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Julian Monroe Fisher |
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Julian Monroe Fisher ist Forschungsreisender, Anthropologe, Autor, Dokumentarfotograf und -filmer. Er ist ein Mitglied der Königlichen Geographischen Gesellschaft (RGS) in London, ein Mitglied des Explorers Club in New York und Direktor für Kommunikation des Westeuropäischen Abschnitts des Explorers Club. Seine Webseite ist www.JulianMonroeFisher.com |
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Die Suche nach dem echten Deal
Teil 8: Buck Creek Lodge – das Chalet am Hirschbach
Wenn ich an unser Leben im Dschungel zurückdenke, muss ich mir heute eingestehen, dass es ganz einfach verrückt war. Ich meine, so ein Leben ist super und spannend für alleinstehende junge Leute oder für abenteuerlustige Pärchen und Pensionisten. Aber mit einem Fünfjährigen und einer Neugeborenen brauchst du auf der Suche nach deinem Plätzchen im Paradies zumindest einen Hauch von Normalität, damit es zu deinem „Home sweet Home“ werden kann.
Als wir nun unsere geräumige 45-Quadratmeter-Haushälfte am Fuße des Wilhelminenbergs im 16. Wiener Gemeindebezirk gemietet und bezogen hatten, machten sich die Österreicherin und ich an den Start zu einem neuen Leben.
Während wir zur Miete wohnten, hatten wir unsere 50.000 US-Dollar, die wir vom Verkauf des Na Taat Paal in Belize lukriert hatten, auf unserem Bankkonto zwischengelagert. Nach dem Wechsel von US-Dollar in Euro war unser finanzieller Polster auf etwa 35.000 Euro geschrumpft. Wir fingen nun an, die üblichen Immo-Webseiten wie www.immodirekt.at www.immobilien.net und www.willhaben.at nach leistbaren Immobilien in Österreich zu durchforsten.
Die Österreicherin war einen Monat vor mir in ihr Heimatland zurückgekehrt und schaute sich in Orten wie Retz und Haugsdorf nach Häusern um. Als ich am Flughafen Schwechat eintraf, war sie drauf und dran, einen Mietvertrag für eine Genossenschaftswohnung in Purkersdorf zu unterschreiben. Diese war ziemlich überbezahlt und erinnerte mich an eine Schuhschachtel. Außerdem komme ich von der Denkschule, dass man, anstatt für eine Wohnung zwischen 800 und 1.500 Euro zuzüglich Betriebskosten pro Monat zu bezahlen, das Geld doch wesentlich besser in einer Hypothekarrückzahlung veranlagt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass man damit Eigentum an einem Haus begründen oder Renovierungskosten für eine Wohnung decken kann.
Ich konnte die Österreicherin überzeugen, dass wir gemeinsam weitersuchen mussten. Während wir uns nach Angeboten innerhalb einer Autostunde von Wien umsahen, versuchte sie, mir den Unterschied zwischen dem Leben am Land und in der Stadt klarzumachen und dass es Ortschaften gab, die für sie völlig unakzeptabel waren. Ich vertrat die Meinung, dass, wenn wir etwas fänden, was wir uns leisten konnten, der Ort nebensächlich wäre. Sie meinte, in Österreich wäre das ganz anders als zum Beispiel in den USA.
Eines Nachmittags, als wir uns über unsere unterschiedlichen Sichtweisen gerade langsam einig wurden, zeigte sie auf ein Angebot im Internet: Gars am Kamp, 35.000 Euro – und dieser Platz hatte etwas. An einem der darauf folgenden Tage trafen wir uns mit dem Immobilienmakler des örtlichen Anbieters in einem kleinen, familiengeführten Gasthaus in Gars, um die in der Nähe befindliche Liegenschaft zu inspizieren.
Als wir durch das Eingangstor gingen, schoss mir durch den Kopf: „Ist die Österreicherin nun schon von allen Sinnen?“ Es stellte sich heraus, dass das Haus gegen Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut worden war – und offensichtlich schon einmal bessere Tage gesehen hatte. Es hatte einen L-förmigen Grundriss und an jedem Ende eine Scheune. Gleich nach der Eingangstür links war ein Zimmer, in dem ein Loch in der Decke klaffte. An der rechten Seite war die Küche mit einem großen Holzofen, der aussah, als würde er jeden Augenblick auseinander fallen. Noch schlimmer: Als wir die Küche betraten, löste sich der Boden unter der Last unserer Füße auf. Staub schwebte durch die Luft. Ein Raum war bestückt mit einem Biedermeierschreibtisch und einem Kasten, darüber wachte ein altes Foto einer betagten Frau mit regungslosem Blick, die eines dieser typischen Kopftücher umgebunden hatte.
In jeder Ecke und jedem Winkel befanden sich Werkzeuge jeglicher Art, die an einen Bauernhof erinnerten, von Sicheln über Rechen und Schaufeln bis zu Hämmern und Spaten. Hoch aufgestapelt im Vorgarten war ein Holzstoß, obendrauf eine seltsame Sammlung von alten metallenen Reklameschildern für Toiletteartikel aus der Jahrhundertwende. In einer der beiden angebauten Scheunen lagen Dachziegeln und schier unendliche Vorräte an Brennholz herum, in der anderen stand ein alter VW-Käfer. Obwohl das Haus „gekauft wie gesehen“ zum Verkauf stand, war der VW leider nicht im Preis inkludiert.
