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Faktor Wohnumfeld

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Kaufpreis und Nebenkosten:Beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses genügt es nicht nur, die Architektur und die Ausstattung zu besichtigen, denn Sie wollen zum nächsten Supermarkt, zum Arzt, zur Apotheke oder Post nicht immer lange Fahrten auf sich nehmen – außer Sie haben Ambitionen zum Einsiedler. Fragen Sie sich also zuerst, was Sie oft benötigen und stimmen Sie die Umgebung Ihrer neuen Wohnung/Ihres neuen Hauses darauf ab.

Falls Sie Kinder haben, sollten Sie darauf achten, dass Kindergarten, Hort und Schulen in der Nähe und wenn möglich auch zu Fuß leicht erreichbar sind, oder das gute öffentliche Verbindungen keine gefährlichen Wege für die Kinder mit sich bringen.

Stichwort Öffis: Wie wichtig sind Ihnen öffentliche Verkehrsmittel? Fahren Sie viel mit dem Auto? Wie weit ist die nächste Busstation entfernt? Wie lange fährt der Bus am Abend? Gibt es einen Nachtbus in Ihrem Stadtteil? Lieben Sie Ruhe über alles und nehmen Sie dafür auch lange Fahrtwege in Kauf? Wie lange brauchen Sie von Ihrem neuen Immobilie bis zur Arbeit oder zum Ausbildungsplatz? Hat Ihre Frau auch ein eigenes Fahrzeug? Oder sind Sie der „Chauffeur“ für die gesamte Familie?

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Sind Supermarkt, Apotheke, Arzt, Krankenhaus, Post, Putzerei, Schule, Kindergarten in unmittelbarer Nähe auch zu Fuß erreichbar? Gibt es in der Nähe auch Erholungsflächen, Tennisplätze, Schwimmbad, Kulturzentren, Restaurants oder Kaffeehäuser?

Neu gebaute Wohnanlagen sind oft wie ein kleines Dorf in der Stadt und bieten alles, was man so für den täglichen Bedarf braucht. Lassen Sie sich schon vor dem Kauf die Planunterlagen für die Anlage zeigen, um zu wissen, ob Supermarkt, Drogerie, Apotheke etc. vorgesehen sind.

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Bedenken Sie, dass bei den zukünftigen Wohnkosten auch die Fahrtkosten zur Arbeit oder zu den Freizeitbeschäftigungen mit einberechnet werden müssen, und dass bei mehreren Familienmitgliedern und langen Fahrtwegen diese Wegkosten beachtlich hoch ausfallen können.

Denken Sie auch an Ihre Freizeitgewohnheiten! Sind Sie ein typischer Stadtmensch, der sich gerne mit FreundInnen in Kaffeehäusern trifft, am Naschmarkt frisches Gemüse einkauft, abends ins Theater oder in Bars geht? Gehen Sie gerne täglich schwimmen, joggen oder ins Fitness-Gym? Falls Sie Kinder haben, ist auch die tägliche Naherholung wichtig. Wie weit ist es zum nächsten Spielplatz, zur Sportanlage oder zu Parks?

Falls es Sie in eine „Grünruhelage“ zieht, bedenken Sie, dass die Stadt wächst. Der derzeitige Stadtrand wird in 10 Jahren vielleicht schon dicht verbautes Gebiet sein, und gerade hier sollte man darauf achten, ob ihr Traumgrundstück nicht in der Nähe von Gewerbe- oder Industriegrundstücken liegt, und es in Zukunft womöglich aus einem naheliegenden Schlot täglich stinkt. Neu besiedelte Gebiete benötigen auch Zufahrtsstraßen und eine entsprechende Erschließung. Erkundigen Sie sich bei Gemeindeämtern über Bebauungspläne und Widmungspläne der umliegenden Grundstücke, um zu vermeiden, dass Sie eines Tages auf eine Schnellstraße oder eine neu gebaute S-Bahn-Linie schauen.?Neue Stadtteile brauchen auch Vergnügungsbetriebe, wie z. B. Kinos, Diskotheken oder Shopping-Centers, die ein enormes Verkehrsaufkommen mit sich bringen. Vor allem in der Nacht kann dieses Publikum, vom Alkohol animiert, ziemlichen Lärm verursachen.

