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Business as usual

Dubai erfindet sich immer wieder neu. Nach der Finanzkrise durchlebte das Land turbulente Zeiten, aber jetzt ist man wieder auf der Überholspur. Öl gibt es keines, aber eine rege Bautätigkeit und den Wunsch, kreative junge Menschen ins Land zu holen, die Neues ausprobieren, wie zum Beispiel unbemannte elektrische Flugtaxis.

 

Dubai ist eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt. Es wird erwartet, dass sich die Bevölkerung bis 2030 auf 5,2 Millionen verdoppelt und dass schon ab 2020 jährlich rund 20 Touristen die Stadt besuchen werden.

Lootah: Die Menschen, die kommen, brauchen Häuser und Appartements zum Wohnen, Hotels zum Übernachten und Shoppingmöglichkeiten, Restaurants und auch Orte, an denen sie die Freizeit verbringen können.

Dubai ist ein Wirtschaftsstandort, und viele Leute wollen hier ihr Business betreiben. Jeder möchte hier bei uns als Unternehmen wachsen, und wir sind froh, dass die Leute zu uns kommen. Die Infrastruktur zu schaffen ist nicht wirklich eine Herausforderung. Es ist für uns „every days business“. Wir handhaben das sehr gut.

In Dubai bauen wir sehr schnell, denn die Strategie unserer Regierung ist eine Business-Strategie. Wir machen es Unternehmen sehr einfach, und die Projekte werden schnell genehmigt und schnell gebaut.

Haben Sie nicht Bedenken, dass die Entwicklung zu schnell geht?

Lootah: Wenn Dubai wachsen will, dann gibt es Herausforderungen, und man muss damit umgehen können und Wege finden, wie man diese Herausforderungen löst. No game without pain. Die Entwicklung der Stadt musste auch so schnell gehen, denn Zeit ist Geld, und wir hätten viele Möglichkeiten verloren, wenn wir nicht in dieser Schnelligkeit die Stadt entwickelt hätten. Wir versuchen trotz aller Geschwindigkeit eine Balance zu finden für zukünftiges und nachhaltiges Wachstum mit der richtigen Vision.

Nakheel hat aktuell Projektentwicklungen mit einem Volumen von rund 11,5 Milliarden Euro. Welche Projekte gehören unter anderem dazu?

Lootah: Wir entwickeln in Dubai zahlreiche Landmarks. Das Projekt Island ist eine neue, 15,3 Quadratkilometer große, küstennahe Stadt, die den Distrikt Dubai Deira in eine Weltklasse-Tourismus-Destination verwandeln wird, mit großen Hotels, Einkaufsmöglichkeiten und Entertainment-Komplexen und sechs Marinas. Weiters bauen wir ein 260 Meter hohes Hotel, das PALM360, und um eine Milliarde Euro die größte Mall von Dubai. Deira Mall wird rund 450.000 Quadratmeter vermietbare Fläche und eine Grundfläche von rund einer Million Quadratmetern haben. Zusätzlich gibt es noch eine Vielzahl an anderen Wohn-, Handels- und Hotelprojekten, und natürlich investieren wir auch in Infrastruktur.

Mehr als 27.000 internationale Investoren haben um rund 28 Milliarden Euro bereits Projekte von Nakheel gekauft.

Gibt es dabei für Sie so etwas wie ein Lieblingsprojekt?

Lootah: Der 260 Meter hohe PALM360 twin-tower-Wohn- und Hotelkomplex. Es ist die Architektur, die Qualität des Projektes an sich und die Lage. PALM360 liegt an der Spitze der Jumeirah Palme, und man hat, wie der Name des Projektes schon sagt, von den Penthäusern einen unglaublichen 360-Grad-Rundumblick auf Dubai und auf das Meer. Und PALM360 hat den größten Dach-Swimmingpool der Welt

Wie ist es, diese Entwicklung in Dubai nicht nur zu erleben, sondern auch Teil von ihr zu sein?

Lootah: Ich bin in Dubai geboren, und ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, als wir keinen elektrischen Strom und kein fließendes Wasser hatten. Ich bin sehr glücklich, ein Teil von Dubai zu sein – und des Erfolges.

Der Volocopter 2X ist ein unbemanntes elektrisches Lufttaxi eines deutschen Start-ups und hat vor kurzem in Dubai seinen Testbetrieb aufgenommen.

Lootah: In Dubai lassen sich viele Visionen umsetzen. Wir haben eine der höchsten Raten weltweit an jungen Menschen hier in Dubai. Junge Menschen haben neue Ideen, und sie bringen sie hierher und können diese auch schnell umsetzen, denn junge Leute können nicht warten. Wir heißen alle Ideen willkommen und geben die Möglichkeit, diese hier zu realisieren. Sie kommen aus der ganzen Welt und bringen ihre Talente und Ideen mit, und die Regierung bemüht sich, dass alles funktioniert und sich Ideen leicht umsetzen lassen.

Bis zum Jahr 2030 will Dubai 25 % seiner Personenreisen mit Hilfe autonomer Verkehrsmittel abwickeln.

Lootah: Verkehrsprobleme haben alle Städte der Welt, und es ist auch für uns ein Thema, wie man diese löst, und vor allem, wie schnell. Das Passagieraufkommen auf dem Airport in Dubai ist mittlerweile höher als das in Heathrow.

Es gibt aber nicht nur Start-ups in Dubai.

Lootah: 145 der weltweit Top 200 Companies haben ein Büro in Dubai. Die Stadt ist ein Schmelztiegel, und die zahlreichen Talente kommen aus der ganzen Welt. Es ist eine Mischung, und das wichtigste bei der Entwicklung einer Gesellschaft ist der menschliche Aspekt. Wir haben kein Öl, aber die richtigen Visionen, und wir machen es für Leute leicht, hierher zu kommen und ihre Visionen zu realisieren, so wie wir Visionen realisieren.

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Über den Autor

wsenk

Walter Senk

Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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