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Expo Real 2016: Rückblick und Trends

Expo Real 2016: Rückblick und Trends

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Die unabhängige Immobilien-Redaktion liefert mit 44 Befragten wieder ein Stimmungsbild von der Expo Real in München. Wir haben diesmal die Interviewten nicht alphabetisch, sondern chronologisch gereiht – nach dem Zeitpunkt der Aussage. Zum Schluss gibt es wieder eine Zusammenfassung der wichtigsten Trends. Der Grundtenor der Messe gleich hier: Kaufe Immobilie – zahle (fast) alles.

Herbert Logar, ÖBB Immobilien

Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten auf der Expo sind die Investoren in Deutschland und unser Logistikprojekt in Wörth, wo es bereits konkrete Verwertungsgespräche gibt. Bei den Investorengesprächen geht es um den Nordwestbahnhof. Unsere Kunden sind nicht nur Bauträger, sondern auch Endinvestoren, und die Frage ist, wie man diese in die Verhandlungen einbinden kann, wenn man Grundstücke veräußert.

Richard Buxbaum, Otto Immobilien

Gute Stimmung und lauter zuversichtliche Gesichter, die für eine ereignisreiche Herbststimmung sorgen könnten. Es gibt in den letzten Wochen wieder verstärkt Anfragen im hochpreisigen Wohnsegment aus verschiedensten Ländern. Wir gehen davon aus, dass die Anteile am Hochpreissegment deutlich zulegen werden.

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Viele neue österreichische Teilnehmer, woran man erkennt, dass es den Unternehmen immer wichtiger wird, sich international zu orientieren und zu positionieren. Aus der Schweiz und aus Deutschland tendieren die Anleger Richtung Wien und die Wiener nach Kanada. Deshalb ist die internationale Vernetzung wichtig.

Silvia Wustinger-Renezeder, 6B47 Wohnbauträger

Ich habe mir eine Diskussion über neue Gebäudestrukturen in einer sich wandelnden Gesellschaft angehört. Ich finde es äußerst interessant, dass Planungsverantwortliche aus München, Paris und New York von neuen Gebäudetypen sprechen– und diese auch für ihre Stadt von den Bauträgern verlangen– die Wohnen und Arbeiten vermischen können, bei denen unterschiedliche Größen möglich sind und flexibel gehalten werden. Alle diese Komponenten haben wir bereits in aktuelle Wohnprojekte eingeplant.

Karl Bier, Consulting

Wir haben derzeit ein sehr günstiges Umfeld in Bezug auf Immobilien. Durch die Niedrigzinsen und durch die permanenten Krisen, die verunsichern, hat alles einen Touch bekommen, dass man sich immer mehr überlegt, weg von der Bank zu gehen, und hin zu Immobilien. Der Trend wird sich fortsetzen. Speziell in Deutschland und Österreich und auch Richtung Polen ist eine gute Nachfrage da.

Franz Hogl, Hogl Hubmaier real estate and finance consulting GmbH

Ich habe das Gefühl, es sind viel mehr Leute als im vergangenen Jahr– es ist gleich am ersten Tag richtig losgegangen, und auch ich habe auf den ersten Tag umdisponiert. Ich war faktisch die ganze Zeit auf dem Stand „Europa Mitte“ und habe hier alle meine Termine erledigt. Die Leute sind gut drauf.

Manfred Völker, Siemens Gebäudemanagement -Services

Die Messe ist ein Hot Spot, und du triffst alle aus der Branche, allein das ist es Wert herzukommen. Ich habe gute Gespräche geführt, und es gab schon Zeiten, das ist man sich komisch im Weg gestanden– das empfinde ich heuer nicht so.

Andreas Millonig, Imabis

Es ist eine B2B-Messe mit Entscheidungsträgern, und das unterscheidet die Expo von anderen Messen. Für mich ist besonders erfreulich, dass wir neue Kunden gewinnen konnten und direkt vor Ort Folgetermine vereinbart haben.

Karl Derfler, ADEQAT

Die Stimmung ist super, das ganze internationale Netzwerk ist da, und die Arbeit ist hocheffizient, weil ich alle Gesprächspartner vor Ort habe. Die Investmentvertreter findet man nirgendwo so geballt.

