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Mikrolage statt Big Seven – Domicil Real investiert in deutsche Objekte mit Perspektiven

Es geht nicht um den schnellen Euro, wie Andre Schmöller meint, sondern um langfristige Investments. Dabei ist aber die Idee hinter den Immobilien ein wesentlicher Faktor für den Erfolg.


Im Interview
Andre Schmöller
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Was macht deutsche Wohnimmobilien auch für ausländische Investoren so interessant?

Schmöller: Es ist die furchtbar langweilige deutsche Verlässlichkeit. Man kann nicht viel falsch machen, wenn man in den Big Seven investiert. Da müsste an diesen Standorten schon viel passieren. Deutschland bietet Stabilität, Verlässlichkeit und strukturelle Nachhaltigkeit.

Welche kleineren Städte gehören für Sie zu den großen Wachstumsmärkten?

Schmöller: Es geht gar nicht so sehr um die Märkte, sondern um Objekte mit Perspektiven. Ein Beispiel ist Gelsenkirchen, ein Markt mit negativer Bevölkerungsprognose. Wir hatten die Möglichkeit, ein Objekt zu kaufen, das technisch gut dasteht und eine super Mikrolage hat: nahe dem Villenviertel mit einer gut funktionierenden Hausgemeinschaft und gegenüber von einem Fachmarktzentrum. Bei dieser Immobilie ist es für uns klar, dass die Menschen dort wohnen wollen.
Das ist die eigentliche Antwort: Genau die Immobilien suchen, die im Markt nachgefragt werden.

Das heißt, Sie achten auf die Idee hinter der Immobilie. Auch wenn man sie nicht gleich sieht.

Schmöller: Richtig. Zum Beispiel sind bei einer Wohnanlage in Bielefeld nördlich vom eigentlichen Stadtgebiet die Leute sukzessive ausgezogen. Wir haben uns angeschaut, warum sie ausziehen. Dabei haben wir festgestellt, dass es am Zipfel des Objekts eine Einzelhandelsimmobilie gab, die nicht mehr betrieben wurde. Wir waren uns sicher, wir können den Standort stärken, indem wir die Fläche für die Bewohner wieder attraktiv machen. Wir haben Informationen eingeholt, was den Bewohnern in ihrem direkten Umfeld wichtig ist. Ich möchte hier nicht unbedingt von Quartiersentwicklung sprechen, aber wir haben dort einen Einzelhändler mit Lotto/Toto angesiedelt, eine Bank und einen Bäcker. Manchmal ist es wirklich einfach. Man muss sich um die Objekte kümmern.

Wäre der österreichische Markt für Domicil auch interessant?

Schmöller: Österreich wäre ebenfalls interessant, aber wir kennen den Markt zu wenig. In Deutschland kennen wir auch den Mikromarkt, der ja für uns besonders wichtig ist, wie Sie an den Beispielen sehen – und da finde ich die Gelegenheiten, die ich brauche.

Was ist Ihnen in den vergangenen Jahren am deutschen Markt besonders aufgefallen?

Schmöller: Der deutsche Markt ist besonders begehrt. Ich persönlich glaube aber, dass auf einem Markt, der hochpreisig ist und enger wird, viele kaufen, ohne zu wissen, was sie tun. Viel Geld wird investiert, ohne dass man im Detail weiß, was man macht. Das könnte noch dem einen oder anderen auf die Füße fallen. Man muss mehr denn je darauf achten, welches Produkt an welchem Standort geeignet ist – aber man braucht auch den richtigen Partner vor Ort.

Wie schätzen Sie die weitere Preisentwicklung bei Wohnimmobilien ein?

Schmöller: Prinzipiell bin ich der festen Überzeugung, dass wir keinen Einbruch haben werden. Das Wachstum wird sich zwar abschwächen, aber nicht dramatisch. In einigen Regionen wird man noch ein starkes Wachstum bemerken. Dort kann man sich durchaus etwas trauen.

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Über den Autor

wsenk

Walter Senk

Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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