Besichtigen Sie bei jedem Wohnungs-/Hauskauf auch die Umgebung zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten, auch am Wochenende. Tagsüber kann man oft nicht abschätzen, welchen Lärm diverse Fabriken oder Nachtlokale in der Umgebung am Abend wirklich verursachen. Auch ist der Fluglärm in einer Einflugschneise am Wochenende durch die vielen Charterflüge wesentlich lauter als unter der Woche.

Auch wenn Ihnen der Verkäufer erklärt, dass die an das neue Haus angrenzende Liegenschaft nicht verbaut, sondern in einen Park umgewandelt wird, lohnt sich ein Blick in die Bebauungsbestimmungen. Möglicherweise ist auf diesem Grundstück schon eine Parkgarage geplant und dadurch wird die Grünruhelage sehr schnell zur „Lärm-Gestank-Lage“.

Der Mensch braucht Licht und Sonne zum Leben wie jede Pflanze. Bedenken Sie, dass die Sonneneinstrahlung im Winter wesentlich flacher ist und die Sonnenaufgangs- und–untergangspunkte auch näher aneinander liegen. Im Winter könnte das vor Ihrer Wohnung stehende, hohe Gebäude einen so großen Schatten werfen, dass Ihre Wohnung möglicherweise überhaupt kein Licht mehr bekommt. Wer will schon eine Dachterrasse, die ¾ des Jahres im Schatten liegt? Das völlige Fehlen jeder Sonneneinstrahlung während mehrerer Wochen im Winter ist ein erheblicher Nachteil einer Liegenschaft. Achten Sie in diesem Zusammenhang auch auf Moos und Schimmel an bestehenden Gebäudeteilen oder Bäumen. Diese geben einen guten Aufschluss über hohe Luftfeuchtigkeit im Winter.

Bei der Besichtigung einer Wohnung empfiehlt es sich, einen kleinen Kompass mitzunehmen. Dadurch können Sie die genaue Himmelsrichtung und Ausrichtung der Wohnung feststellen. Wenn Sie ein Morgenmensch sind und gerne im Licht des Sonnenaufgangs frühstücken, so wird Ihnen eine ostseitige Wohnung zusagen. Viele Menschen gehen aber morgens zur Arbeit und verbringen ihre Freizeit am späten Nachmittag in der Wohnung und bevorzugen daher eine Südwest-Lage. In diesen Wohnungen werden Sie vor allem im Sommer sehr lange Sonnenschein und Licht haben. Vorsicht ist geboten, wenn Ihnen der Verkäufer bei der Besichtigung am helllichten Tag in einigen Räumen das Licht aufdreht. Hier können Sie davon ausgehen, dass diese Räume im Winter mit Sicherheit besonders dunkel sind. Nordseitige Wohnungen werden vielleicht von Malern geschätzt, weil dadurch immer ein gleichmäßiges Licht auf die Bilder fällt. Das ständige Fehlen der Sonne wird sich hier mittelfristig aber sicher negativ auf Ihre Gefühlslage auswirken. ?Auch eine reine Südlage hat ihre Tücken: Achten Sie hier darauf, dass die Fenster einen entsprechenden Sonnenschutz aufweisen. Vor allem bei Dachschrägenfenstern sollte dieser Sonnenschutz unbedingt an der Außenseite liegen, damit dieser Raum im Sommer auch noch ohne Klimaanlage bewohnbar bleibt.

Nachbarn: Bevorzugen Sie eine Umgebung mit älteren Personen, wo es tagsüber möglichst ruhig ist, oder lieber Familien mit Kindern in der Nachbarschaft?

Als Pflichtlektüre sollten Sie den Bebauungsplan genau studieren. Diesen können Sie beim zuständigen Gemeindeamt erfragen. Dort erfahren Sie auch, ob Betriebsansiedlungen oder neue Straßen in der näheren Umgebung geplant sind.