Auf der Rückfahrt von Gars nach Wien überlegten wir, was sich aus diesem Haus alles machen ließe und ob wir ein formelles Kauf-Offert legen sollten. Wir reisten per Bahn, da wir kein Auto besaßen, und so hatten wir jede Menge Zeit dafür. Die Österreicherin ließ sich nicht von ihrer „Vision“ abbringen, wie man dieses Besitztum zu einem Schmuckstück machen könnte. Doch es war uns beiden klar, dass auf jeden Fall umfangreiche Renovierungsarbeiten nötig waren, um dort überhaupt erst einmal leben zu können.
Am nächsten Tag fixierten wir einen Termin mit dem Immobilienagenten in seinem repräsentativen Büro in Wien – mit dem Hintergedanken, herauszufinden, wie weit der Verkäufer mit dem Preis heruntergehen würde, doch der Makler war dabei keine große Hilfe. Er schlug vor, wir sollten am besten direkt mit dem Eigentümer verhandeln. Also fuhren wir gleich am nächsten Tag wieder mit der Bahn nach Gars am Kamp. Auf der Fahrt entschieden wir, dem Eigentümer 30.000 Euro zu bieten und auf keinen Fall höher als 33.000 zu gehen. Ich überließ es der Österreicherin, das letzte Anbot zu übermitteln, während ich im Dorfgasthof auf sie wartete.
Der Verkäufer kam zunächst mit einem Gegenoffert, doch akzeptierte er letztlich unsere 33.000 Euro zuzüglich Gebühren. Die Österreicherin unterzeichnete das offizielle Anbot mit vereinbartem Stichtag 10. Jänner. Sie war nun hochschwanger mit unserem zweiten Kind und die Geburt konnte jeden Tag sein, doch sie dachte, bis zum 10. Jänner wäre schon alles gelaufen und das ginge sich daher locker aus. Letztlich mussten wir dann um Fristverlängerung ansuchen, denn unsere Tochter ist just erst am 10. Jänner auf die Welt gekommen. In der Zwischenzeit hatten wir eine Unterkunft ausfindig gemacht, wo wir uns während der Renovierung des Hauses einmieten konnten, und so wurden wir offiziell Einwohner von Gars am Kamp.
Die tatsächlichen Auswüchse dessen, worauf wir uns nun eingelassen hatten, bekamen wir gleich am ersten Tag zu spüren, als wir das Amt des Bürgermeisters aufsuchten. Nach einem herzlichen Willkommensgruß fragte er uns, ob wir uns des Problems mit dem Haus bewusst wären? Wie es die Geschichte will, hatte der Verkäufer nach langem Hin und Her mit dem Gemeindeamt einige Jahre zuvor das Haus vom Wohnraum zum Lagerraum umwidmen lassen, um die jährlichen Abwassergebühren zu sparen. Die Crux für uns war nun, dass für die Rückwidmung auf Wohnraum aufgrund der Baurechtsbestimmungen sämtliche behördlichen Auflagen erfüllt werden mussten, was bei einem derart alten Bestand wohl nicht zur Gänze durchgehen würde …
ARTICLE 8
Part One – Buck Creek Lodge: Renting vs Purchasing
Looking back on our life in the jungle, I will now admit, it was sheer lunacy. I mean the lifestyle works fine and dandy for a single guy or gal or an adventuresome couple or a pair of retirees. But with a five year old and a newborn, even if you’re looking for your place in paradise, you need some semblance of normality to call it ‘home sweet home’.
So upon resettling into a rented and spacious forty-five square meter half-of-a-house rental in the foothills of Wilhelminenberg in the sixteenth district of Vienna, the Austrian and I started to look for a new life.
While renting, our US$50,000 net from the sale of the Na Taat Paal farm in Belize was parked in our bank account. After we exchanged the US dollars into Euros our nest egg was diminished down to roughly €35,000. We began perusing the usual subject websites that tout real estate opportunities across Austria to include www.immodirekt.at www.immobilien.net and www.willhaben.at .
The Austrian had returned to her homeland a month before me and looked at houses in places like Retz and Haugsdorf. When I arrived at the Schwechat airport, she was ready to close on a deal for a ‘Genossenschaft’ rental apartment in Purkersdorf. It was way overpriced and reminded me of a shoebox. Plus, I’ve always come from the school of thought that if you are paying a typical Viennese rental of between €800 to €1500 per month plus added fees for services, you should be looking at that rental payment as a potential mortgage payment. You should factor into the formula just how far those Euros would go in building for ownership a house or renovating a flat.
I convinced the Austrian that we needed to continue our search together. While looking at available options within an hour of Vienna, she tried to explain to me the difference between the Austrian countryside and the city and that there were villages that were completely unacceptable to her. I thought that if we would find something that fit our budget, the location mattered little.
One afternoon, as we argued over this difference in our viewpoint, she pointed at a listing on the screen. Gars am Kamp, she declared, 35.000 euro and that place has something. Within a few days we met with the real estate agent representing a local seller over a table booth in a small family owned gasthaus in Gars before heading to the property for a walkabout.
