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So etwas haben wir noch nicht gesehen
Credits: Rawpixel Ltd.

So etwas haben wir noch nicht gesehen

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„So etwas haben wir noch nicht gesehen“, sagte Vorstandsvorsitzender Karl Bier im Zuge der Pressekonferenz der UBM. Damit meinte der CEO aber nicht das Bilanzergebnis 2015 mit neuem Leistungs- und Ergebnisrekord der UBM, sondern die aktuelle Situation in der Immobilienwirtschaft. Und Karl Bier ist schon lange dabei und hat schon viel gesehen.

Die derzeitige Situation in der Immobilienwirtschaft lässt sich mit nichts Vorhergegangenem vergleichen. Die Projekte werden von den Investoren immer früher nachgefragt– neue werden oft schon nach der Baugenehmigung erworben– da Fonds mit der Angst vor weiteren Preissteigerungen verbunden sind. Es ist eher davon auszugehen, dass sich die Preise weiter nach oben bewegen werden. „Wir profitieren von der Situation“, meinte Karl Bier, denn das Unternehmen kann– unter anderem– schon Verkäufe von Projekten einpreisen, die erst in ein oder zwei Jahren fertiggestellt werden: „Damit tu ich mich in der Planung leichter.“

Dazu kommt, dass es keine Assettklasse gibt, die derzeit nicht gefragt ist. „Dass wir in allen Bereichen diese massive Nachfrage haben, und vor allem, dass sie faktisch alle Klassen betrifft, ist neu. Das ist etwas unnatürlich, und man ist zurückhaltender mit Prognosen. Man muss damit rechnen, dass sich etwas ändern kann.“ Der bekannt vorsichtig agierende CEO (immerhin war die UBM das einzige Immobilienunternehmen, das selbst in der Finanzkrise 2008/09 schwarze Zahlen geschrieben hat) sieht die Entwicklung zwar an sich positiv, bleibt aber, was die derzeitigen Rahmenbedingung betrifft, eher skeptisch.

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Wenn institutionelle oder private Investoren überlegen, in so „fade“ Assetts wie Immobilen zu investieren, dann hat das wohl seinen Grund. Die Renditen sind zugegebenermaßen besser als bei vielen Geldanlagen, bei denen oftmals das Produkt, in das Geld investiert ist, nicht verstanden wird. Auch den Aktienmärkten traut fast keiner mehr wirklich über den Weg. Minuszinsen auf den Bankkonten werden zwar von den Finanzinstituten heftig dementiert, aber selbst das ist kein gutes Zeichen: Sie könnten kommen. Die Nachfrage nach Immobilien ist von Eigenkapital getrieben, das gilt sowohl für große als auch für kleine Vermögen. Die Crowdfunding-Plattformen leben von dem Wunsch, auch kleine Summen abzusichern.

Es gibt tatsächlich historisch nichts Vergleichbares zur derzeitigen Situation. Dass so eine Gemengenlage immer für Überraschungen gut ist, versteht sich von selbst. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass alle auf etwas warten, aber keiner weiß genau, worauf. Dass man sich absichern möchte, ist allerdings verständlich und weist meines Erachtens darauf hin, dass allgemein eher mit einer negativen Überraschung gerechnet wird.

Wie die aussehen mag, weiß keiner genau, denn– wie gesagt– etwas Vergleichbares gibt es in der Geschichte tatsächlich nicht.

Ein Beitrag von:

Walter Senk Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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