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Wo sich Gleich und Gleich trifft

Man muss nicht unbedingt Multimilliardär sein, um sich die teuersten Wohnflächen der Welt leisten zu können, aber es erleichtert die Sache schon. Egal, ob man sich in den Business-Städten der Welt ansiedeln will oder einen exklusiven Zweitwohnsitz in den Bergen benötigt. Auf jeden Fall bleibt man unter sich.

Es scheint kein Preislimit zu geben, wenn man die Quadratmeterpreise der teuersten Locations für die Superreichen der Welt betrachtet. Dort, wo der Platz am geringsten ist, sind die Preise auch am höchsten. Wobei aber jetzt nicht eine Garçonnière gemeint ist, sondern der Ort, an dem sich die Superreichen einkaufen. Wenig Platz gibt es zum Beispiel in Monaco oder in den Schweizer Alpen. Wenn man sich zum Beispiel in Monaco eine Bleibe sucht, dann muss man zumindest in den besseren Lagen mit einem Durchschnittspreis von rund 43.700 Euro pro Quadratmeter rechnen. Das hat der „Wealth Report“ des internationalen Maklerunternehmens Knight Frank und Citi Private Bank erfasst. Damit hat Monaco auch den durchschnittlich höchsten Quadratmeterpreis der Welt. An zweiter Stelle folgt Cap Ferrat an der französischen Riviera mit 40.000 Euro, danach kommen die Bestlagen von London mit 37.800 und Hongkong mit 36.700 Euro.

Die wichtigsten Weltstädte für Reiche

Das sind zwar die durchschnittlich teuersten Plätze, aber für die Superreichen gibt es noch eine andere Definition von Luxus– nämlich die für sie wichtigsten Weltstädte. Hier sind vor allem Lebensqualität, Wissen, politischer Einfluss sowie Wirtschaftskraft die Schlüsselkriterien beim Erwerb von Immobilienbesitz. Und da stehen London, New York, Hongkong und Paris in Spitzenpositionen– so der „Wealth Report“. Aber diese werden sich in den nächsten Jahren ändern, und welche Städte wichtig werden, hängt natürlich auch davon ab, von welchem Kontinent aus betrachtet wird. Für diejenigen, die wirklich viel Geld haben und aus dem Mittleren Osten und Afrika kommen, ist Dubai der Standort mit der am schnellsten wachsenden Bedeutung, während in Lateinamerika die Städte Miami und Sao Paolo in starkem Wettstreit um zukünftigen Einfluss gesehen werden. Den größten Bedeutungszuwachs insgesamt für diesen Personenkreis verzeichnen jedoch die Städte Peking und Shanghai, die in den nächsten zehn Jahren an die Weltspitze rücken werden. Überhaupt bestätigt der „Wealth Report“, dass es international eine unaufhaltsame Verlagerung von Reichtum zugunsten Asiens und des pazifischen Raums gibt: In der Region China, Südostasien und Japan gibt es bereits mehr Personen mit einem Vermögen über 100 Millionen US-Dollar als in Nordamerika bzw. Westeuropa. Laut Grainne Gilmore, Head of UK Residential Research, Knight Frank, ist „eine weitere Steigerung von Multimillionären bis 2016 zu erwarten“. 26.000 sollen es in der Region Südostasien, China und Japan sein, 21.000 in Nordamerika und 15.000 in Europa.

Die Preisentwicklung bei Luxusobjekten

Der Aufschwung der Schwellenländer spiegelt sich auch in der Preisentwicklung für Luxusimmobilien wider. Es sind die kommenden Weltstädte, in denen die Steigerungen in den letzten Jahren am stärksten ausgefallen sind– allerdings in den meisten Fällen von einem relativ niedrigen Niveau ausgehend. So hatte Moskau in den letzten fünf Jahren eine Preissteigerung von 32% zu verzeichnen und St. Petersburg sogar eine von 77%. Jakartas Preise bei Topimmobilien stiegen um 59%, jene in Mumbai um 64% und in Shanghai um 69%. Spitzenreiter ist Peking, wo die Preise für Luxusimmobilien um 96% angezogen haben.