As we walked through the front gate, my first honest impression was ‘is the Austrian out of her bloody mind?’ Later we were able to ascertain that that the house had been constructed sometime around the mid 1850’s and obviously it had seen better days. The house floor plan was an L shaped structure with barn storage areas on each end. As we walked through the front door to my left was a room with a gapping hole in the ceiling. To my right was the kitchen housing a large wood cooking stove that was literally falling apart on the spot. Worst yet as we walked into the kitchen the flooring dissolved under the weight of our feet. Dust floated about the room that boasted a Biedermeier desk and armour under the watchful gaze of an old photograph of an aging woman without a smile, her head covered with one of those traditional headscarfs.
Throughout every nook and cranny there were a wide array of tools one would associate with a working farm, from swing blades to rakes to shovels to hammers and hole diggers. Piled high in the front yard was a large stack of lumber with an odd collection of metal signs advertising turn of the century toiletry items laying atop. In one of the two attached barns were roof tiles and a seemingly endless supply of firewood, in the other was housed a vintage Volkswagen Beetle. Although the house was listed for sale ‘as is, where is’, sadly the VW was not part of the asking price.
During the return journey we discussed the possibilities for the place to determine if we should make a formal offer to purchase. We rode the train as we did not own a car, so we had ample of time. The Austrian insisted that she had a ‘vision’ of how this place could be made a jewel. We accepted that it would require extensive renovations, to simply make it liveable.
The next day we made an appointment to meet with the real estate agent at his prestigious downtown Vienna address. Our intention was to gather, how low the seller would go on his price, but the agent proofed no help. We had to go speak with the owner directly, he insisted. So, immediately the following day, we trained back out to Gars am Kamp. On the way we agreed to make an offer of €30,000 to the owner and to not go higher than 33. I left it to the Austrian to make the final call, while I waited for her in the local gasthaus.
The seller played another bid against our offer, but he accepted €33,000 plus closing fees. The Austrian signed the formal offer with an agreed closing date on January 10. She expected to deliver our second child any day now and felt until January 10, there would be ample of time. In the end we had to request an extension, as our daughter decided to arrive exactly on January 10. In the meantime we had located a rental where we could station ourselves while the renovations of the house went underway, and so we became officially villagers of Gars Am Kamp.
The actual ramifications of exactly just what we had gotten ourselves into began to play out the first day we visited the Bürgermeister’s office. After a quite warm welcome, he asked whether we were aware of the problem with the house? As the story went, several years prior, the seller, who had argued over everything possible with the village office, had rezoned the house from living space to storage space. His intention was to save annual fees for sewage water. But the implication for us now was that turning it back to living space would require a complete assessment in regards to building code regulations, some of which such an old structure surely would not pass…
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Julian Monroe Fisher ist Forschungsreisender, Anthropologe, Autor, Dokumentarfotograf und -filmer. Er ist ein Mitglied der Königlichen Geographischen Gesellschaft (RGS) in London, ein Mitglied des Explorers Club in New York und Direktor für Kommunikation des Westeuropäischen Abschnitts des Explorers Club. Seine Webseite ist www.JulianMonroeFisher.com |
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Die Suche nach dem echten Deal
Teil 7: Belize – das Dschungelcamp „Na Taat Paal“ –
Der Verkauf des Traums
Mehr und mehr spürte ich, dass ich mit dem Rücken zur Wand stand. So sehr ich das Dschungelcamp mit all seinen schönen und schlechten Seiten liebte, musste ich langsam aufwachen und mich der Realität stellen, dass die Österreicherin und ich jetzt keine streunenden Nomaden mehr waren
Im Anschluss an dieses einschneidende Treffen in der Grundschule setzte ich mich mit der Österreicherin unter dem Palmendach der Veranda von „Camp Two“ zusammen, um eine Entscheidung zu treffen. Sie war nun bereits im siebten Monat schwanger und wir hatten eine Entbindung im Spital von Punta Gorda bereits aus hygienischen Gründen ausgeschlossen. Auch die anderen Kliniken, von denen wir gehört hatten, waren keine Alternative. In den „besseren“ Kliniken war die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass man als „Gringa“ nur deshalb einen Kaiserschnitt benötigen würde, weil dieser doppelt so viel kostet wie eine normale Geburt. In der netten, kleinen (2-Zimmer-)Klinik auf Ambergis Key, die der Österreicherin sehr sympathisch war, wurde sie jedoch gewarnt: „Wenn es Komplikationen gibt, sind wir auf den anderen Arzt der Insel angewiesen, uns mit seinem Rettungswagen zum Flughafen zu bringen. Er hält uns für Konkurrenz und hat uns schon mal fünf Stunden warten lassen.“ Wie es aussah, war die einzige Lösung eine Rückkehr in ihr Heimatland Österreich – und das nun recht bald.
