Werbung

Corona: Wenn Eltern auf die Kinder aufpassen müssen – aus arbeitsrechtlicher Sicht

Was bei Dienstverhinderung aus wichtigen persönlichen Gründen (§ 8 Abs. 3 Angestelltengesetz bzw. § 1154b Abs. 5 ABGB) zu beachten ist



Nach dem Regierungsbeschluss, Universitäten und Fachhochschulen zu schließen und größere Veranstaltungen (Indoor mit mehr als 100 Besuchern, Freiluft-Events mit mehr als 500 Besuchern) zu verbieten, gelten nun auch für Schüler unter 14 Jahren besondere Regelungen, nämlich die Aufhebung der Schulpflicht. Ab Mittwoch nächster Woche sollen Unterstufen- und Volksschüler zu Hause bleiben, sofern dies möglich ist. In den Schulen soll aber ersatzweise eine Betreuung in kleineren Gruppen, allerdings ohne Unterricht, angeboten werden. Dort, wo solche Betreuungsmöglichkeiten aus organisatorischen Gründen nicht vorhanden sind (z.B. komplette Schulsperre wegen konkreter Coronafälle) und auch andere zumutbare Alternativen nicht zur Verfügung stehen, können sich die Eltern auf arbeitsrechtliche Ansprüche berufen.

Das sagt das Arbeitsrecht

Was gilt arbeitsrechtlich, wenn Eltern vor dem Problem stehen, keine Betreuung für ihr Kind zu haben? Arbeitsrechtlich gesehen ist dies nach herrschender Rechtsansicht ein Anwendungsfall einer Dienstverhinderung aus wichtigen persönlichen Gründen (§ 8 Abs. 3 Angestelltengesetz bzw. § 1154b Abs. 5 ABGB). Betroffene Arbeitnehmer/innen haben daher Anspruch auf bezahlte Freistellung bis zu einer Woche, wenn andere zumutbare Alternativen (z.B. Betreuung des Kindes durch andere Angehörige wie etwa den nicht erwerbstätigen anderen Elternteil, ältere Geschwister oder die oben erwähnte Betreuung in Kleingruppen durch die Schule) trotz aller Bemühungen nicht zur Verfügung stehen. Als nicht zumutbar gilt, das Kind von Personen beaufsichtigen zu lassen, die es nicht kennt. „Allerdings, aus Arbeitgebersicht ist es natürlich schwer, diesbezügliche Angaben des Mitarbeiters zu überprüfen“, erklären die beiden Geschäftsführer vom Vorlagenportal für Arbeitsrecht und Personalverrechnung www.vorlagenportal.at, Mag. Rainer Kraft und Birgit Kronberger, MBA. „Sollten Schulen und Kindergärten für länger als eine Woche geschlossen werden, so bleiben den betroffenen Eltern für den über eine Woche hinausgehenden Zeitraum, sofern bis dahin keine zumutbare Betreuungsalternative gefunden wird, lediglich die allgemeinen arbeitsrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten, wie z.B. Vereinbarung von Urlaubskonsum, Zeitausgleich, unbezahltem Urlaub etc.“ 

Mehr zu diesem Thema

Gerichtsbetrieb und Fristen während Covid-19

Die momentane Krise hat zahlreiche Auswirkungen auf Gerichtsbetrieb und Fristen....
Mehr erfahern

Colliers International: Wie COVID-19 den Immobilienmarkt beeinflusst

Das Corona-Virus zieht derzeit die ganze Welt in seinen Bann....
Mehr erfahern

Investieren trotz Corona – Krise. Marktanalyse der trivium Immobilien Investment Gruppe

Die aktuelle Situation stellt uns alle privat und wirtschaftlich vor...
Mehr erfahern

Teilen Sie Ihr Lesevergnügen...!?

Zeigen und diskutieren Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Followern auf LinkedIn oder Facebook.

Auf Facebook teilen

Auf LinkedIn teilen


Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Immobilien-Redaktion wiedergeben. Unter Pressemeldungen veröffentlichen wir aktuelle Aussendungen verschiedener Branchenteilnehmer oder der APA. Damit wollen wir dem Bedürfnis unserer Leser und Leserinnen nach laufenden Informationen Rechnung tragen. Diese Seite stellt also keine redaktionellen Artikel der Immobilien-Redaktion dar und die Inhalte geben in einigen Fällen auch nicht die Meinung der Immobilien-Redaktion wieder.



Holen Sie sich unseren Newsletter