandschutz, Stellplätzen und Ähnlichem endlich abgeschafft und nach Kosten, Sicherheit und Praxisnähe neu geregelt.
  • Obergrenzen haben auch bei Mieten keinen Sinn– das Mietrecht braucht eine faire und marktgerechte Öffnung.

All das muss 2016 angegangen und auch erbracht werden, sonst wird es jenes Jahr, in welchem wir wohnpolitisch auf eine Katastrophe zusteuern. Wenn hier nichts getan wird, dann bringt 2016 Wohnungsnot, explodierende Preise und Immobilieninvestoren, die ihr Geld in anderen Ländern– aber nicht in Österreich– in die Hand nehmen.

Ernst Vejdovszky, S IMMO AG

Ich denke, dass 2016 in Summe ein gutes Jahr wird– zumindest für die Immobilienbranche. Der Investoren-Appetit steigt, es gibt zahlreiche Projekte in diversen Pipelines, und die demografische Entwicklung sorgt in Städten wie zum Beispiel Wien oder Berlin weiterhin für großes Potenzial. Die weitere Zinspolitik wird die Märkte aber genauso beschäftigen wie diverse geopolitische Unsicherheiten und gesamtwirtschaftliche Entwicklungen. Die Welt kann sich sehr schnell ändern, und es wird auch 2016 von enormer Bedeutung sein, mit Flexibilität, aber auch mit Besonnenheit und Kontinuität zu agieren.

Nicole Wallmann, Premium Immobilien AG

Eine Herausforderung stellt zukünftig die geschmälerte Rendite der Vorsorgeimmobilie durch die Steuerreform dar. Ab 2016 fällt bei einem Verkauf eine erhöhte Immobilienertragssteuer von 30% anstatt bisher 25% an. Zudem wird die Basis für die Abschreibung reduziert, wodurch in Zukunft mehr Steuern gezahlt werden müssen. Dennoch bleiben Immobilien als Investment auch 2016 attraktiv.

Eine weitere Herausforderung wird der Preisanstieg von Immobilien sein. Wohnbau wird auf lange Sicht teurer, sowohl bei Miete als auch bei Kauf, obwohl der Preisanstieg nicht so rasant verlaufen wird. Der Trend wird daher besonders in zentralen Lagen zukünftig in Richtung kleinere Wohnungen gehen, vor allem wegen des höheren Quadratmeterpreises.

Hans-Peter Weiss, BIG

Aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage sind die finanziellen Spielräume der Republik limitiert. Alle Bauvorhaben werden kritisch hinterfragt. Darüber hinaus suchen voraussichtlich ab dem kommenden Frühjahr wieder tausende Menschen Schutz vor Krieg und Armut. Gebot der Stunde für den BIG Konzern ist nicht, zu reagieren, sondern Themen aktiv aufzugreifen. So wird bis 2020 ein milliardenschweres Wohnbauprogramm über die Tochtergesellschaft ARE Austrian Real Estate abgewickelt. Gleichzeitig gilt es neben der Bereitstellung von Quartieren auch intelligente Lösungen zur Unterbringung von Flüchtlingen zu schaffen. Es ist nicht nur Aufgabe der Politik, für positive Grundstimmung zu sorgen. Denn Vertrauen in die Zukunft ist Basis für die Aufwärtsentwicklung. Ziel der BIG ist, hier mit gutem Beispiel voranzugehen.

Marcus Wild, Spar European Shopping Centers (SES)

Shopping-Center werden mit der zunehmenden Digitalisierung des stationären Handels zum erweiterten Hub in Kommunikation und Logistik als Homebase für Markenpräsenz und Multichanneling. Der Trend zur Urbanität ist omnipräsent, geht aber einher mit Cocooning: Der Mensch ist einerseits urban, gleichzeitig zieht er sich gern in seine vier Wände zurück.

