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Spekulieren mit der Autobahn

Spekulieren mit der Autobahn

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Durch den Autobahnbau ergeben sich manchmal Spezialsituationen für Immobilieninvestoren. Davon können auch Private profitieren.

In Zeiten, in denen Betongold die einzig wahre Währung zu sein scheint, Landbanking ein Begriff geworden ist, den nicht nur Banker kennen, und die Immobilienpreise allerorten einen heftigen Zug nach Norden bereits hinter sich haben, ist es schwer, Spezialsituationen ausfindig zu machen, die auch kurzfristig gute Gewinne versprechen.

Ertragreiche Situation

Doch diese gibt es noch immer und auch in Österreich. Dazu zählt der Kauf von Grund und Boden, Wohnhäusern oder Häusern in Gegenden, die in der Nähe einer zukünftigen Autobahn liegen. Wie ertragreich diese Spezialsituationen sind, zeigt der Bau der A5 Richtung tschechische Grenze. Mit der Fertigstellung dieser von den von einer täglichen Verkehrslawine überrollten Einwohnern lang und heiß ersehnten Route bekamen auch Ortschaften wie Bad Pirawarth, Kollnbrunn oder Schrick plötzlich Zugang zur großen weiten Welt. Traunfeld und Pellendorf lagen plötzlich nicht mehr hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen, und Wien war nicht mehr eine gefühlte Tagesreise, sondern nur mehr eine halbe Stunde weit entfernt.

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Trotz Anbindung idyllische Ruhe

Die idyllische Ruhe blieb jedoch erhalten oder kehrte, wie zum Beispiel in Gaweinstal, nach Jahrzehnten des Verkehrshorrors wieder ein. Das führte dazu, dass in diesen und anderen in Autobahnnähe liegenden Gemeinden die Immobilienpreise in einem Jahr um bis zu 30 Prozent anzogen.

Ähnliches hatte sich schon Jahre zuvor entlang der Trasse der A6 ereignet: Orte wie Potzneusiedl erlebten plötzlich eine ungeahnten Immobilienboom, getragen von der Nachfrage von wohlhabenden Umsiedlern aus der Slowakei, die ihre Kinder lieber in österreichische Kindergärten und Schulen schickten und trotzdem ihren Job im Heimatland behalten wollten.

Planungen dauern Jahre

Und dabei war es nicht einmal so, dass der Bau der Autobahn über Nacht hereingebrochen wäre. Planung und Ausführung dauerten viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Ähnliches könnte sich in den nächsten Jahren entlang der Trasse der geplanten Marchfeld-Schnellstraße anbahnen. Dieses wichtige Bindeglied im Osten, an dem schon seit gefühlten Ewigkeiten herumgedoktert wird, hätte eigentlich schon im Jahr 2012 fertiggestellt werden sollen – doch hatte sich die Trasse zum politischen Spielball zwischen Rot und Schwarz entwickelt.

Spielball der Politik

Die Verantwortlichkeit wurde zwischen Land und Bund bis zum Erbrechen hin- und hergeschoben; auch der Druck aus der Bevölkerung nützte nichts. Und so ist bis zum heutigen Tag noch nicht einmal der Spatenstich erfolgt. Was eigentlich als Autobahn geplant gewesen war, soll nun endlich eine Schnellstraße werden. Doch sobald sie fertiggestellt sein wird, werden Ortschaften wie Ober- und Untersiebenbrunn, Lassee oder auch Weikendorf, in denen sich heute Fuchs und Hase gute Nacht sagen, zu begehrten Wohnsitzen werden.

Gänserndorf, schon jetzt die beliebteste Stadt Österreichs nach dem Zuzug gemessen und mit dem Bau von Infrastruktur für die stets wachsende Kommune ständig aktiv, wird einen eigenen Anschluss an die Schnellstraße bekommen.

Jetzt die Chance nutzen

Man kann sich vorstellen, wie die noch erträglich bemessenen Grundstückspreise in dieser Bezirkshauptstadt mit Gymnasium, Handelsakademie und reichlich Kindergärten und in den Ortschaften in ihrer Umgebung explodieren werden. Noch sind sie günstig: In Weikendorf wechselt der Quadratmeter Baugrund um rund 80 Euro den Besitzer. Vorausschauende Investoren werden wissen, wie man die Chancen rechtzeitig nutzt.

Ein Beitrag von:

Reinhard Krémer Reinhard Krémer ist Chefredakteur von medianet financenet. Seit 30 Jahren freier Journalist, schreibt er für das Forbes Magazine, den Standard, Immo-Fokus und andere Medien und war Autor bei und von 13 Fachbüchern.

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