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Modellbahn als Vorbild?

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Modellbahner schaffen sich ihre eigenen Welten – zumeist ohne an reale Beschränkungen gebunden zu sein. So entstehen Utopien, von denen Architekten und Stadtplaner unter Umständen etwas lernen könnten …

 

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Video Transcript

 

Walter Senk:

Wenn man wissen will, wie die Menschen wirklich wohnen wollen, dann muss man nur in den Hobbykeller oder auf den Dachboden schauen, denn hier ist die Welt noch in Ordnung – nämlich die der Modelleisenbahnen. Was die Zeitung „Welt“ über die Deutschen schreibt, das gilt wohl auch für Österreich. Modellbahner schaffen sich im Miniaturmaßstab die Städte und Dörfer, in denen sie am liebsten leben würden. Die Gruppe der Mini-Stadtplaner zieht sich quer durch alle Gesellschaftsschichten und ist also – wie ein Soziologe meint – in gewisser Weise repräsentativ.

 

Ein Blick auf die Welten der Hobbyplaner könne deshalb für Architekten und Stadtplaner erhellend sein, denn „sie würden feststellen, dass ihre Entwürfe und Planungen fast immer nicht den Wohnwünschen der Menschen entsprechen“, meint Günter Vornholz, Professor für Immobilienökonomie an der EBZ Business School in Bochum.

 

Besonders gefragt in den Modellwelten sind Eigenheime aus der Zeit von 1955 bis 1980, daneben werden auch Gebäude aus einer noch älteren Epoche gern aufgestellt: Modelle von Stadthäusern aus der Gründerzeit.

 

Beim Wohnungsbau und bei der Stadtplanung heute geht es – in gewisser Weise verständlich – nur noch um Effizienz und darum, möglichst viele Menschen auf möglichst geringem Raum unterzubringen.

 

Nicht so in den Städten der Modelleisenbahnen. Die Hobbystadtplaner schaffen sich in ihrer Modellanlage Welten, in deren Dörfern und Städten noch Platz für Individualität ist. Die Modelleisenbahn verweigert sich im Übrigen keineswegs modernen Entwicklungen. Bausätze von modernen Supermärkten, Fitnesscentern oder Elektroladestationen für Pkw sind ebenfalls begehrt und werden in die Welt eingebaut, aber wenn es ums Wohnen geht, dann fährt die Eisenbahn drüber, wie man so sagt.

 

 

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Walter Senk Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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