Ronald Mischek, Mischek ZT

Es ist heuer eher eine Mitteleuropa-Messe. Man hat zwar die CEE- Hauptstädte und auch die einzelnen Länder, aber die unterschiedlichen und kleineren CEE/SEE-Regionen fehlen.

Gerhard Schuster, Wien 3420 AG

Sehr substanzielle Gespräche, die sehr konkret waren, sowohl im Vorfeld vorbereitete, als auch solche, die zufällig entstanden sind. Gewerbeprojekte waren beherrschendes Thema, und das war in dieser Ausprägung im letzten Jahr nicht der Fall. Der Stand Europa Mitte bildet die gesamte Bandbreite der heimischen Immobilienwirtschaft ab. Man kann gar nicht oft genug sagen, wie gut der Platz ist.

Erich Benischek, Blaue Lagune

Es ist ein extremer Überhang der Regionenpräsentationen. Ich verstehe das natürlich von Seiten der Messebetreiber, denn in den Regionen ist Geld vorhanden, und damit ist das eine gute Auslastung für die Messe. Durch die Regionen gehen aber die anderen Immobiliensparten wie Makler oder Bauträger unter– und damit die Individualität der Messe. Es sollte eine gewisse Ausgewogenheit geboten werden, aber das ist eben eine finanzielle Frage.

Stephan Barasits, WSE– Wiener Standortentwicklung GmbH

Viele Leute haben großes Interesse, und wir führen kompetente Gespräche– vor allem Veranlagung ist ein Thema. Es wird nachgefragt, in welche Immobilien man investieren kann, und an welchen Plätzen– speziell in Wien. Diese Nachfrage freut uns, dass wir ein großes Angebot haben und kommendes Jahr mit zwei weiteren Projekten, der Eichenstraße und Oberlaa, auf den Markt gehen.

Alfons Metzger, MRG– Metzger Realitäten Gruppe

Die Stimmung ist sehr gut. Ich führe sehr konzentrierte Gespräche, und Immobilien sind nach wie vor mehr als ein zentrales Thema.

Peter Oberlechner, Wolf Theiss Rechtsanwälte

Man sieht, dass auf Grund der politischen und makroökonomischen Situation das Thema Immobilieninvestitionen in Mitteleuropa einfach noch attraktiver geworden ist. Auch der Brexit trägt weiter dazu bei. Der Fokus richtet sich mittlerweile auch auf die Secondary Cities und auf B- und C- Lagen. Bevor man in politisch und wirtschaftlich instabile Regionen investiert, mit High Risk und Prime Yields, wendet man das Augenmerk den sicheren Assetts zu.

Es zeigt sich auch, dass auf Grund der massiven Auswirkungen von Onlinehandel die Retail-Investitionen als Assetklasse oberster Kategorie etwas wackeln. Daher ist Logistik jetzt der Zug der Zeit– die Anlageklasse hat ein absolutes Revival.

Georg Folian, Warimpex Finanz- und Beteiligungs AG

Der Optimismus überwiegt, und es schwirrt viel Geld herum. Deutschland boomt und CEE kommt langsam wieder in den Fokus, weil die Returns höher sind als in Mitteleuropa. Viele Deutsche und Franzosen hoffen auf den Brexit. Zahlreiche Fonds ziehen bereits ihr Geld aus UK ab und transferieren es nach Osteuropa.

Die Bankenfinanzierung wird auf Grund der Risk-Vorsorge der Banken immer komplizierter und umständlicher. Wir erleben die Zeit der Verkäufer, und nicht so sehr die Zeit der Developer. Wenn ich heute ein gutes Produkt habe, gibt es eine Schlange an Investoren, die kaufen würden. Staatsanleihen reifen irgendwann ab, und wo bekommt man dann noch einen Return? Bei Immobilien.

Alexander Ghezzo, Ghezzo GmbH

Die Messe kommt mir ein Stück größer vor als letztes Jahr. Es gibt kaum Zeiten, in denen nicht Full House ist, und wo ein Durchatmen möglich wäre. Ich treffe pausenlos Leute, und die Messe ist die perfekte Möglichkeit, das Netzwerk innerhalb und außerhalb Österreichs zu pflegen, da wir als Veranstalter der GBB– Green Blue Building Conference– auch einige Partner aus Deutschland und der Schweiz haben.

