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New York City – der Immobilienmarkt im Big Apple

Viele Gegenden in den USA kämpfen noch immer mit den Problemen, die durch das Platzen der Immobilienblase entstanden sind– allen voran mit Preisen, die sich nicht erholen wollen. Nicht so New York und schon gar nicht die City. Im Zentrum der Wirtschaftsmetropole haben sich die Immobilienpreise nach den Ereignissen in den Jahren 2007 und 2008 schon wieder erholt und gehen stetig nach oben.

Die Lehmann-Pleite traf selbst New York ziemlich hart. Die Auswirkungen waren nicht nur bei den Wohnimmobilien, sondern auch auf dem Gewerbeimmobilienmarkt zunächst gewaltig. Über alle Segmente brach die Flächennachfrage deutlich ein, Mietpreise und Verkaufspreise gingen zurück. Baufinanzierungen waren nicht mehr zu erhalten, und die Anzahl der Zwangsverwertungen schoss drastisch in die Höhe. Im dritten Quartal 2012, rund fünf Jahre nach dem Crash, zeigt sich der Immobilienmarkt in der City– gemäß dem „Manhattan Residential Market Report“ des Maklerunternehmens Brown Harris Stevens– weiterhin stabil mit kleinen Schwankungen.

Top-Städte ziehen weiter an

Mehr denn je wird in sichere Häfen in den Top-Städten der Welt investiert, und das sieht man auch im Big Apple. „Die Verkäufe von Wohnungen in Manhattan stiegen um 12% im Vergleich zum dritten Quartal 2011“, erklärt Susan Greenfield, Senior Vice President, Managing Director and Associate Broker von Brown Harris Stevens in New York: „Mit 2.790 Einheiten wurde das stärkste Quartal seit der Pleite von Lehman Brothers verzeichnet.“ Binnen drei Monaten wechseln die Wohnungen im Schnitt ihre Eigentümer. „108 Tage waren die Einheiten im Durchschnitt auf dem Markt“, so Greenfield. Das war im ersten Quartal noch etwas anders, da musste der Verkäufer noch drei Wochen länger warten, bis die Immobilie einen neuen Eigentümer gefunden hatte.

Durchschnittliche Appartementpreis: eine Million Euro

Allerdings ist der Markt etwas differenziert zu betrachten: Die Verkäufe über fünf Millionen Dollar (3,9 Millionen Euro) pro Einheit fielen um 12% im Vergleich zum dritten Quartal 2011, und jene über 20 Millionen Dollar verzeichneten ebenfalls einen leichten Rückgang. Dadurch bedingt fiel auch der durchschnittliche Appartementpreis um 4% und kam bei 1.377.630 Dollar (1.079.649 Euro) zu liegen. Der Median-Preis, der das Mittelsegment des Marktes betrifft, stieg allerdings um 2% auf 865.525 Dollar (678.312 Euro) pro Einheit. Auch die Preise für Studios und „one bedroom apartments“ verzeichneten eine leichte Steigerung. Im Highend-Bereich war der Rückgang der Preise speziell in der East Side zu spüren, wo die Durchschnittspreise innerhalb eines Jahres um 17% auf 12.200 Euro pro Quadratmeter sanken. Die günstigsten Einheiten in der East Side verzeichneten allerdings einen Preisanstieg von 9%.

Luxus ohne Preisgrenzen

Kaum Schwankungen zeigt das absolute Luxussegment. Ganz im Gegenteil: Es steigt steil nach oben, und da scheint noch kein Ende der Fahnenstange in Sicht. Wie hoch die Preise allerdings in Ausnahmefällen gehen können, zeigt das Beispiel der teuersten Wohnung, die vor Kurzem verkauft wurde– und diese ist noch nicht einmal errichtet. Sie ist Teil des One57-Gebäudes, das derzeit gebaut wird und erst im Jahr 2013 fertig gestellt wird. Die Wohnung selbst hat knapp über 1.000 Quadratmeter und verteilt sich auf die beiden Stockwerke 89 und 90 des Turms. Der Preis soll bei mehr als 90 Millionen Dollar liegen, was ungefähr einem Durchschnittspreis von etwas über 70.500 Euro pro Quadratmeter entspricht. Doch wurde laut dem Bauträger Extell Development die magische 100-Millionen-Dollar-Marke noch nicht erreicht. Die Chance, dass diese Grenze eines Tages durchbrochen wird, ist bei den steigenden Preisen in diesem Segment durchaus gegeben. Vor allem gibt es doch einige Käufer, die sich Wohnungen in dem neuen Turm leisten können. Ein Großteil der 92 Wohnungen soll bereits verkauft sein. In den vergangenen Monaten interessierten sich vor allem ausländische Interessenten für Immobilien in New York, darunter Investoren aus Brasilien, China, Russland und der Ukraine. Wer so eine Summe für eine Wohnung ausgibt, der will natürlich nicht genannt werden– das gilt ganz allgemein für den High-Level-Bereich, wie Greenfield bestätigt: „Der Erwerb von Immobilien ist eine persönliche Erfahrung, und die Kunden erwarten absolute Diskretion. Die Privatsphäre meiner Kunden zu wahren ist immer meine oberste Priorität.“

Gefragter Investmentstandort

Auch für Gewerbeimmobilien ist der Big Apple weiterhin ein gefragter Investmentstandort. So wie der Wohnungsmarkt profitiert der Gewerbemarkt davon, dass der Fokus der Investoren auf den etablierten, vergleichsweise sicheren und liquiden Kernmärkten liegt. Das Investmentvolumen ist zwischen dem zweiten Quartal 2011 und dem zweiten Quartal 2012 bei fast 35 Milliarden Dollar gelegen, und das ist eine Steigerung von 19% im Vergleich zum Zeitraum davor. Damit belegt die Stadt am Hudson nach der neuesten Studie „Winning in Growth Cities“ zum zweiten Mal in Folge Platz eins des globalen Rankings. Während das Investmentvolumen weltweit bei lediglich 0,8% lag, stieg es an den wichtigsten 25 Standorten im vergangenen Jahr um 6%. Von diesem Trend wird New York weiterhin profitieren.

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Über den Autor

wsenk

Walter Senk

Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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