Nachdem die Österreicherin beim Packen noch auf eine Tommy-Geoff-Schlange, auch bekannt als die 7-Schritte-bis-zum-Tod-Schlange, in unserem Schlafzimmer traf, bestieg sie am nächsten Tag mit Charley den Bus Richtung Norden nach Cancun, um den Überseeflug zurück nach Wien zu nehmen. Bald darauf machte auch ich das Haus dicht und reiste ihnen nach. Unsere Tochter Panama kam im Januar zur Welt. Einige Wochen nach ihrer Geburt trat ich wieder den Rückflug nach Belize an, um nun das Haus endgültig zu schließen. Obwohl ich den dortigen Bürgermeister gegen ein monatliches Honorar beauftragt hatte, während meiner Abwesenheit über das Haus zu wachen, machte sich, kaum als ich weg war, der ehemalige „Bettenbauer“ Byron Lee mit Unterstützung des ortsansässigen Mayas, der das Gras schneiden sollte, untertags daran, das Haus zu plündern.
Zuerst stahlen sie die Batterie des kleinen Toyota-Pick-ups, den wir erstanden hatten. Als sie dann einen Käufer für die Batterie ausgemacht hatten, erkannten sie, dass dies ein Geschäft war, und so stahlen sie auch die Wasserpumpe für den Brunnen. Bürgermeister Jakes setzte mich von den Diebstählen in Kenntnis. Er sagte auch, dass er die Täter ausgefasst und einen Deal ausgehandelt hatte, wonach sie die Güter unbeschädigt zurückgeben würden, wenn ich als Gegenleistung verspreche, von einer Anklage abzusehen. Dies erschien mir ein überaus guter Deal angesichts der Tatsache, dass ich ungefähr zehntausend Meilen entfernt war und zu dem Zeitpunkt auch noch nicht wusste, wann ich zurückkehren würde.
Konfrontiert mit der harschen Tatsache, dass ich mein Dschungelcamp „Na Taat Paal“ verkaufen musste, griff ich einmal mehr auf das Medium zurück, wo ich bloß ein paar Jahre zuvor mein Fleckchen Paradies gefunden hatte – das Internet. Dieses Mal ließ ich mir von meiner talentierten Österreicherin die Website gestalten. Wir erstellten eine kleine Internet-Plattform, mit der wir uns an die Gemeinschaft der Expatriates als auch an die örtlich ansässigen Belizer richteten. Das Konzept war einfach: Gegen eine einmalige Gebühr von 250 bis 500 US-Dollar, abhängig davon, ob es sich um ein Privat- oder ein Investmentobjekt handelte, könnten wir bis zu zehn Fotos mit entsprechender Beschreibung so lange online stellen, bis die Liegenschaft verkauft würde.
Für unser Dschungelcamp setzen wir einen Preis fest, mit dem wir alle Kosten einbringen könnten: den ursprünglichen Grundstückskauf, die Ausgaben für den Bau von „Camp One“ (eine mit Palmenblättern gedeckte Hütte) und „Camp Two“ (ein Haus mit Holzwänden und einem verzinkten Metalldach), für die gesamte Infrastruktur (Brunnen, Wasserleitungen, Strom ), das Gebäude für die Küche sowie die Rodung des Grundstücks inklusive der vielen Pfade und Brücken, die bis in alle Ecken des 8 Hektar (20 acres) großen Grundstückes führten. Sämtliche Haushaltsgeräte und unser kleiner, älterer Toyota-Pick-up, der eine ungültige, von der örtlichen Verkehrsbehörde aber genehmigte Fahrgestellnummer hatte, waren auch im Preis inbegriffen.
Unmittelbar nach dem Erscheinen unseres Angebotes trafen Anfragen vor allem aus den USA ein. Die Interessenten stammten aus den unterschiedlichsten demografischen Schichten. Hauptsächlich Leute, die knapp vor der Pensionierung standen und für die Belize ein erschwingliches Stückchen Karibik bedeutete. Die meisten versuchten, zu Zeiten der frühen Bush-Regierung so gut wie möglich dem untergehenden Stern des amerikanischen Traumes zu entrinnen, einige gingen so weit, ihre ganzen Ersparnisse auf den Markt zu werfen.
Als ich da so in unserer Wiener Mietwohnung saß, von der aus man auf eine U-Bahn-Station am „Gürtel“ blickte, wo Prostituierte mit ihren Freiern hinter die Büsche verschwanden und Drogenhändler in einer nahe gelegenen Telefonzelle ihren Stoff verkauften – da vermisste ich meinen Dschungel. Meine Zeit war ausgefüllt mit dem Checken von Angeboten und einem letzten Versuch, einen ehemaligen Anthropologie-Professor aus North Carolina zu überzeugen, dass dies ein hervorragender Standort für eine kulturelle Forschungsstation wäre. Mehr und mehr spürte ich, dass ich mit dem Rücken zur Wand stand. So sehr ich das Dschungelcamp mit all seinen schönen und schlechten Seiten liebte, musste ich langsam aufwachen und mich der Realität stellen, dass die Österreicherin und ich jetzt keine streunenden Nomaden mehr waren, sondern Eltern eines fünfjährigen Sohnes und einer neugeborenen Tochter – und diese zwei unserer ständigen Aufmerksamkeit bedurften. Wir mussten da sein, wenn sie mitten in der Nacht müde und hungrig aufwachten. Und beide, Mutter und Vater, mussten da sein, wenn ihr Tag losging. Es war eine Verantwortung 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, und Luxusgüter wie eine Toilette mit Spülung in der Wohnung, Fließwasser auf Knopfdruck und elektrischer Strom machten da schon Sinn.