Markus Arnold, Arnold Immobilien

Wir sind das erste Mal hier, und ich habe einen guten Eindruck von der Messe. Wir sind überrascht, wie aktiv die Leute auf uns zugehen, weil sie in Österreich investieren wollen. Interessant finde ich, dass der Gewerbebereich in Ungarn, in diesem Fall Büros, die meiste Nachfrage hat. Jeder hat Interesse an einem Markt, der noch relativ günstig ist.

Auffallend ist, dass Leute kommen und sehen, dass wir aus Österreich sind, und uns bitten, ihnen Angebote zu schicken. Ich war vor der Messe der Meinung, wir müssen aktiv auf die Leute zugehen.

Die Messe hat sich wirklich gelohnt. Sie hat sich auch gelohnt, wenn wir keinen Umsatz machen, da ich hier so viele Leute in so kurzer Zeit treffe.

Viktor Wagner, Reiwag Facility Services GmbH

Es ist unglaublich, wie viel Geld auf dem Markt ist, das veranlagt gehört. Mich fragen sogar Fondsvertreter, ob ich in meinem beruflichen Umfeld Objekte kenne, die man kaufen kann.

Brigitte Fiedler, WISAG

Mir ist aufgefallen, dass die Messe speziell gegenüber den letzten Jahren von Anfang an gut besucht ist. Es ist den ganzen Tag gleich viel Bewegung und flaut nicht ab. Ich habe sehr viele Gespräche geführt und viele neue Leute kennengelernt, und wenn ich mit jemandem gesprochen habe, dann habe ich aus dem Augenwinkel gesehen, da wäre schon der nächste interessante Gesprächspartner.

Ich möchte auch unbedingt noch sagen, dass ich mich auf dem Stand „Europa Mitte“ wie jedes Jahr extrem gut betreut fühle, er ist von den Veranstaltern bestens organisiert. Eine tolle Sache.

Anton Bondi, Bondi Consult

Es ist wieder der Bär los, und ich habe das Gefühl, es soll alles noch schneller und größer und teurer werden– und vor allem schneller verkauft werden. Wobei das, was ich bisher an Gesprächen geführt habe, waren durchaus realistische Themen. Derzeit können viel mehr Projekte umgesetzt werden als früher– Hauptsache, es ist ein halbwegs gescheites Projekt. Die Renditen sind fast nebensächlich geworden.

Herwig Teufelsdorfer, BUWOG AG

Die Messe ist intensiv und zeitsparend. Intensiv jetzt, da es von 9.00 bis 18.00 Uhr durchgeht, und zeitsparend, da man im Endeffekt die Termine von zwei Wochen in zwei Tagen machen kann. Die Palette reicht von Vertragsverhandlungen bis zur Pflege von Geschäftsbeziehungen und neuen Kontakten. Die Gespräche sind sehr konkret, und die potentiellen Käufer überwiegen. Der Grundtenor ist: Kaufe Immobilie– zahle (fast) alles.

Bernhard Ebner, Soravia Group

Unser Ausstellungsobjekt Triiiple kommt sehr gut an, und es ist sehr auffällig. Die Leute bleiben stehen und machen auch ständig Fotos. Es gibt zahlreiche konkrete Anfragen– auch teilweise für einen ganzen Turm. Gut, dass wir drei haben, und ein Bürohaus.

Wolfgang Scheibenpflug, Flughafen Wien AG

Der erste Tag war intensiv und überraschend viel los, am zweiten geht’s ähnlich weiter. Wir sind mit der AirportCity des Flughafens Wien vertreten und promoten den neuen Bauteil Office Park 4.

Die AirportCity ist eine der größten einheitlich gemanagten Büroflächen Österreichs. Die Entwicklung von AirportCities ist ein klarer internationaler Trend, da man Flughäfen als Jobmotoren sieht. Allein am Flughafen Wien gibt es ca. 240 Unternehmen mit insgesamt 20.000 Arbeitsplätzen.

Robert Buchner, ATTACCA Projektmanagement

Das Publikum ist deutlich verjüngt, und es gibt viele junge Menschen, die sich für Immobilien interessieren– die alten Brancheninsider sind aber auch weiterhin da. Was auch auffällig ist: Es gibt deutlich mehr Frauen als früher– die Branche wird weiblicher.

