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Mehr als eine Immobilie

Zahlreiche Ausländer kaufen in Wien Wohnimmobilien. Und so zahlreich die Käufer sind, so vielfältig sind auch ihre Argumente, warum sie dies tun. Allerdings sticht ein Argument ganz besonders hervor.

Wien ist anders. Das muss man zugeben. Die Stadt gehört zu den am meisten besuchten Großstädten in Europa und gilt als beliebtes Urlaubsziel. Nicht nur zu Silvester oder zur Weihnachtszeit– Wien hat faktisch das ganze Jahr über Saison. Über 9,1 Millionen Übernachtungen wurden letztes Jahr gezählt, wobei auch eine weltweite Wirtschaftskrise dem Interesse an der Stadt keinen Abbruch tut. Die Kombination in Wien von Charme und Charisma, Kunst, Kultur und Architektur mit einer starken Wirtschaft und hoher Sicherheit locken regelmäßig zahlreiche Gäste in die Stadt. Sie fahren allerdings irgendwann wieder ab. Nicht alle. Einige kaufen in Wien auch eine Immobilie und das hat zahlreiche Gründe. Speziell aus den CEE/SEE-Ländern fließt derzeit viel Kapital in österreichische Immobilien und steht für einen stattlichen Teil der Nachfrage im heimischen Markt.

Die Nummer eins der Welt

Egal, ob Wohnung, Dachgeschoß oder Zinshaus, letztendlich kaufen die gut betuchten Interessenten aus aller Welt mit einer Immobilie in Wien mehr als „nur“ eine Immobilie: Sie erstehen damit auch ein Stück Lebensqualität. Dieses Asset, für das Wien berühmt ist, wird praktisch jährlich aufs Neue bestätigt. Österreichs Bundeshauptstadt belegt im weltweiten Ranking von 200 Städten nach deren Lebensqualität (Mercer’s World-wide Quality of Living Survey) seit vielen Jahren konstant einen Platz unter den Top 3. Zuletzt war sie die Nummer eins. Was für Menschen in Wien selbstverständlich ist, übt auf Menschen aus anderen Ländern eine gehörige Anziehungskraft aus. Was dem Wiener oft gar nicht bewusst ist, sind Faktoren, die von anderen Nationalitäten sehr wohl geschätzt werden. Dazu zählen die politische Neutralität und Stabilität, eine intakte Wirtschaft mit guten internationalen Beziehungen, ein stabiler Finanzsektor und der diskrete Umgang mit den Kapitaleinlagen. Ergänzt werden diese positiven Aspekte durch Soft Facts wie kulturelle Möglichkeiten, saubere Umwelt und das Flair der Stadt mit ihrer Mischung aus Tradition und Moderne.

Die Kriminalitätsrate in Wien

Daraus entsteht das wichtigste Kaufargument: Sicherheit in Kombination mit der Lebensqualität stellt bei den Immobilienkäufern eine ganz wichtige Motivation dar. Auch wenn manche Medien die Kriminalitätsrate in Wien gerne hochspielen, so muss man einen Aspekt wie diesen auch immer aus einer gewissen Distanz betrachten: Für viele europäische Hauptstädte gelten ganz andere Gesetze– im wahrsten Sinne des Wortes. „Wien ist ein von der Kriminalität verschonter Platz“, so die Einschätzung der Klienten aus den osteuropäischen Nachbarstaaten. Wenn vermögende Menschen durch die Stadt flanieren wollen, brauchen sie keine Bodyguards. Und auch die Familie kann ohne große Sicherheitsvorkehrungen in der Bundeshauptstadt leben. Die Kinder können problemlos und ohne Schutz eine Schule besuchen und auch wer spätabends unterwegs ist, muss sich keine allzu großen Sorgen machen.

Wohnen und Arbeiten

Außerdem ist Wien übersichtlich. Mit seinen 1,6 Millionen Einwohnern ist sie zwar die größte Stadt Österreichs, aber unter Europas Metropolen nimmt sie damit keinen Spitzenplatz ein. Dafür ist man selbst außerhalb des Zentrums mit der U-Bahn hervorragend und schnell angebunden– in London sieht das ganz anders aus. Es dauert dort stundenlang, um von einem Eck ins andere zu fahren, und Wohnen in der Stadt ist für den Normalverdiener nicht mehr leistbar. Londons Bevölkerung muss eine vernünftige Relation herstellen zwischen leistbarem Wohnraum und Entfernung zum Arbeitsplatz. Das heißt: Wo kann ich mir Wohnen am Rande der Stadt leisten und wie lange brauche ich dann zur Arbeit beziehungsweise wie viele Stunden Anfahrtszeit bin ich bereit auf mich zu nehmen? Und auch zahlreiche Vororte laden in Englands Hauptstadt– ebenso wie in Paris– nicht zum Verweilen ein. Zu groß sind die sozialen Spannungen und durch die Krise haben sie sich noch verstärkt. Der soziale Wohnbau in Wien hat wesentlich zu einem spannungsfreien Miteinander in der Stadt beigetragen.

Moderate Preise für Metropolen

Zugegeben, die Preise, in denen sich manche Dachgeschoße in Wien bewegen, sind enorm hoch, haben aber noch nicht die Fabelpreise von Paris, London oder München erreicht. Auch wenn die Preise im Top-Segment langsam tatsächlich europäisches Spitzenniveau erreichen, sind sie immer noch für zahlreiche Investoren ein relativ günstiges Angebot. Abgesehen von der City, in der auch schon einmal 20.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gezahlt werden, haben sich die Preise zwar nach oben entwickelt, aber sie taten es kontinuierlich. Das hat im Übrigen auch mit der Wirtschaftslage zu tun, da viele Privatpersonen ihr Geld von der Bank lieber aufs Grundbuch transferieren und damit die Nachfrage nach Wohnraum gestiegen ist. Durch das kontinuierliche Wachstum gilt Wien auch als sicherer Investmentstandort. Sowohl im Wohn- als auch im Gewerbebereich. Die Renditen sind für Investoren nicht so hoch und in Boomzeiten gilt die Stadt als etwas „fad“, aber dafür hält sie in stürmischen Zeiten ihr Niveau. Eine Seltenheit auf den europäischen Märkten, wo die Preise während der Krise teilweise um 50 bis 60% eingebrochen sind. Es sind also viele positive Faktoren, welche die internationalen Klienten nach Wien ziehen. Das Beste daran ist aber, dass auch jeder Österreicher, jeder Wiener, der hier Eigentum hat, damit eine sichere Investition sein Eigen nennen kann.

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Über den Autor

wsenk

Walter Senk

Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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