Letzten Endes kaufte irgend so ein Typ, den ich nie kennen gelernt habe und der mich auch nicht weiter interessierte, meinen Lebenstraum für 50.000 US-Dollar. Er zog schließlich in das Dorf und wurde Stammgast bei Miss Flo. Er heuerte auch Byron Lee an und ein paar Jahre lang schien alles glücklich zu verlaufen. Erst kürzlich hörte ich von Bürgermeister Jakes. Er erzählte mir, dass ein paar Einheimische, die immer ein Lächeln in meinem Gesicht entfacht hatten, gestorben waren, und auch, dass ein gewisser Mr. Roberts – jener Mann, der mein „Na Taat Paal“ erstanden hatte – das Haus auf den Markt geworfen habe. Das war wahrscheinlich eine kluge Entscheidung, vor allem wenn man bedenkt, wieviele Termiten mittlerweile in dem unbehandeltem Holz, das mir Mr. Trapp untergejubelt hatte, leben müssten.
Article 7
Belize -The Na Taat Paal Jungle Camp
PART 4 - SELLING THE DREAM
Following that pivotal meeting at the kindergarten school the Austrian and I sat down on the thatch champa veranda of Camp Two and came to terms. She was with child to the tune of seven and a half months. There was no way she planned on the child being delivered in the Punta Gorda hospital, the only option was to depart home to her native Austria sooner than later.
So she and Charley bussed themselves north to Cancun and caught the overseas flight back to Vienna. I closed the house down and tailed along not far behind. Our daughter Panama was born in January and following her arrival, I flew back down to Belize to close down the house for good. Although I had hired the local village mayor to care take the place on a monthly basis in my absence, no sooner had I left Baron Lee the bed maker solicited the help of the local Maya man that had kept the grass cut into staging a daylight burglary.
They first stole the battery from the small Toyota truck we had purchased. Once they located a buyer for the battery they realized they were on to something so they stole the water pump for the well. Jakes the Mayor turn caretaker notified me of the thefts. He said he had also determined the culprits. He negotiated a deal in that they would return the items undamaged in return for my assurance that I would not press charges. I considered it a pretty good deal in light of the fact I was about ten thousand miles away with no plans on the horizon to return.
With the harsh reality that I needed to sale my Na Taat Paal Jungle Camp, I turned once again to the medium where I had only a few years prior located my piece of paradise, the Internet. This time I employed the Austrians talent for designing websites. We formed a small Internet platform that we marketed to the Expat community as well as local Belizeans. The concept was simple, for a set fee of US$250.00 to US$500.00 dependent upon whether the listing was a single property or a development, we would post up to ten photos along with adequate text that would be online until the property sold.
Mixed into the countless listings we solicited we listed our jungle camp at a price that would allow us to recoup the cost of purchasing the initial tract of land, the expense of building both camp one(a thatched roof Mayan built hut) and camp two(a house with wood siding and zinc metal roofing), all infrastructure(a water well and under ground electricity), an outer building for a kitchen, all clearing of the land to include an extensive trail network, as well as household furnishings and a small aging Toyota pick up truck that had an invalid VIN number(vehicle identification number) that had been approved by the local DOT.
Immediately upon posting the listing, queries came in primarily from the United States. The demographics of the inquirers came from all walks of life. Mostly working class people close to retirement age hooked on the concept that for Caribbean land Belize was bargain. Most were trying their best during the early Bush years to jump ship from the sinking boat of the American dream, others were ready to gamble with their life savings.
As I sat in our rented apartment in Austria that overlooked a subway stop along the ‘gurtel’ where prostitutes turned tricks in the bushes and the drug dealers sold their dope out of a nearby telephone booth, I missed my jungle. I tried to balance my time between fielding offers with a last shot attempt at convincing a former Anthropology professor in North Carolina that the place would make a great cultural research station. More and more I felt that my back was against the wall. Though I loved the jungle camp for all the good and the bad that it represented, I was slowing waking up to the reality that the Austrian and I now were no longer roving nomads; we were now parents of a five year old son and a newborn daughter. Between the two of them, well they needed our constant attention. They needed us to be there when they woke up in the dark of the night hungry and tired. They needed both parents to be there when their day started. It was a 24/7 responsibility that required in suite flushing toilets with running water at the turn of the knob and electrical current with the flip of a switch.
In the end some guy I really didn’t care much far despite having never met him bought my dream for US$50,000. He eventually relocated to the village and became a regular at Miss Flo’s. He even hired Baron Lee as the caretaker and all seemed bliss for a few years. Just recently I heard from Jakes the Mayor. He told me about the passing of several of the local characters that always put a smile on my face. He also said a Mr. Robert, referring to the guy that had bought my Na Taat Paal, had put the place on the market. It was probably a smart move, especially considering all the termites and the untreated wood that man had unloaded on poor Mr. Trapp.