Christian Wagner, Christian Wagner Partner Real Estate GmbH

Ich habe wenig fixe Termine und schaue, was sich so ergibt. Das funktioniert bestens. Ich habe mit einer Reihe von alten CEE/SEE- Kontakten gesprochen und merke, dass sich in meinen ehemaligen Märkten, die ich betreut habe, wie Belgrad und Bukarest, sehr viel tut. Die Österreicher sind ein Stück weit weg in diesen Städten, und es sind nur wenige aktiv, was ich sehr schade finde.

Mein Ziel für die Messe waren fünf konkrete Anknüpfungspunkte, an denen ich in Österreich weiter arbeiten kann, und diese fünf Punkte habe ich bereits nach der Hälfte der Zeit. Es geht um konkrete Projekte, und ich habe nicht das Gefühl, dass der Markt überhitzt ist. Die Leute, mit denen ich rede, sind sehr pragmatisch und erfolgsorientiert. Man will etwas weiterbringen.

Hans-Peter Weiss, ARE– Austrian Real Estate

Ich habe einen sehr positiven Eindruck von der Messe, und es ist eine sehr konstruktive Stimmung und ein gutes Feeling. Es herrscht großes Interesse an Österreich, und wir haben so viel Frequenz wie noch nie auf dem Stand. Besonders interessant für Investitionen sind unsere Produkte wie Triiiple, aber auch Forum Donaustadt. Die Fonds haben viel Geld, und wir können große Projekte anbieten. Vor allem besteht die Bereitschaft der Investoren, in einem sehr frühen Stadium in ein Projekt einzusteigen– man ist bereit, mehr Risiko zu nehmen.

Tudor Popp, REC immpuls

Rumänien ist ein relativ kleiner Markt mit den gleichen lokalen Playern, aber er entwickelt sich. Derzeit herrscht eine gewisse politische Unsicherheit, da wir im Dezember Wahlen haben. Danach wird sich zeigen, was passiert. Attraktiv sind sicherlich die Spitzenrenditen, die sich doch von Warschau und Prag unterscheiden. Bei Büros sind es 7,5%– im Vergleich zu Warschau mit 5,3 oder Prag mit 5.

Daniel Jelitzka, JP Immobilien

Auf Grund der fehlenden Veranlagungsmöglichkeiten und der niedrigen Zinsen sind auch die Renditeerwartungen der Investoren in Kerneuropa gesunken, was für uns als Verkäufer und Developer sehr interessant ist, da wir bessere Preise erzielen können als in den letzten Jahren. Die Tatsache, dass viel Geld am Markt ist, soll die Freude aber nicht ins Uferlose wachsen lassen, denn viel Geld bedeutet auch viel Inflationsdruck, und irgendwann könnte das Pendel auch in die andere Richtung ausschlagen.

Wolfgang Gomernik, Delta Gruppe

Für mich ist es unglaublich zu sehen, dass die deutsche Lokomotive weiterfährt, und das in B- und C-Städte. Polen zeigt sich sehr stark auf der Messe, und es scheint nicht vorbei zu sein, wie viele meinen. Leider ist die Ukraine nicht vertreten.

Refurbishment ist King in den Ballungszentren, und es gibt extrem viel Potential in Wien. Das betrifft sowohl Wohnbau als auch die Umnützung von Gewerbeimmobilien. Aber gute Flächen sind rar. Refurbishment und Verdichtung sind auch wesentliche Themen bei den Vorträgen und Panels hier.

Jörn Brockhuis, Wirtschaftsberatungskanzlei BSJP Polen

Ich finde die Messe hervorragend. Ich führe viele gute Gespräche für neue Ideen und Investmentmöglichkeiten für Projekte in Warschau. Es gibt auch neue Investoren, die kommen möchten– das gilt sehr wohl für Polen, aber auch für andere Zentral- und Osteuropäische Länder.

Gerald Gollenz, Ing. Gerald Gollenz Immobilienmanagement

Die Stimmung ist gut wie immer. Was mich stört, und das muss ich als Branchenvetreter sagen, dass wir zwei Österreich-Stände haben, und Österreich nicht gemeinsam an einem Standort auftritt.

Alexander Neuhuber, Magan Holding

Es ist zu wenig Ware und enorm viel Kapital auf dem Markt. Wer jetzt Ware hat, der hat alle Chancen. Es sind auffällig viele Leute auf der Messe, ich glaube, sogar mehr als sonst, was man am Staufaktor und an der Wartezeit für Taxis merkt.

