KH Nord – Patient im Wachkoma

Auffällig ruhig ist es um das Krankenhaus Nord geworden in Wien und viele stellen sich die Frage: Ist der Patient schon über dem Berg? Nein, er ist im Wachkoma.

Auf die Frage: „Was ist falsch am KH Nord?“ meinte ein Insider jüngst: „Das Grundstück.“ Das ist jetzt blöd, denn die Lage ist das einzige, was man nicht mehr ändern kann. Das hat sich auch schon zu den Verantwortlichen der Stadt durchgesprochen. Warum gerade damals die ELIN-Gründe als Standort ausgesucht wurden, man weiß es nicht, kann nur Vermutungen anstellen. Für ein Krankenhaus der schlechteste Platz: Kontaminiert, Elektrosmog von der vorbeiführenden Bahntrasse und Erschütterungen durch die vorbeifahrenden Züge. Ein Wiener Anwalt sagte mir zum Thema Elektrosmog: „Wenn man mich gefragt hätte, hätte ich den Verantwortlichen sagen können, dass das ein Thema wird. Dazu braucht man keinen spezialisierten Techniker, das ist alles seit langem bekannt“.
Dass man da in Wien kein besseres Grundstück gefunden hat…..

Weiters hat der KAV entschieden keinen Generalunternehmer zu beauftragen und die Einzelvergaben selbst zu managen…der Generalunternehmeraufschlag wäre rückblickend betrachtet gut angelegt gewesen…., weiters gab es während der Bauphase Wechsel bei der Projektsteuerung und beim Architekten. Probieren sie das einmal beim Bau eines Einfamilienhauses. Schon da a geht’s drunter und drüber. Ein auf Baurechtssachen spezialisierter Anwalt nannte das kurz und prägnant „Anfängerfehler“. Die führten zu Kostenüberschreitung und Zeitverzögerungen.

Wie auch immer: Ein Termin für die Eröffnung steht fest. Herbst 2019. Während aber der Betrieb vermutlich aufgenommen wird, toben hinter den Kulissen noch die Streitereien mit den ausführenden Firmen über Schadenersatzansprüche und die Bezahlung. Einige Unternehmen sollen an einer weiteren Zusammenarbeit mit der Stadt Wien gar nicht mehr interessiert sein, wenn es im Nachhinein Streit und Klagen gibt.

Tipp von einem Profi: Gerichte sind erfahrungsgemäß die schlechteste Variante zu versuchen, komplexe Vertrags- und Anspruchsverhältnisse befriedigend aufzulösen: Am Ende müssen, alleine schon aus Kostengründen, Vergleiche geschlossen werden.

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Über den Autor

wsenk

Walter Senk

Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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