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Wohnimmobilien-Trends in Österreich

Was uns im Jahr 2011 im Immobilienbereich erwartet, zeigen die Zukunftstrends und die Einschätzungen des Österreichischen Verbands der Immobilientreuhänder (ÖVI) und der Maklerorganisation RE/MAX.

Die Wirtschaftskrise zieht noch immer ihre Spuren durch das Land, aber allgemein sind „die Einschätzungen für 2011 entspannter als im Vorjahr“, so Alois Reikersdorfer, Regionaldirektor RE/MAX Austria, „und haben sich auch massiv ins Positive gedreht“. Die erwarteten Entwicklungen des neuen Jahres gehen also alle von einer Steigerung aus, die sich vor allem auf Wohnimmobilien stützen wird. Preisklassen, Objekttypen und Lagen bringen aber im Detail massive Unterschiede.

Wohnimmobilien steigen

Im Bereich der Wohnimmobilien in Österreich ist weiterhin eine Steigerung zu verzeichnen– wie schon in den vergangenen drei Jahren. „Menschen, die vorher mit Immobilien nichts zu tun hatten, sind infolge der Wirtschaftskrise auf den Geschmack gekommen“, stellt Andreas Wollein, Maklersprecher des Österreichischen Verbands der Immobilientreuhänder (ÖVI), fest. Es geht grundsätzlich weiter bergauf und einige Immobilien-Typen können von einem auffälligen Aufwärtstrend profitieren. „Vor allem Wohnimmobilien entwickeln sich sehr gut und speziell Anlegerwohnungen in allen Bundesländern sind weiterhin stark begehrt“, erklärt Anton E. Nenning, Managing Director. In diesem Zusammenhang sind zuallererst Eigentumswohnungen zu nennen, die als Vorsorge- und Anlageprojekt sehr beliebt sind und noch immer als sichere Form der Geldanlage angesehen werden. „Die Anleger wollen ihr Geld sicher parken, die Rendite steht dagegen im Hintergrund“, erklärt Margret Funk, Vizepräsidentin des ÖVI. Die größte Nachfrage verzeichnen laut ÖVI günstige Eigentumswohnungen. Durch die Angebotsverknappung finden auch Wohnungen Absatz, die bisher als Ladenhüter galten. Zudem werden auch Einfamilienhäuser und Baugrundstücke im Vergleich zu 2010 einen Aufschwung erleben.

Die Preisschere geht auf

Je zentraler die Immobilie liegt, desto besser, denn die zentrale Lage wird noch wichtiger für die Nachfrage und den Preis werden. Dies zeigt sich dann auch in der Preisschere zwischen guten, teuren Lagen und billigen, schlechten Lagen, die weiter aufgehen wird. Gute Lagen werden teurer, schlechte hingegen stagnieren. Die Immobilientypen, bei denen das Angebot hinter der Nachfrage zurückbleibt, weisen die gleiche Entwicklung auf: Mehr Nachfrage und weniger Angebot führen zu höheren Preisen. Dementsprechend bringen Faktoren wie Preisklasse, Objekttyp und Lage massive Unterschiede bei den Preiserwartungen von RE/MAX, die im Schnitt von +1,2% im Jahr 2010 auf ein gutes Plus von 4,6% ansteigen.

Die Renner des Jahres

Die absoluten Renner des neuen Jahres bleiben Miet- und Eigentumswohnungen in zentraler Lage sowie– ein bisschen abgeschlagen davon– Baugrundstücke. Bei den Mietwohnungen in zentraler Lage wird bei RE/MAX mit einem Nachfragezuwachs von rund 10,5% gerechnet, gefolgt von Eigentumswohnungen in zentraler Lage mit 9,6%. Die einige Zeit sehr begehrten Penthouses, Lofts oder Maisonetten werden hingegen nicht so einen starken Aufschwung erleben. „Die Nachfrage im oberen Luxussegment erweist sich als eher zögerlich“, so Margret Funk. Im mittleren Bereich befinden sich Eigentums- und Mietwohnungen am Stadtrand sowie Einfamilienhäuser in Siedlungslage und Wohnobjekte in Einzellage. Alois Reikersdorfer: „Generell kann gesagt werden, dass die österreichische Hauptstadt und die Landeshauptstädte teurer werden und die Preisschere zwischen Stadt und Land weiter auseinandergeht.“ Dazu erklärt Christian Schnellinger, Landesstellenleiter des ÖVI in Salzburg: „In Salzburg sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sowohl für Wohnungen aus dem Sekundärmarkt als auch für neu errichtete Eigentumswohnungen im Jahr 2010 empfindlich gestiegen.“ In Top-Lagen sind kurzfristig Spitzen von bis zu 20% Preissteigerung für Immobilien aus dem Sekundärmarkt zu verzeichnen. Für alle Kaufinteressierten ist die erleichterte Kreditfinanzierung wichtig zu erwähnen, da es hier zu einer Entspannung kommen wird. Doch ortet ÖVI-Vizepräsidentin Funk mittlerweile eine Zurückhaltung der Käufer: „Zurückgegangen ist die Bereitschaft, sich für den Eigenbedarf stark zu verschulden.“ Als deutliche Verlierer werden Gewerbeobjekte, Büroflächen und vor allem Wochenendhäuser gesehen, die ein deutliches Minus im Preistrend und in der Nachfrage verzeichnen werden. Dies zeigt, dass trotz der guten Zeichen für Wohnimmobilien der Markt der Gewerbeimmobilien noch ein wenig hinterherhinkt.

Wertsteigerung bei Eigenheimen

Eigenheime, speziell Einfamilienhäuser, sind wieder im Kommen, denn die Nachfrage ist in diesem Bereich definitiv im Steigen. „Zusammen mit einer geringen Angebotserweiterung soll dies demzufolge zu einem Wertanstieg führen“, so Anton Nenning. Die Erwartungen für 2011 lauten: klare, massive und nachhaltige Verbesserung in allen Bereichen. „Die Wirtschaft wächst und die Stimmung am Markt ist gut. Generell liegt ein gutes Jahr vor uns“, verkündet Alois Reikersdorfer. Das Zukunftsvertrauen ist also da und wir können gespannt ins neue Jahr schauen.

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Über den Autor

wsenk

Walter Senk

Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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