Martin Weinbrenner, Otto Immobilien

Man konzentriert sich bei der Suche nach wie vor auf Core und Core Plus. Wer nichts findet, sucht in seinem Segment weiter. Ich habe noch nicht wahrgenommen, dass auf andere Produkte ausgewichen wird. Es wird nicht alles gekauft, und es wird nicht opportunistisch angelegt. Sicherheit ist nach wie vor ein entscheidender Faktor.

Gerald Beck, Raiffeisen evolution

Man sollte es nicht für möglich halten, aber es geht nach wie vor aufwärts. Die Angst vor einer Blase ist noch nicht so groß, dass eine gewisse Vorsicht bemerkbar wäre. Ich sehe viele Parallelen zu 2007/2008– auch die Überhitzungsmerkmale. Der Unterschied ist allerdings der, dass viele Projekte mit Eigenkapital finanziert sind und einen gewissen Sicherheitspolster haben. Die Banken wollen finanzieren, aber finden wenig Möglichkeiten, weil zu viel Privatkapital da ist. Aber kein Wunder, wenn die EZB Milliarden in die Märkte schleust.

Jasmin Soravia, Soravia Group

Man merkt, dass die Branche im Aufwind ist. Positiv fällt mir auf, dass die Branche weiblicher wird. Als Projektentwickler und Eigentümer ist man für alle interessant und auf der Messe sehr begehrt. Wenn man mit internationalen Investoren spricht, so ist die Nachfrage sehr groß und das Angebot knapp– vor allem in Deutschland– und deshalb werden auch österreichische Projekte immer interessanter.

Claus Stadler, STRAUSS PARTNER Development GmbH

Es ist eine unglaubliche Österreichpräsenz festzustellen, und zum Glück wirken alle sehr geschäftig. Diese Branchentreffs sind wichtig, um das Stimmungsbild einzufangen. Die Branche hat Rückenwind an allen Ecken, und ich würde wünschen, dass es so bleibt, auch wenn man vorsichtig sein muss.

Michaela Mischek, Projektentwicklung Franz Josefs Bahnhof der 6B47

Die CitiesUrban Development-Podien sind hochkarätig besetzt und interessant anzuhören, um internationale Vergleiche zu haben: wo die großen innerstädtischen Herausforderungen bei der Transformation eines Gebietes liegen, wie in anderen Städten damit umgegangen wird, wo der Unterschied liegt zwischen Entwicklungen in innerstädtischen Lagen und auf der Grünen Wiese. Es gibt hier sehr spannende Ansätze, wie andere europäische Städte das handhaben.

Es ist außerdem interessant zu sehen, wie sich in der internationalen Developerszene die Ideen miteinander verschränken und auf verschiedensten Ebenen die Vernetzungen stattfinden– bei den Kommunen und den Architekten. Gute Ideen, die ein Entwickler für ein Stadtentwicklungsgebiet hat, kann man sicher sein, dass die in einer anderen Stadt wieder aufpoppen.

Philipp Kaufmann, ÖGNI

Die Immobilienbranche ist ein Dorf, und man trifft sich auf dem Marktplatz, also der Expo. Nicht nur Immobilien sind auf dem Markt, sondern auch die fähigsten Mitarbeiter, und man kann daher nicht nur über Immobiliendeals sprechen, sondern auch darüber, ob jemand veränderungswillig ist. Die Suche nach guten Mitarbeitern ist ein Teilaspekt der Messe.

Wir erleben derzeit aus meiner Sicht einen sehr interessanten Trend: Einzelne Immobilienunternehmen müssen ihre Softskills und ihre Qualitäten stärken, um im „War of Talents“ zu gewinnen. Es ist entscheidend, ihre Kompetenzen zu präsentieren und weiter hervorzuheben.

Reinhard Schertler, S+B Gruppe

Uns als Projektentwickler freut es, dass sich die Banken bemühen, Finanzierungen zu ergattern. Da haben wir etwas zu lachen, da uns die Banken hofieren– für unsere Projekte in Warschau, Prag und Wien. Wir haben genug Projekte, aber wir könnten sie dreimal verkaufen– leider kann man sie nicht duplizieren.