Wie lärm- oder geruchsempfindlich sind Sie? Welche Vorteile hat eine Wohnung in einem Nobelbezirk, wenn Sie leider direkt an einer stark befahrenen Straße oder in der Einflugschneise des Flughafens liegt? Wie empfindlich sind Sie auf die Gerüche eines landwirtschaftlichen Betriebs in der Nähe oder den Lärm einer Fabrik in der unmittelbaren Nachbarschaft? Achten Sie auf Altglassammelstellen in der Nähe: Einige Stadtbewohner haben die Angewohnheit ihr Altglas morgens um 3 Uhr früh unter größtem Lärm in den Glascontainer zu werfen. Achtung bei Supermärkten in der Nähe: Es ist üblich, dass Supermärkte in der Nacht beliefert werden und dabei ein erheblicher Lärm durch das Ein- und Ausladen der Paletten vom LKW entsteht.

Aufschließungskosten: Prüfen Sie, ob das Grundstück bereits zur Gänze aufgeschlossen ist. Dazu gehören Straßenzufahrt, Wasserversorgung (Wasserleitung oder vorhandener Hausbrunnen), Kanal oder Senkgrube, Stromversorgung, eventuell auch Gasversorgung, Festnetzanschluss, Breitbandinternet… Falls es noch keinen Kanalanschluss gibt, erkundigen Sie sich bei der Gemeinde, wann damit frühestens zu rechnen ist. Dafür können gesondert noch Kosten anfallen. Dasselbe gilt für einen noch nicht vorhandenen Gehsteig und sonstige Erschließungskosten für das Grundstück. Entsprechende Auskünfte erhalten Sie bei der Gemeinde. Achten Sie auch auf die Bodenbeschaffenheit. Die Bodenbeschaffenheit eines Grundstücks beeinflusst in Zukunft auch das Gebäude. Bei stark lehmhaltigen Böden oder hohem Grundwasserspiegel ist die Wahrscheinlichkeit von aufsteigender Grundfeuchtigkeit größer als bei Schotterböden.

Die Auswirkung von Erdstrahlen ist zwar ein „umstrittenes“ Gebiet, dennoch „fühlen“ viele Menschen die Auswirkungen von Erdstrahlen, Wasseradern oder Stromfeldern an bestimmten Orten. Falls Sie dafür empfindlich sind, empfiehlt sich die Untersuchung eines neuen Grundstücks mit einem Wünschelrutengänger (Radiästhet). Sind Handymasten in der Gegend? Wenn sich bereits einige Handymasten in der Nähe befinden, kann davon ausgegangen werden, dass Ihr Haus hoffentlich davon verschont wird.

Beurteilung des Bezirks: Bei der Beurteilung des Bezirks stellt sich auch immer die Frage nach den Tendenzen der Stadtentwicklung. Welchen Wiederverkaufswert hat eine Wohnung in einem Bezirk jetzt und in der Zukunft? Steigt oder fällt der Bezirk? Wird dort eine U-Bahn gebaut, eine Fußgängerzone errichtet, werden Hochhäuser oder Fabriken geplant? Infos gibt es beim Magistrat.

Parkplatzsituation: Mit der schönen Wohnung in der Innenstadt ist es oft nicht getan. Es gibt doch einen Begleiter in Ihrem Leben, der auch untergebracht werden will: Ihr Auto! Gibt es in der Nähe eine Tiefgarage oder Parkhäuser? Benötigt man für den Bezirk ein Parkpickerl und wie wahrscheinlich ist es wirklich am Abend einen Parkplatz zu ergattern?

Hellhörige Wohnung: Wie hellhörig ist Ihre Wohnung? Z. B. 70er-Jahre Plattenbauten zeigen eine starke Lärmbelastung durch Körperschall: Oft hört man das Einlassen einer Badewanne noch 3 Stockwerke darüber, ebenso wie das Klavierspiel im Nebengeschoß. Besuchen Sie derartige Wohnungen unbedingt am Abend in Ruhe und am Wochenende.

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