Post

Neuer Trend – Wohnen im und am Wasser

Direkt am Ufer, mit Blick über den See oder auch schwimmend auf einem See – Immobilien am Wasser liegen weltweit im Trend. Dabei steht, wenn es um Top-Objekte geht, immer die Lage an allererster Stelle.

Wollen Sie im Wasser wohnen? In Dubai ist alles möglich. Dort wird gerade ein antriebsloses schwimmendes Hausboot von einem Österreicher geplant. Josef Kleindienst hat das drei Stockwerke hohe Gebäude entworfen, wobei ein Geschoß unter Wasser liegt. Dazu ist ein artifizielles Korallenriff mit Seepferdchenzucht als Unterwasser-Garten geplant. 42 „Floating Seahorses“ sind in Auftrag. Für 1,5 Millionen Euro kann das Hausboot in jedem Gewässer ankern. Die erste Serie ist bereits ausverkauft, ist jedenfalls auf der Website zu lesen. Und das, obwohl die Preise für Villen und Wohnungen in Dubai derzeit leicht sinken, so der Dubai Real Estate Market Overview von JLL Mena.

Lage, Lage, Lage

Dubai ist natürlich weit von der österreichischen Sommerfrische entfernt. Im Salzkammergut zählen Attersee, Mondsee und Traunsee zu den am meisten gefragten Evergreens. Hier ist aber vor allem die Lage des begehrten Objektes wichtig. Direkt am Ufer mit Blick über den See oder auch schwimmend auf dem See.

Aber nicht nur im Salzkammergut, sondern in ganz Österreich ist die Nachfrage nach Liegenschaften und Wohnungen am See weiter steigend– es gibt allerdings zu wenige, da sie rein geografisch nicht vermehrt werden können. Die Preise bleiben daher stabil oder ziehen in einigen Gegenden auch an. Ein konkretes Preisniveau zu nennen ist allerdings schwierig, da die Objekte zu unterschiedlich sind. Am besten wirft man einen Blick auf die Immobilienangebote im Internet in der ausgewählten Destination.

Nichts ist jedenfalls so entspannend wie das Leben am Wasser. Das ist übrigens das ganze Jahr über so– nicht nur im Sommer. In erster Linie denkt jeder an die heiße Jahreszeit, aber auch wenn es kalt ist, ist es schön, am Wasser zu leben.

Nachhaltig wohnen

Ein berühmtes österreichisches Beispiel ist L.I.S.I.– das Gewinnerhaus des Solar Decathlon 2013– eine Entwicklung aus dem universitären Umfeld. Um auf dem Wasser wohnen zu können, bedarf es einer entsprechenden Konstruktion: Dazu entwickelte Marinearchitekt Paul Schöpf einen aus mehreren Teilen bestehenden Schwimmkörper aus Holz, auf dem gebaut werden kann. Die Wasserbewegungen werden durch die Unterkonstruktion so abgefangen, dass die maximale Bewegung bei 30 Zentimetern liegt.

L.I.S.I wird in der „Blauen Lagune“ in Wien-Vösendorf schwimmend auf dem See spektakulär präsentiert. „Exzellente Architektur ist nachhaltig. Exzellente Technologie unterstützt sie optimal. Auf Basis integralen Entwerfens und Planens sowie in der Verbindung von Architektur und Engineering entstehen Häuser, die zukunftsweisend, umweltfreundlich und angenehm zu bewohnen sind“, erläutert Prof. Karin Stieldorf, TU-Wien. Sie leitete das Solar Decathlon „Team Austria“, von dem L.I.S.I geplant, entwickelt und gebaut wurde.

Als Lizenznehmer produziert der Holzbau-Spezialist Weissenseer das preisgekrönte Haus und verkauft es am Standort Blaue Lagune im Süden von Wien: Ein schlüsselfertiges L.I.S.I-Haus ist in der Grundausstattung ab 250.000 Euro erhältlich.

