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Rund um den Globus

Neuigkeiten und Ungewöhnliches aus der weltweiten Immobilienbranche: Während Kreditausfälle in Spanien einen Höchststand verzeichnen, profitieren Luxusimmobilien in der Wirtschaftskrise, und wer wirklich auf Luxus setzt, hat seinen Ferrari vor der Tür– auch im 20. Stockwerk.

Kreditausfälle in Spanien erreichen neuen Rekordstand

In Spanien platzen immer mehr Finanzierungen im Immobilienbereich. Insgesamt ist das Volumen der faulen Kredite zuletzt auf einen neuen Spitzenwert von über 165 Milliarden Euro gestiegen. Vor rund einem Jahr lag der Vergleichswert erst bei 100 Milliarden Euro. Im Sommer 2008, also vor der Krise, belief sich das Volumen sogar nur auf rund zehn Milliarden Euro. Daneben sind aber auch die Preise für Immobilien in einigen Gegenden stark gefallen: Die Preise von spanischen Immobilien, die von Banken übernommen und wieder abgestoßen wurden, sind 2012 um 65% gesunken. Dies ist der stärkste Wertverfall seit der Krise. Zudem stünde laut der Ratingagentur Fitch eine Million neuer Immobilien zum Verkauf, aber potenzielle neue Käufer würden Schwierigkeiten haben, Hypothekenkredite zu erhalten. Fitch nimmt an, dass sich die Faktoren, die den spanischen Immobilienmarkt belasten, weiter verschlechtern werden.

Top-Objekte an Top-Standorten

Angesichts weltweit niedriger Zinsniveaus und schwer kalkulierbarer wirtschaftlicher und politischer Risiken zieht es Investoren weiterhin in die wichtigsten Großstädte dieser Welt und hier zu Investments in gewerbliche Immobilien– vornehmlich Core-Objekte. Mit einem Investmentvolumen von 34,7 Milliarden Dollar (+18,9% gegenüber dem Jahr davor) lag New York City in der Investorengunst erneut ganz vorn und belegt nach der neuesten Studie „Winning in Growth Cities“ des Beratungsunternehmens Cushmann Wakefield zum zweiten Mal in Folge Platz eins des globalen Rankings. An zweiter Stelle liegt bereits London als erste europäische Stadt, gefolgt von Tokio und Paris. Es folgen Los Angeles, Hongkong, San Francisco und Washington, D.C. Unter den Top-25-Investmentstandorten sind neben London und Paris auch die europäischen Hauptstädte Stockholm (18. Platz), Berlin (22. Platz) und Moskau (23. Platz) vertreten.

Autofreaks aufgepasst!

Das ist der ideale Wohnraum für alle, die ihr Auto lieben. Der Bauträger Hamilton Scotts kombinierte Hochhauswohnungen auf 29 Stockwerken in der asiatischen Metropole Singapur mit eigenen Parkplätzen vor der Wohnungstür. Die Parkplätze sind auf 29 Wohnebenen direkt vor dem Wohnbereich angeordnet, und so ist das Auto auch in 100 Metern Höhe immer in Sichtweite. Die integrierte Skygarage, für deren Konstruktion die deutsche Otto Wöhr GmbH zuständig ist, macht das preisgekrönte Luxushochhaus auch von außen zu einem Blickfang: Die Fahrzeuge werden in einem gläsernen Aufzugsschacht befördert. Geschäftsführer Jens Niepelt: „In Singapur haben wir zum ersten Mal die Parkmöglichkeiten nicht möglichst unscheinbar geschaffen, sondern im Gegenteil als Mehrwert in den Wohnbereich eingebunden.“

Neues Ziel der Investoren in den USA

Immer weniger Amerikaner können sich den Traum vom eigenen Heim leisten. Entweder sie haben ihr bisheriges Haus durch Zwangsversteigerung verloren oder sie verfügen nicht die über Kreditwürdigkeit bzw. die Anzahlung zum Kauf des ersten Hauses. „Als Folge der Immobilienkrise erwerben immer mehr Investoren Einfamilienhäuser und Wohnungen und vermieten sie“, erklärt Rainer N. Filthaut, Geschäftsführer der IRC International Reality Corporation. Zwischenzeitlich wurden fast 30% aller verkauften Häuser durch Investoren erworben. In Städten, die sehr hohe Versteigerungsraten hatten, wie Las Vegas (50%) und Phoenix (46%), ist der Anteil noch viel höher. Die Transaktionen finden mehrheitlich auf niedrigem Preisniveau statt. Als weitere Folge der Krise werden Eigennutzer gezwungen, in höheren Preislagen einzusteigen.

