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Mieterpass – der erste Schritt

Ein Mieterpass ist in einigen Ländern Europas bereits zum Standard geworden. Will man in Deutschland eine Wohnung mieten, wird man nahezu ausnahmslos nach einem positiven Mieterzeugnis gefragt. Auch in Österreich gibt es diesbezüglich erste Initiativen und die Idee des Mieterpasses beginnt langsam Form anzunehmen.

Zu allen Zeiten ist für Immobilienbesitzer die Vertragstreue der Mieter wesentlich, vor allem pünktlich gezahlte Mieten sind überlebenswichtig. Es gibt leider immer wieder Personen, sogenannte Mietnomaden, die den Immobilienbesitzer sehr viel Geld kosten. In Österreich ist dieses Phänomen noch weniger bekannt, aber in Deutschland ist das durchaus schon ein Thema. Nicht nur, dass von Anfang an so gut wie keine Miete bezahlt wird, auch die Wohnungen werden meist völlig zerstört zurückgelassen. Dies bedeutet enorme Kosten für entgangene Mieten, Reparaturen oder Gerichtsverfahren– in schlimmen Fällen vergleichbar etwa mit Mieteinnahmen für fünf Jahre.

Bestätigung der Zahlung

Aus diesem Grund haben sich etliche größere und kleinere Immobilienbesitzer in Zusammenarbeit mit der Rustler Gruppe Gedanken gemacht, wie man ordentliche und pflichtbewusste Mieter belohnen bzw. unterstützen kann. Martin Troger, Geschäftsführer der Hausverwaltung Rustler: „Die Idee ist, ordentlichen Mietern einen positiven ,Mieterpass‘ auszustellen. Der Mieterpass ist vergleichbar mit einem Arbeitszeugnis. In der Berufswelt ist das ein ganz alltäglicher Vorgang, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein Zeugnis ausstellt. Dieser Mieterpass kann, analog zum Arbeitszeugnis, für die zukünftige Wohnungssuche dem Vermieter vorgelegt werden.“ Es wird von einigen Eigentümern bereits laut darüber nachgedacht, Mietinteressenten, die einen positiven Mieterpass besitzen, als Vertragspartner bei Vermietungen zu bevorzugen und auch bei der Kautionshöhe entgegenzukommen. „Das heißt, wir wollen nicht die Schwarzen Schafe ausfindig machen, was naturgemäß sehr schwierig ist“, erklärt Troger, sondern die korrekten Mieter belohnen. Einziges Kriterium für Mieter, um einen Brief in dieser Form zu bekommen, ist die pünktlich bezahlte Miete und für diejenigen, die schon einmal den Wohnsitz gewechselt haben, eine ordentlich hinterlassene Wohnung. Troger: „Wenn sich der Mieterpass in Österreich, so wie bereits in einigen andern Ländern geschehen, durchsetzt, bringt das erhebliche Vorteile für Mieter und Vermieter.“

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Über den Autor

wsenk

Walter Senk

Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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