Am Hafen Neusiedl

Das Meer der Wiener erhält eine neue Attraktion. Im Herbst 2016 erfolgt der Spatenstich für ein Projekt neben dem Seebad in Neusiedl am See, das aus 68 Zimmern und 23 Seehäusern besteht. Deren Lage ist einzigartig, befinden sie sich doch direkt am offenen See, außerhalb des Schilfgürtels, mit direktem Seezugang. Alle haben einen Bootsanlegeplatz und Badesteg direkt vor dem Wohnzimmer. Die Ausrichtung der Seehäuser ist entweder südöstlich– „Hafenstimmung“– oder südwestlich– „Naturoase“– entlang des privaten Piers. Die Seehäuser mit Flächen von 112 bis 190 m2 sind mit Grund und Boden im Eigentum erwerbbar.

Wien und Wohnen am Wasser– eine schwierige Geschichte

Architekten in den Niederlanden tüfteln bereits an riesigen, eher flachen schwimmenden Gebäuden mit neuester Technik. In Wien allerdings ist der Trend, am Wasser zu wohnen, mit dem Trend, nach oben zu bauen, verbunden. Viele der aktuell geplanten oder schon in Bau befindlichen Projekte sind Türme und liegen an der Donau oder am Donaukanal. Es gibt eine Reihe von spannenden neuen Bauprojekten, die heuer oder in den nächsten zwei Jahren bezugsfertig sind. Hier eine kleine, aber feine Auswahl.

An der Neuen Donau

Die Danube Flats, ein Projekt der S+B Gruppe und der Soravia Group, fallen vor allem durch ihre Fassadenbegrünung auf. Jede Geschoßebene wird von einem durchgehenden Terrassenkonzept umschlossen. In Zusammenarbeit mit der BOKU Wien wurden Pflanzen ausgewählt, unter Berücksichtigung von Standortbedingungen wie Windsituation, Exposition, Temperatur und vielem mehr entwickelt und bereits über ein Jahr vor Ort getestet.

Im Zweiten Bezirk, die Donau flussabwärts

Wenn man im Zweiten Wiener Gemeindebezirk die Donau flussabwärts fährt, kommt man zum Bauareal des Marina-Towers. Der Marina-Tower hat eine lange Projekt-Geschichte und scheint jetzt Realität zu werden. Der Handelskai und die Bahngleise der ÖBB werden mit dem sogenannten Marina-Deck überplattet und mit Grünflächen und der Donau verbunden. Bürgermeister Michael Häupl lässt dazu auf der wien.gv-Website verlauten: „Mit diesem hochwertigen Immobilienprojekt entsteht dringend benötigter Wohn- und Freizeitraum. Es zeigt auch, dass der Mix aus gefördertem und privat finanziertem Wohnbau in Wien funktioniert. Darüber hinaus wird die Gegend um den Handelskai weiter aufgewertet.“

Neues Wohnhaus an der Alten Donau

Das Projekt Wagramerstraße 50 der CP Immobilien AG, direkt an der Straße in der Nähe der Segelschule Hofbauer, aber auch an der Fußgängerzone Alte Donau gelegen, entpuppt sich als auffalliende architektonische Leistung. Die Fertigstellung ist für Ende 2016 geplant, laut Webseite sind nur noch fünf Einheiten verfügbar.

Last, but not least– Am Donaukanal

Triiiple, das sind drei spektakuläre begrünte Wohntürme mit 500 Wohnungen am Donaukanal. In Erdberg wird das alte Zollamt bis Oktober 2016 für den Neubau der drei gleich großen Wohntürme abgerissen. Die Projektgesellschaft Ehemaliges Zollamt, bestehend aus ARE DEVELOPMENT Soravia Group, schließt dadurch das städtische Umfeld zwischen Erdberg und Prater. Durch eine Überplattung der A4 wird Grünraum geschaffen, der über die Donau Richtung Prater weist.

  • bewerten
  • Sags weiter:

Über den Autor

wsenk

Walter Senk

Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*

*