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Julian Monroe Fisher ist Forschungsreisender, Anthropologe, Autor, Dokumentarfotograf und -filmer. Er ist ein Mitglied der Königlichen Geographischen Gesellschaft (RGS) in London, ein Mitglied des Explorers Club in New York und Direktor für Kommunikation des Westeuropäischen Abschnitts des Explorers Club. Seine Webseite ist www.JulianMonroeFisher.com |
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Teil 6: Belize – Das Dschungel-Camp „Na Taat Paal“
III - Die Weiterreise zum „Camp Two“
Das Leben hier unterm Dschungeldach war an guten Tagen mühsam und eintönig. An schlechten Tagen war es richtiggehend die Hölle: an solch abscheulichen Tagen, wenn die Regenfälle ohne große Vorankündigung einsetzten und sogleich heftig niederprasselten und Blitze wie Feuer vom Himmel zuckten, um uns augenblicklich aus dem Schlummer zu reißen. Wir waren eine dreieinhalbköpfige Familie, die da in einer mit Palmenblättern gedeckten Hütte mitten im Regenwald Mittelamerikas hausten, und es war mehr ein Überleben als ein Leben, das nichts oder fast nichts mehr mit einem Leben im Paradies gemein zu haben schien.
Auch wenn wir aus Mutter Naturs Wildbach Regenwasser zum Geschirrspülen und für ein gelegentliches Bad ansammeln konnten, langte es nur für notdürftige Lebensumstände. Denn das Palmenblätterdach, das die Coolies – die lokale Bezeichnung für belizische Nachkommen indischer Siedler – gebaut hatten, war nicht wirklich gut konstruiert. Das bedeutete, dass die Planen, die wir zum Schutz des Wohnraumes unter dem Dach anbringen mussten, bei jedem gröberen Regenguss vollliefen. Da ich trotz der Abgeschiedenheit üblicherweise einen tieferen Schlaf als die anderen hatte, musste meine teure bessere Hälfte mitten in der pechschwarzen Nacht aufstehen, um die vor Nässe triefende Plane zurechtzurichten, damit das Wasser nach allen Seiten abrinnen konnte. Gina hasste diese Arbeit, doch wir fanden beide, dass sie das ganz einfach besser konnte und dieses Aufräumen wie im Handumdrehen erledigte.
Man konnte die Stürme schon von zig Meilen entfernt hören. Zunächst rauschten die Bäume im Wind, wurden immer lauter, bis sie dann das Vogelgezwitscher völlig zum Verstummen brachten. Meine Frau und ich und unser kleiner Sohn Charley lagen auf dem großen Bett, das Flos Sohn Byron aus schlechtem Holz gefertigt hatte, und hielten dann alle gemeinsam den Atem an, als während des Gewitters der Sturm durch die kleine Lichtung peitschte, die wir in den Wald geschlagen hatten.
Schließlich übersiedelten wir Anfang April von „Camp One“ in unser Haus in „Camp Two“. Es war nun fast sechs Monate her, dass unser Baumeister Mr. Trapp die Löcher zur Befestigung der Betonsteher ausgehoben hatte.
Mr. Trapp war insofern ein typischer Belizer, als er niemals eine Gelegenheit ausschlug, Geld zu machen. Kostenvoranschläge hielt er nicht annähernd ein und mit der Arbeit wurde mehr oder weniger erst zum projektierten Fertigstellungstermin begonnen. Empfohlen wurde er uns von Carl, dem Besitzer und Betreiber von Emery’s, einem Fischlokal unten direkt am Meer. Mr. Trapp kam immer abends dort vorbei und spielte Banjo und Mundharmonika als Gegenleistung für eine Tagesplatte Fisch mit einem oder zwei Gäsern One Barrel Rum.
Trotz unserer Abmachung, dass Mr. Trapp und seine Crew nur behandeltes Bauholz einsetzen, das uns zumindest etwas Schutz vor der tropischen Termitenplage bieten sollte, stellte sich letztlich nach genauerer Betrachtung heraus, dass für den Bau des Hauses sowohl behandelte als auch unbehandelte Hölzer verwendet wurden. Mr. Trapp redete sich aus der Sache heraus, auf einen anrüchigen örtlichen Coolie hereingefallen zu sein, mit dem er aber nie wieder zusammenarbeiten würde.
„Camp Two“ wurde bei Miss Flo, deren Lokal aus einem einzigen Tisch bestand, über einigen Flaschen Belikin Beer auf einem Notizblock entworfen. Das Haus hatte rundherum eine Veranda, von der ein Plankenweg in die eine Richtung zu einer überdachten Garage und in die andere Richtung zu der Küche, einem separaten Gebäude mit Betonboden und Strohdach, führte. Die Küche hatte auch eine Bar aus Mahagoniholz mit einem Fenster nach außen. Die Grundidee dabei war, dass, wenn der Pool eines Tages einmal gebaut war, Familie und Freunde vom Pool aus auf Essen und Getränke zugreifen könnten.
Es sollte jedoch nie so weit kommen, dass Familie oder Freunde am Poolrand relaxen – der Pool wurde nie gebaut. Denn bald nachdem „Camp Two“ fertiggestellt war, übersiedelten wir von „Camp One“ flussabwärts zu „Camp Two“, und alles, was es da für die Österreicherin an Luxus gab, waren eine Kaltwasserdusche mit Wanne, elektrischer Strom für den Ventilator und ein Kühlschrank zum Kühlen der Getränke – und sie stellte unmissverständlich dar, dass sie nun wirklich genug hatte.