Die teuerste Wohnimmobilie der Welt

Die aktuell teuerste Wohnimmobilie der Welt steht aber in der britischen Hauptstadt. Laut dem internationalen Großmakler Knight Frank ist das der Wohnkomplex One Hyde Park in London mit bis zu 88.000 Euro pro Quadratmeter. Aufgrund der hohen Nachfrage nach diesem Segment in der englischen Hauptstadt sind bis 2016 sogar Preise bis 125.000 Euro pro Quadratmeter zu erwarten. One Hyde Park war auch ein wenig Vorbild für das von Sans Souci entwickelte De-luxe-Boutique-Hotel und 15 „hotel-serviced“ High-End-Residences im Wiener 7. Bezirk. Sans-Souci-Geschäftsführer Norbert Winkelmayer: „Ich habe mir sehr viele Anregungen im One Hyde Park in London geholt– nicht so sehr vom Aussehen als von der Idee.“ Von den Preisen auch nicht, denn solche wären in Wien nicht zu erzielen. Was auch gut und normal ist.

Zweitwohnsitz in den Bergen

In der Wohnwelt der Superreichen benötigt man natürlich auch einen Zweitwohnsitz. Besonders beliebt sind die Schweizer Alpen– hier kann man sich aufgrund des Preisniveaus auch sicher sein, unter sich zu bleiben. In den bevorzugten Lagen im Nobelskiort Gstaad in der Schweiz verzeichnet Engel Völkers Gstaad bei exklusiven Chalets mit sehr hochwertiger Ausstattung Preise zwischen ca. 12,3 Millionen Euro und ca. 32,8 Millionen Euro: Summen, die ein Normalsterblicher bei seinem Immobilienerwerb gewöhnlich nicht einkalkuliert. Das Ende der Fahnenstange ist aber hier noch nicht erreicht, denn der starke Nachfrageüberhang führt in den Bestlagen des Chaletdorfes zu neuen Rekordwerten von bis zu ca. 49.200 Euro pro Quadtratmeter. „Der Markt ist gerade in den begehrten Lagen wie Oberbort durch einen ausgeprägten Angebotsengpass gekennzeichnet“, so Antonia Crespí, Büroleiterin von Engel Völkers in Gstaad. Die Vermarktungsdauer für Zweitwohnsitze in guten und sehr guten Lagen beträgt laut Crespí zurzeit durchschnittlich sechs bis zwölf Monate: „Besonders hochwertige Immobilien in sehr attraktiver Lage finden allerdings vereinzelt schon innerhalb weniger Tage einen neuen Eigentümer. Vorausgesetzt, die Immobilien werden zu einem angemessenen Preis angeboten.“

Der Quadratmeter um einen Kleinwagen

Diese Lagen sind im Vergleich zu St. Moritz noch „günstig“. Die untrennbare Kombination von Wintersport und gehobenem Lebensstil– wie kaum ein anderer Ort steht das traditionsreiche St. Moritz für diesen Anspruch. Dementsprechend exklusiv ist auch der Wohnimmobilienmarkt. Die attraktive Lage inmitten der Engadiner Seenlandschaft verstärkt diese Entwicklung, denn naturgemäß sind die räumlichen Möglichkeiten sehr begrenzt– nicht aber die Preise. „All diese Faktoren haben dazu geführt, dass sich der Immobilienmarkt nicht nur auf hohem Niveau gehalten hat, sondern im obersten Marktsegment sogar noch zulegen konnte“, sagt Chiara Jankolow, Büroleiterin von Engel Völkers in St. Moritz. Zu den begehrtesten Lagen gehört der Suvretta-Hang. Für Villen im traditionellen Chalet-Stil mit besonders hochwertiger Ausstattung werden dort Rekordwerte von 40 bis 80 Millionen Euro erzielt. Die Quadratmeterpreise erreichen neue Höhen von bis zu 59.000 Euro. Dennoch übersteigt die Nachfrage nach erstklassigen Zweitwohnsitzen in St. Moritz in den Bestlagen das Angebot. Wie bei allen Immobilien kommt auch in St. Moritz der Lage des Objekts bei der Kaufentscheidung immer eine ganz besondere Bedeutung zu. Hochwertige Immobilien in zentraler und dennoch ruhiger Lage, vorzugsweise mit einem unvergleichlichen Blick auf das Alpenpanorama, stehen besonders im Fokus. „Qualität und Wohnkomfort spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle. Die Ansprüche der Kaufinteressenten sind hoch“, erklärt Jankolow, „aber auch die Bereitschaft, für die Erfüllung dieser Wünsche den entsprechenden Preis zu bezahlen.“

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Über den Autor

wsenk

Walter Senk

Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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