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Riesige künstliche Lagunen

Es begann alles mit einer riesigen künstlich geschaffenen Lagune für ein Resort. Jetzt wird der nächste Schritt vorbereitet: das Urban-Beach-Projekt mitten in der Stadt.

Sie werben mit dem Slogan, dass sie jede Gegend der Welt „in eine idyllische Lagune verwandeln können“, mit kristallklarem Wasser, Palmen und Sandstränden– dabei war der Anfang alles andere als das. Bei einem geplanten Sea Resort in Chile stellte sich das Problem, dass das Meer zu rau war, um direkt darin zu baden. „Wir entschieden daher, eine künstliche Lagune zu bauen“, erklärt Eduardo Klein, Geschäftsführer von Crystal Lagoon. Aber nicht irgendeine künstliche Lagune zum Plantschen, sondern eine mit acht Hektar Größe, auf der man auch tatsächlich surfen konnte. Damit war das Problem mit der rauen See zwar gelöst, doch das nächste zeigte sich nach kurzer Zeit: Die Wasserqualität in der künstlichen übergroßen Lagune wurde immer schlechter und schließlich konnte man in der neuen Lagune nicht mehr baden. „Wir suchten weltweit eine effektive Lösung für dieses Problem“, erinnert sich Klein, „aber wir fanden nichts, womit wir die Wasserqualität wieder in Ordnung bringen konnten– außer mit viel Chemie, und das wollten wir nicht.“

Eigene Kreativität gefragt

Daher machte man sich daran, ein eigenes System zu erfinden. Klein: „Wir fanden eine Lösung mit Grüner Technologie und ohne Chemikalien.“ Jetzt war es möglich, jedes Resort mit riesigen künstlichen Lagunen zu bestücken, was dem Unternehmen im Jahr 2006 auch einen Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde brachte– für den weltweit größten Pool. Die jetzige größte Einrichtung dieser Art soll demnächst von einer noch größeren im ägyptischen Badeort Sharm el-Sheikh abgelöst werden: Das Resort „Citystars“ wird rund 5,5 Milliarden Dollar kosten. Aber das nächstgrößere Projekt ist auch schon wieder in Reichweite und damit ein neuer Rekord als größte von Menschenhand geschaffene Lagune: das Tianjin Seaside Resort Lagoon, das bis Ende 2013 in China entsteht.

Längst baut man die Projekte nicht mehr selbst, sondern stellt einzig das Know-how der Wasseraufbereitung zur Verfügung und vergibt nur mehr die Lizenz für die mittlerweile 180 Projekte. Was auch interessant ist: Alle Lagunen werden nicht technisch vor Ort überwacht, sondern über ein telemetrisches System von einem eigenen Control-Center aus. Im Crystal Lagoons Control Center laufen alle weltweiten Daten zusammen– zum Beispiel über die jeweilige Wasserqualität– und von hier aus werden auch alle mechanischen, hydraulischen und biochemischen Systeme in den einzelnen Lagunen aktiviert und gemanagt.

In einem nächsten Schritt sollen die Lagunen-Resorts mehr in das Landesinnere wachsen oder noch besser direkt in die Stadt. In einer mexikanischen Stadt soll das erste Urban-Beach-Projekt mit einer Lagune klaren Wassers und Appartements in der Nähe des Zentrums entstehen.

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Über den Autor

wsenk

Walter Senk

Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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