Ich muss jetzt festhalten, dass wir ganz einfach zu lange in dieser sogenannten umweltfreundlichen Gegend mit giftigen Reptilien und handflächengroßen Spinnen zugebracht hatten. Dazu kam, dass unser Sohn nach zwei Tagen im örtlichen Kindergarten heimkam und uns mit dort gelernten Bibelzitaten von unserem evolutionären buddhistischen Glauben zum konservativen rechtsextremen Christentum konvertieren wollte. Wir hatten uns wirklich um ein konstruktives Gespräch mit den US-Amerikanern, die die Elementarschule leiteten, bemüht, doch als sich diese auf unsere Frage, wie man innerhalb von nur ein paar Tagen unserem fünfjährigen Sohn ein Buch als Lebensweisheit verkaufen konnte, in ein religiöses Gefasel in Zombie-ähnlicher Manier verloren, fand auch das ein abruptes Ende. Zombie-Land im Belizer Urwald war wirklich das Letzte, worauf die Österreicherin und ich hinauswollten, egal unter welchen Umständen.
Part 6
Belize -The Na Taat Paal Jungle Camp
III – The move to camp two
Life down there under the jungle canopy was tedious and repetitious on the best of days. On the worst of days, well it was down right hell. Those hellish days when the rains came with little warning, crashing down hard, lightning striking like fire from the sky, tearing us from our slumber in an instance. We were a family of three and a half living there trapped under a thatch roof hut in the middle of a Central American rainforest, surviving more than living an existence that more and more seemed to have little or nothing to do with a life in paradise.
Though we were able to gather rain water from mother natures torrent for dish washing and the occasional bath, it made for miserable circumstances. For the thatch that was built by the Coolies, the local slang term for Belizean descendants of East Indian colonizers, was not sewn together very well. That meant the tarps that we had to use to under lace the roof to protect the living area, flooded during any substantial rainfall. Since I generally slept deeper than most despite the remote surroundings, my dear better half would get up in the pitch black darkness to push the sagging water filled tarp to allow the water to drain down from all sides. Gina hated the task but we both agreed she had a talent, it was all in the wrist and how you held the broom.
You could hear the storms approach from tens of miles away. The trees would first ruffle, to and fro before the chatter of the birds went completely silent. My wife and I and young son Charley would lay well open upon the big bed constructed out of bad wood by Flo’s son Baron Lee. We would collectively hold our breath as the strikes of lightening brought the storm to the small opening in the bush that we had carved out from the forest.
We finally moved from Camp One and into our house at Camp Two in early April. It had been close to six months since our builder Mr. Trapp had dug the holes for the concrete and rebar footers.
Mr. Trapp was a typical Belizean man in the sense that he never said no to an opportunity to make money, when it came to pricing out a project he never stood by the original budget and he considered a timeline to completion only a mere reference point from which to begin. He came highly recommended by Carl who owned and operated a place called Emery’s, a fresh seafood restaurant down on the waterfront. Mr. Trapp would stop by in the evenings and play his banjo and harmonica in exchange for a platter of the daily catch and a shot or two of One Barrel Rum.
Despite our agreement with Mr. Trapp that he and his crew would only build with treated lumber in an attempt to provide at least some protection from the plague of tropical termites, in the end upon close inspection the house was built from a mixture of treated and untreated local woods. Mr. Trapp explained away the mixture to his dealings with an unsavoury local Coolie that he assured me he would never deal with again.
Camp Two had been designed on a notepad over Belikin beers at the only table at Miss Flo’s. It had a wrap around screened in porch attached by walkway to a covered thatch garage in one direction and a covered thatch kitchen with a concrete floor in the other direction. The kitchen also had a Mahogany wood bar that had a window that opened to the outside. The logic there was that someday it would service the beverage and food needs of the family and friends lounging poolside once the pool was built.
The friends nor the family lounging poolside never materialized, neither did the pool. For soon after we moved down the ridge from Camp One into Camp Two and the luxuries she afforded, a cold water shower with a tub, electrical current that provided for wind from a fan and a refrigerator to chill our beverages, the Austrian pretty much said in no uncertain terms that she had had enough.
I guess it could be said that it was simply one too many days living in an eco friendly environment surrounded by deadly reptiles and spiders the size of your hand coupled with the reality that the local kindergarten option had after the first two days of attendance returned our son home trying to convert our evolutionary Buddhist beliefs into conservative right wing Christianity by quoting scriptures from the Holy Bible. We made an attempt at having constructive dialogue with the US Americans running the kinder school but that ended abruptly when I realized they were spouting off religious text in a zombie like trance to my questioning as to how in a matter of days they had trained our five year old son to defend a book as being a living entity. Zombie land in the Belizean bush was simply something the Austrian and I had never bargained for, no matter how cheap the real deal.
