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Rund um den Globus

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Das waren noch Zeiten, als die teuersten Wohnimmobilien so viel kosteten wie ein Mittelklassewagen. Dann kostete der Quadratmeter so viel wie ein Mittelklassewagen, aber auch das hat sich mittlerweile geändert. Und wenn jemand vor 20 Jahren gesagt hätte, in welcher europäischen Stadt 2015 das höchste Gebäude stehen wird, dann wäre man vermutlich ziemlich überrascht gewesen.

Eine Limousine für einen Quadratmeter

Früher kosteten die teuersten Wohnlagen in Europa pro Quadratmeter noch so viel wie ein Mittelklasseauto. Das ist wohl endgültig vorbei. Jetzt haben sie den Preis eines Luxusschlittens und befinden sich in London. Der teuerste von Engel Völkers registrierte Verkauf einer Wohnimmobilie ist ein Penthouse am Hyde Park in London zu einem Preis von rund 162 Millionen Euro und umgerechnet mehr als 150.000 Euro pro Quadratmeter – was in etwa eine Wohnfläche von 1.000 Quadratmetern ergibt.

Etwas günstiger – und damit an zweiter Stelle – gibt es Wohnraum in der Avenue d’Ostende in Monte Carlo um 100.000 Euro – mit Blick auf den Jachthafen – und in Sardinien. Hier haben sich aber in den teuersten Lagen wie der Romazzino-Bucht aufgrund des großen Angebotsengpasses im vergangenen Jahr keine Transaktionen ergeben. In sehr wenigen Einzelfällen wurden in unmittelbarer Nähe davon, in der Bucht Cala di Volpe, Preise von bis zu 95.000 Euro pro Quadratmeter verlangt. „In den begehrten Lagen Europas hält die Knappheit exklusiver Wohnimmobilien weiter an. Die höchsten Preise registrieren wir immer dort, wo diese extreme Knappheit auf eine enorme internationale Nachfrage trifft“, sagt Christian Völkers, Vorstandsvorsitzender der Engel Völkers AG. Ähnlich hoch daher die Preise an der Côte d’Azur mit bis zu 75.000 Euro und in St. Moritz mit bis zu 65.000 Euro.

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Plus 25 % in zwölf Monaten

Die Spitzenwerte für exklusive Immobilien in den Bestlagen von Miami sind in den vergangenen zwölf Monaten um rund 25 % gestiegen. Eine konstant hohe Nachfrage trifft auf ein zu geringes Angebot, für das insbesondere ausländische Investoren bereit sind, immer höhere Preise zu zahlen. Vor allem Eigentumswohnungen und Häuser in erster Meereslinie in den Toplagen von Brickell, South of Fifth (SoFi), Miami Beach und Sunny Isles ab einer Million US-Dollar (rund 718.000 Euro) sind bei der internationalen Klientel begehrt. In vereinzelten sehr hochwertigen Neubauprojekten in Miami Beach werden für Wohnimmobilien in erster Meereslinie sogar bis zu 50 Millionen US-Dollar erzielt (etwa 35,9 Mio. Euro). Angebotene Premium-Immobilien in den Toplagen Miamis erhalten innerhalb kürzester Zeit mehrere Kaufangebote, da der Bestand gering ist und die begehrten Neubauobjekte meist schon vor Fertigstellung verkauft werden. „Der Premium-Wohnimmobilienmarkt in Miami wird von Käufern aus Lateinamerika dominiert, wobei vor allem Venezolaner und Brasilianer sehr präsent sind“, erklärt Oliver Ruiz, geschäftsführender Gesellschafter von vier Engel Völkers Shops in Miami.

Moskau baut das höchste Gebäude Europas – weiter

Die Ziele waren hoch gesteckt, denn Russland wollte nach der Wende seine wirtschaftliche Macht auch nach außen zeigen. Im Herzen der russischen Hauptstadt war Moskau City im Entstehen, und hier sollten die höchsten Gebäude Europas gebaut werden. Die Krise machte den Projektentwicklern einen Strich durch die Rechnung, aber jetzt nimmt das ehrgeizige Erschließungsprojekt wieder Fahrt auf. Geht es nach den Plänen des Moskauer Bauunternehmers Sergej Polonski, dann wird sein „Föderationsturm“ in der Moskau City als höchstes Gebäude Europas den aktuellen höchsten Turm, den Mercury City Tower, ebenfalls in der Moskau City, ablösen. Anfang des kommenden Jahres soll der Wolkenkratzer mit 360 Metern Höhe fertig sein.

Trotz seiner Kosten von einer Milliarde Euro liegen die Mieten interessanterweise bei 550 bis 650 Euro pro Quadratmeter und Jahr, was um einiges weniger ist als in den anderen Innenstadtbezirken. Dort muss der Mieter im Schnitt 900 bis 1.200 Dollar pro Quadratmeter bezahlen. Der auffällige Preisunterschied hat zwei Gründe: Einerseits ist in Moskau City die Konkurrenz groß, denn schließlich werden derzeit mehrere Türme in unmittelbarer Umgebung fertiggestellt (demnächst sollen hier vier der fünf höchsten Gebäude Europas stehen). Andererseits drücken die Probleme mit der Verkehrsanbindung die Mietpreise. Zu viele Autos und zu wenig öffentlicher Verkehr machen schon jetzt die tägliche Anreise zu den Türmen zu einer Geduldsprobe.

Sorge um Chinas Immobilienpreise

Große Gefahren sehen die Volkswirtschaftler derzeit am chinesischen Immobilienmarkt. Die ersten Anzeichen für eine Eintrübung der Konjunktur geben zu denken, denn auch der noch im vergangenen Jahr hitzige Immobilienmarkt scheint sich abzukühlen. Gleichzeit wächst die Unruhe an den Märkten, da es zahlreiche hoch verschuldete Immobilienentwickler gibt. Diese sind für Banken und Anleihegläubiger ein immer größeres Risiko, da es eine große Zahl an fertiggestellten Wohnkomplexen gibt, die sich de facto nicht verkaufen lassen. Was wenig wundert, denn in Großstädten wie Peking und Shanghai kostet ein Haus mehr als das 20-Fache des typischen Einkommens, in vielen anderen Städten immer noch das 15-Fache. Zum Vergleich: In Tokio hatten die Häuserpreise 1990 das 15-Fache des Einkommens erreicht, ehe die Blase platzte.

Ein Beitrag von:

Walter Senk Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.

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