Das Sicherheitsbedürfnis der Menschen wird größer, einerseits durch die äußeren Ereignisse, andererseits durch den gesellschaftlichen Wandel einer älter werdenden Bevölkerung. Shopping-Center müssen daher, um erfolgreich zu sein, auch ein hohes Sicherheitsgefühl bieten. Die Gastronomie ist in tiefgreifendem Umbruch und erlebt dieselbe Entwicklung wie der Textilhandel in den vergangenen fünf Jahren: Totale Markenbildung steht ganz oben, kulinarische Kreativität und individuelle neue Konzepte sind auf dem Vormarsch.

Zusammenfassung

  • Große Nachfrage nach Wohnbau – die unbedingte Schaffung von Wohnraum wird das Jahr prägen. Neue Wohnformen und Wohnkonzepte. Vor allem Kleinwohnungen – auf Grund der Leistbarkeit – werden in diesem Jahr besonders gefragt sein.
  • Mangelnde Investitionsanreize werden die dringend notwendige Schaffung von zusätzlichem Wohnraum (allein in Wien werden jedes Jahr rund 5.000 Wohnungen zu wenig neu geschaffen) nicht begünstigen und dieses Geld auch der Gesamtwirtschaft entziehen.
  • Regulierungswut und Normierungen behindern weiterhin in grober Fahrlässigkeit die Projektentwicklung. Zusammen mit der gewaltigen Steuerlast, die mittlerweile auf Arbeitnehmern und Unternehmern gleichermaßen lastet, bedeutet dies ein Abwürgen der dringend nötigen „Wirtschaftsankurbelung“.
  • Wenig Initiative von Seiten der Politik – eher in die falsche Richtung …
  • Wohnungskauf als Anlage wird aufgrund der hohen Preise kaum noch gefragt sein. Außerdem: Eine Herausforderung stellt zukünftig die geschmälerte Rendite der Vorsorgeimmobilie durch die Steuerreform dar.
  • Baukosten gehören gesenkt und unnötige Normen bei Brandschutz, Stellplätzen und Ähnlichem endlich abgeschafft und nach Kosten, Sicherheit und Praxisnähe neu geregelt.
  • Obergrenzen haben auch bei Mieten keinen Sinn – das Mietrecht braucht eine faire und marktgerechte Öffnung.
  • Auf dem Investmentmarkt von Gewerbeimmobilien könnte es zu einem Rekordjahr kommen, wobei Zinsentwicklung und Investment in einem direkten Zusammenhang stehen. Neue Investoren aus dem asiatischen Raum bringen viel Geld in den Markt.
  • Der Bürovermietungsmarkt ist von der Unsicherheit der Wirtschaftsentwicklung geprägt. Die weitere Zinspolitik wird die Märkte aber genauso beschäftigen wie diverse geopolitische Unsicherheiten und gesamtwirtschaftliche Entwicklungen. Dies gilt nicht nur für den Investmentmarkt, sondern auch für den Bürovermietungsmarkt.
  • Der Zinshausmarkt wird sich positiv entwickeln – nicht nur in Wien. Graz und Salzburg gelangen immer mehr in den Fokus der Investoren.
  • Shopping-Center werden mit der zunehmenden Digitalisierung des stationären Handels zum erweiterten Hub in Kommunikation und Logistik, als Homebase für Markenpräsenz und Multichanneling. Sie müssen ein hohes Sicherheitsgefühl bieten. Die Gastronomie ist in tiefgreifendem Umbruch
  • Bewältigung der Flüchtlingsströme und deren Unterbringung.
  • Ein politisch spannendes Jahr
  • Transparenz in allen Teilbereichen und Märkten wird von allen Anbietern verstärkt erwartet werden.
  • Das Tempo der Professionalisierung und Digitalisierung in allen Immobiliendienstleistungen hat sich 2015 enorm beschleunigt und wird 2016 weiterhin neue Wege und neue Dienstleistungen hervorbringen.
  • Die Immobilienbranche in Österreich steht in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen, sie wird sich in absehbarer Zeit – und schneller als wir vielleicht glauben – nachhaltig verändern.
  • In einigen Teilbereichen muss jetzt schnell gehandelt werden, denn die Politiker haben durch mangelnden Entscheidungswillen zu viel Zeit verloren.
Ein Beitrag von:

Walter Senk Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.