Demografische Entwicklung fördert Pflegeimmobilien

Eine gemeinsame Studie von CBRE und Immotiss kommt zu dem Ergebnis, dass Pflegeimmobilien als stabil gelten und in der näheren Zukunft interessante Renditenaussichten bieten. Der Bedarf an Pflegeimmobilien steigt aus demografischen Gründen immer weiter an, und im vergangenen Jahr wurden von institutionellen Investoren in Deutschland Pflegeimmobilien um rund 400 Millionen Euro gehandelt. Laut Studie ist bis 2030 mit 380.000 zusätzlichen Pflegeplätzen zu rechnen. Gegenwärtig sind knapp 2,5 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig, in Österreich dürfte die prozentuelle Größenordnung ziemlich ähnlich sein.

Europa: Auf A folgt B

Immobilieninvestoren haben europaweit nach den sogenannten A-Städten nun auch B-Städte im Visier. Laut „Hahn Retail Real Estate Report“ setzen Investoren vermehrt auf Einzelhandelsimmobilien an B-Standorten. Seit Anfang 2011 sind rund 70% aller Investitionen auf B-Standorte und Regionalzentren entfallen. CBRE zufolge sind die B- Standorte qualitativ nicht zwangsläufig schlechter als A-Standorte. Mietermix, Planungsrecht und eine positive demografische Entwicklung sind zwar nach wie vor die entscheidenden Kriterien für die Standortwahl, aber das Objekt muss sich nicht zwingend in einer der ganz großen Städte befinden: Viel wichtiger ist eine dominante Stellung im lokalen Wettbewerb und damit eine regionale Anbindung.

Einzelhandelsmieten: Hongkong toppt New York

Erstmals seit elf Jahren liegt New York nicht mehr an erster Stelle, wenn es um die Mietpreise für die Top-Einzelhandelslagen der Welt geht. Laut dem aktuellen Report „Main Streets Across The World“ von Cushman Wakefield zog die Causeway Bay in Hongkong mit einem Spitzenpreis von 1.859 Euro/m2 und Monat am langjährigen Spitzenreiter Fifth Avenue in New York (1.767 Euro/m2) vorbei. Der Wechsel stehe für den Drang des Einzelhandels in die Emerging Markets. Vor allem die Anbieter aus dem Luxussegment würden in die Top-Lagen drängen und die Mieten in die Höhe treiben. Im Durchschnitt sind die Spitzenmieten in den untersuchten 362 Lagen um 4,5% gestiegen. Paris belege mit einer Spitzenmiete von 798 Euro/m2 auf den Champs-Élysées weltweit den dritten Rang, London verteidige mit 662 Euro in der New Bond Street den sechsten Platz. Neu unter den Top Ten ist mit 390 Euro/m2 der Kohlmarkt in der Wiener Innenstadt.

13– 4– 6

China wird im Jahr 2025 voraussichtlich die größte Volkswirtschaft der Welt sein– mit einem nominalen BIP von 38 Billionen Dollar. Angetrieben von einer schnellen Urbanisierung, einem günstigen unternehmerischen Umfeld, enormen Investitionen in die Infrastruktur und der größten Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter transformiert sich die chinesische Wirtschaft letztlich selbst von der Fertigungsstätte der Welt zu einem der weltweit größten Verbrauchermärkte– dies ergibt eine aktuelle Studie von Frost Sullivan.

Die Urbanisierung sorgt für einen räumlichen Wandel des Landes und lässt bis zum Jahr 2025 13 Megastädte, vier Megaregionen und sechs Megakorridore entstehen. Die Megastädte werden zu zentralen Knotenpunkten für Handels- und Geschäftsaktivitäten heranwachsen und im Jahr 2025 fast 6,24 Billionen Dollar zum chinesischen Bruttoinlandsprodukt beitragen. Archana Amarnath, Programme-Managerin der Visionary Innovation Research Group von Frost Sullivan: In der Tat geht man davon aus, dass Hongkong und Schanghai im Jahr 2020 zwei der fünf wichtigsten Finanzzentren weltweit sein werden. Dank der Förderung der Infrastruktur und eines günstigen unternehmerischen Umfelds werden in den nächsten zehn Jahren vor allem die Logistik und der Einzelhandel florieren. China wird im Jahr 2016 voraussichtlich die weltweit größte Logistikbranche haben, die im Jahr 2020 voraussichtlich mehr als eine Billion Dollar umsetzen wird. Der Umsatz im Einzelhandel wird seinerseits bis 2020 den US-amerikanischen Markt übertrumpfen, China dadurch zum größten Einzelhandelsmarkt der Welt werden.

Luxusimmobilien profitieren von Wirtschaftskrise

Die weltweiten Märkte für erstklassige Wohnimmobilien profitieren derzeit von der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit. Das ist die Conclusio des „Prime Global Cities Index“ von Knight Frank. Auf der Suche nach einer sicheren Anlage für das eigene Vermögen treiben Käufer die Preise exklusiver Wohnungen seit geraumer Zeit nach oben– weltweit. Die Gewinner im Dreijahresvergleich sind Hongkong mit einem Plus von 53%, London mit gut 45% und Peking mit 40% Zuwachs. Auch Jakarta, Dubai, Miami und Nairobi erzielten zweistellige Zuwachsraten.

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Über den Autor

Walter Senk

Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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