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Rund um den Globus

In Hongkong herrscht wirklich Platzmangel, und das treibt die Mieten für den Einzelhandel in einmalige Höhen. Während in Europa „nur" 200 Shoppingcenter pro Jahr gebaut werden, geht es im Rest der Welt drunter und drüber. Und wer das nötige Kleingeld hat, der kann jetzt auch die südlichste bewohnte Insel der USA kaufen.

Teuer, teurer, Hongkong

Mit Spitzenmieten im Einzelhandel, die um fast 150% höher liegen als in New York und um mehr als 400% höher als in London und Paris, ist Hongkong nach wie vor auf dem ersten Platz der weltweit teuersten Einzelhandelsmärkte. Die vierteljährliche CBRE-Umfrage, in der die zehn weltweit teuersten Märkte für Spitzenimmobilien untersucht werden, zeigt, dass im ersten Quartal 2013 die starke Nachfrage von internationalen Einzelhändlern in Kombination mit einer begrenzten Angebotspipeline zu beispiellos hohen Mietpreisen in Spitzenlagen geführt hat. Mit Mieten von 3.029 Euro pro Quadratmeter und Monat rangiert Hongkong weit vor allen anderen Städten und spielt damit weiterhin in einer eigenen Liga.

Als weltweit zweitteuerster Einzelhandelsimmobilienmarkt konnte New York City (EUR2.079/m²/Monat) 2012 mehrere neue inländische und weltweit agierende Einzelhändler verzeichnen. Die teuersten europäischen Einzelhandelsimmobilienmärkte London (EUR 737/m²/Monat) und Paris (EUR 735/m²/Monat) sind aufgrund des knappen Angebots und der entsprechend hohen Spitzenmieten weitgehend stabil geblieben.

Angst vor fremdem Kapital

Immer mehr asiatische Länder versuchen ihre Immobilienmärkte gegen ausländische Eigner abzuschotten. In zahlreichen ostasiatischen Ländern wird befürchtetet, dass stärkere ausländische Immobilienkäufe schon bald zu einer Überhitzung des Markts führen könnten. Hongkong hat im Oktober 2012 eine zusätzliche Grunderwerbssteuer von 15% für ausländische Käufer eingeführt. In Singapur ist die bereits geltende Grunderwerbssteuer für Ausländer im Januar 2013 von 10% auf 15% erhöht worden. In der Volksrepublik China müssen ausländische Kaufinteressenten mindestens ein Jahr im Land gelebt haben, ehe sie eine Wohnung erwerben können. Der malaysische Bundesstaat Johor erwägt eine ähnliche Steuerbelastung wie in Singapur. In Indien ist ein Erwerb für Ausländer nur möglich, wenn sie über eine Aufenthaltsberechtigung im Land verfügen.

Einige Fakten zum Thema Wohnen

Hongkong war im Jahr 2012 mit +23,6% das Land mit den am stärksten gestiegenen Preisen für Wohnimmobilien (laut Knight Frank). Griechenland war das Land mit dem stärksten Rückgang um weitere 13,2%.

Jedes dritte Wohngebäude in Westdeutschland ist ein Ein- oder Zweifamilienhaus der Generation 1950 bis 1978.

Die Preise für Luxuswohnimmobilien sind durch eine wachsende Mittelschicht in Indonesien 2012 in Jakarta (um 38%) und Bali (um 20%) am stärksten gestiegen. Auch in Dubai gingen die Preise für Luxusimmobilien um 20% nach oben. Rang vier belegte Miami (+19,5%), Rang fünf São Paulo (+14%).

Die Hauspreise in Central London sind seit März 2009 um 53% gestiegen und mittlerweile um fast 17% höher als die Marktspitzen von März 2008. Im Stadtteil South Kensington kommen fast 77% der Käufer aus dem Ausland. 282 Euro ist die Summe, die ein Ein-Million-Pfund-Investment in einer Spitzenlage in Central London im Jahr 2012 pro Tag Gewinn machte.