Ingo Bischof, IVAM– Immobilien Verwaltung Asset Management GmbH

Ich habe den Eindruck, dass es nach Jahren der Stagnation wieder einen Schritt aufwärts geht. Die Stimmung ist besser als in den vergangenen Jahren, und der Trend geht weiter nach oben.

Michael Zöchling, BAR

Mit dem Verkauf des DC Tower sind wir so nah am Markt wie selten. Wir führen Gespräche mit einer Vielzahl internationaler Investoren auch aus Nordamerika, Singapur, China, Korea oder Australien. So wie es aussieht, wird der Deal im ersten Quartal 2017 geclosed.

Ich glaube, dass die Renditen noch einige Basispunkte nach unten gehen, und der Investitionsrückstau wird noch größer. Es gibt zwar schon Investoren, die meinen, sie spielen nicht mehr mit, aber das können sie nur eine bestimmte Zeit lang machen, da die Kosten für das Geld so hoch werden, dass sie investieren müssen. Daher wird der Druck auf den Markt weiterhin steigen.

Wolfdieter Jarisch,S+B Gruppe

Montag war zwar Feiertag in Deutschland, aber wir haben schon vor der Messe Investoren getroffen und Gespräche geführt. Quer über alle Assetklassen herrscht großes Interesse– allerdings müssen es auch ordentliche Immobilien sein. Es wird genau geschaut. Die Messe ist anstrengend, und eigentlich geht es von Termin zu Termin, und man versucht alle unterzubringen.

Andreas Köttl, value one holding AG

Es pulsiert das geschäftliche Leben. Ich sehe Aufbruchsstimmung in Ländern, in denen Investoren bisher zurückhaltend waren. Ein Gradmesser für mich ist dabei Ungarn. Wenn sich da etwas bewegt, dann ist wieder Hoffnung, und man merkt, dass diese Märkte wieder kommen. Auch wir entwickeln in Budapest ein Milestone-Projekt für studentisches Wohnen. Wir sind hier in München mit allen Geschäftsführern vertreten, und unser Aufgabenspektrum ist sehr groß. Unter anderem Akquisition für die Vermietung von Denk3, Suche nach neuen Standorten für Milestone und Investorensuche.

Sandra Bauernfeind, EHL

Von einem Run auf österreichische Wohnobjekte kann man zwar noch nicht sprechen, aber immer mehr große institutionelle und private Investoren ziehen Engagements sehr ernsthaft in Betracht. Gefragt sind große Neubauprojekte in Stadtentwicklungsgebieten in Wien mit Investitionsvolumina von mehr als 20 Millionen Euro pro Objekt, idealerweise im Rahmen von Portfolios mit zumindest 50 Millionen Euro Volumen.

Zusammenfassung

  • Die Branche wird weiblicher.
  • Nicht nur Immobilien sind interessant – die Suche nach guten Mitarbeitern ist ein Teilaspekt der Messe.
  • Immobilien sind „in“ – die Nachfrage ist enorm, allerdings fehlen die Produkte.
  • Ausweichen der Investoren in andere Assetklassen beziehungsweise in B-Lagen und B- und C-Städte (in Deutschland).
  • Renditen bei Core-Projekten werden geringer, und der Trend könnte anhalten.
  • Internationale Investoren entdecken auch den Wiener Wohnungsmarkt – allerdings nur Neubau, das MRG will man vermeiden.
  • Verstärkte Anfragen in Österreich wieder im hochpreisigen Wohnsegment.
  • Allgemein werden österreichische Projekte immer interessanter.
  • Höhere Risikobereitschaft bei gewerblichen Immobilien. Bereitschaft der Investoren, in einem sehr frühen Stadium in ein Projekt einzusteigen.
  • Brexit beginnt sich langsam auf das Investitionsvolumen in Deutschland und Österreich auszuwirken – auch CEE könnte profitieren.
  • Ungarn befindet sich im Aufwind, der nächste „Kandidat“ könnte Rumänien sein.
  • Nachfrage beginnt in Südosteuropa anzuziehen, da die Returns höher sind als in Mitteleuropa
  • Stände von Regionen überwiegen immer mehr – speziell deutsche Regionen.
  • Durch den Onlinehandel werden Logistikimmobilien äußerst interessant für Investoren.
  • Refurbishment und Verdichtung sind wesentliche Themen der Messe.
Ein Beitrag von:

Walter Senk Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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