Shoppingcenter in Europa und dem Rest der Welt

2012 wurden rund 200 neue Shopping-Malls in Europa eröffnet. In den Spitzenzeiten der 2000er-Jahre wurden etwa 400 neue Projekte pro Jahr realisiert. Dass es jetzt „nur“ mehr 200 sind, liegt daran, dass es mit rund 7.000 Objekten dieser Art in Europa eine weitgehende Sättigung gibt. Das gilt aber nur für unseren Kontinent, denn im Rest der Welt sieht es ganz anders aus, und weltweit werden so viele Shoppingcenter gebaut wie selten zuvor. Vor allem die wachsende Mittelschicht in Asien und Südamerika heizt die Nachfrage nach modernen Verkaufsflächen an. So berichteten CBRE und JLL von einer günstigen demografischen Entwicklung und einer wachsenden Mittelschicht in den „Emerging Markets“ China, Türkei, Indien und Brasilien, die in puncto Konsum noch viel Nachholbedarf haben.

Das Jahrhundert der Metropolen

Das 20. Jahrhundert galt in der Geschichte der Stadtforschung als „Jahrhundert der Metropolen“. Die eigentliche Bevölkerungsexplosion fand in den Großstädten statt. Von 1900 bis 2000 vervierfachte sich die Erdbevölkerung von 1,6 auf 6,1 Milliarden Menschen. Dabei ist die in den Metropolen bzw. Millionenstädten lebende Bevölkerung fast dreimal so rasch gewachsen wie die Bevölkerung außerhalb der Großstädte. Im Jahr 1900 lebte gerade einmal jeder 40. in einer Millionenstadt, derzeit ist es etwa jeder sechste.

Während in vielen asiatischen Ländern– vor allem in China– die Städte auf dem Reißbrett entstehen, stellt sich die Situation in Europa ganz anders dar. Viele Städte sind schon mindestens 1.000 Jahre alt, und die Stadtstrukturen in Europa sind erstaunlich konstant. Wo vor 800 Jahren das Zentrum von Markt, Rathaus und Kirche stand, da ist auch heute noch das Zentrum der Städte. Die Städte sind zwar oftmals zerstört, erweitert, umgebaut oder ergänzt worden, aber ihre Grundmuster haben sich kaum verändert.

Privatinsel zu kaufen

David Wolkowsky, berühmter Visionär und Investor aus Florida, der sich als „Mr. Key West“ Verdienste um die Erhaltung des historischen Stadtbilds seines Heimatorts erworben hat, verkauft seine Privatinsel Ballast Key und bereichert den Immobilienmarkt damit um ein einzigartiges Juwel. „Wenn ich Dinge betrachte“, hat er einmal gesagt, “dann suche ich immer nach ihrer Schönheit.“ Und er hat gleich hinzugefügt, was für ihn Schönheit bedeutet: Es sei immer das Unkonventionelle, das Ausgefallene, das Einmalige, das ihn reize. An dieser Maxime darf man Wolkowskys Privatinsel Ballast Key messen. Sie liegt rund 15 Kilometer westlich von Key West und ist von dort in knapp 25 Minuten mit dem Boot, oder in zehn Minuten mit dem Helikopter zu erreichen. Das 110.000 Quadratmeter große Eiland ist die einzige Privatinsel des Key West National Wildlife Refuge und die südlichste bewohnte Insel der USA. Der Kaufpreis beträgt 15,8 Millionen US-Dollar (ca. 12,2 Millionen Euro). Ballast Key bietet absolute Privatsphäre– im Umkreis von 13 Kilometern gibt es keine Nachbarn.

Die Insel verfügt über ein Haupt- und ein Gästehaus und zahlreiche kleine Pavillons sowie eine eigene Entsalzungsanlage, die für ausreichend Trinkwasser sorgt. Das Haupthaus mit vier Schlafzimmern und einer Mastersuite erstreckt sich auf drei Etagen über rund 363 Quadratmeter Wohnfläche und bietet von jedem Zimmer (sogar jedem Bad) Meerblick.

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Über den Autor

wsenk

Walter Senk

Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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