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Julian Monroe Fisher |
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Julian Monroe Fisher ist Forschungsreisender, Anthropologe, Autor, Dokumentarfotograf und -filmer. Er ist ein Mitglied der Königlichen Geographischen Gesellschaft (RGS) in London, ein Mitglied des Explorers Club in New York und Direktor für Kommunikation des Westeuropäischen Abschnitts des Explorers Club. Seine Webseite ist www.JulianMonroeFisher.com |
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Die Suche nach dem echten Deal Teil 5: Belize – Im „Na-Taat-Paal“-Jungle Camp (II)
Ohne ein Fahrrad, das ich mein Eigentum nennen konnte, nachdem ein alter Freund mit dem meinen die Stadt verlassen hatte, fand ich mich ganz offensichtlich gestrandet wieder, acht Meilen von jenem 20-Acre-Grundstück entfernt, das die Österreicherin und ich „blind“ über das Internet gekauft hatten. Dunkle Wolken zogen über mein sonst doch so sonniges Gemüt und ich fragte mich, ob ich mir denn hier schon wieder einmal mit einem Grundstücks-Investment selbst eine finstere Grube gegraben hatte.
Nun ja, so schnell konnte ich diese Frage nicht beantworten, und so tat ich das Beste und wanderte quer durch die Kleinstadt zu dem von einer aus Indien stammenden Familie geführten Heim- und Hobbyladen, um ein neues Fahrrad um umgerechnet 75 US-Dollar zu erstehen, während ich die letzten Monate gedanklich Revue passieren ließ.
Der erste Belizer, den ich kennengelernt hatte, war Roy Smith. Das war vor acht oder neun Jahren gewesen. Roy lebte in San Ignacio, im nordwestlichen Cayo-Bezirk nahe der Grenze zu Guatemala. Jedes Mal, wenn ich durch Belize reiste, besuchte ich Roy, und so wuchs unsere Freundschaft. Als ich nun dieses Grundstück im Bezirk Toledo kaufte, fragte ich natürlich Roy, ob er mir nicht helfen konnte, eine Hütte zu bauen. Roy erklärte sich bereit, für einen vereinbarten Fixpreis mit einer Crew nach Toledo zu kommen, um mein „Camp One“ zu errichten. Ich wollte ein einfaches Gebäude: Holzwände, Palmenblätterdach. Ich war überzeugt, dass Roy das konnte, hatte ich ihm doch ein paar Jahre zuvor 250 US-Dollar als Starthilfe geborgt, womit er eine kleine Lodge mit vier Hütten auf seinem Grundstück in San Ignacio errichtet hatte.
Roy und seine zwei Mann starke Crew kamen genau eine Woche später als vereinbart in Toledo an. Alle drei waren betrunken und verlangten nach Huhn, Reis und Bohnen, dem Standardgericht in Belize. Am nächsten Tag starteten sie mit der vereinbarten Arbeit. Die ging recht langsam voran und nach drei Tagen erklärte Roy, dass er kündige. Die 500 US-Dollar, die ich ihm vorab gegeben hatte, würde er natürlich behalten. Das einzige Glück war, dass Roy die Fenster, die ich bei einem Mennoniten in San Ignacio bestellt hatte, mitgebracht hatte. Die waren für „Camp Two“ gedacht und erwiesen sich Monate später als eine gute Investition.
Die Hütte war noch lange nicht fertig, als Roy und seine Leute Richtung San Ignacio abreisten, und es blieben nur noch wenige Tage, bis die Österreicherin mit unserem Sohn nach ihrer langen Reise von Österreich über Guatemala eintreffen würde. Noch dazu lief mein Mietvertrag im Seafront Inn bald aus. Daher wandte ich mich an den einzigen Menschen, den ich bis jetzt in Toledo kannte. Sein Name war Paul.
Nun war Paul ein besonderer Charakter. Er war der Lebensgefährte von Ms. Parham, der Vorbesitzerin meines Grundstückes, und wohl nicht recht vertrauenswürdig, bewegte er sich beruflich doch eher auf illegalem Boden. Auch sah man selten seine rechte Hand ohne Belikin-Bierflasche. Aber was sollte ich machen, ich brauchte jemanden, der mir diese Hütte fertig baute.
Für zwei Kisten Bier und 500 US-Dollar erklärte sich Paul bereit, die Wände und das Dach zu errichten. Er versprach mir, dass alles in einer Woche fertig sein würde. Gerade rechtzeitig – einen Tag, bevor die Österreicherin und unser Sohn aus der europäischen Kälte zurückkehrten sollten – stellte Paul mit seinem Vater und zwei seiner Cousins die Hütte fertig, die bis heute in unseren Träumen immer „Camp One von Na Taat Paal“ (Quetchi-Maya für „Mutter –Vater – Kind“) heißen würde.
Die Österreicherin und unser kleiner Sohn waren von Österreich nach Guatemala City geflogen. Dort nahmen sie frühmorgens den Bus nach Porto Barrios, von wo täglich ein kleines Boot nach Punta Gorda, Belize, übersetzt. Ich holte die beiden am Pier von P.G. mit einem Taxi ab, das uns „nach Hause“ fuhr. Etwa 15 Minuten später verließen wir den SUV, und begaben uns auf den unwegsamen Pfad zu unserem neuen Heim. Etliche umgefallene Bäume lagen noch quer über dem Weg, den ich freigeschlagen hatte, daher war es mühsames Schleppen und Klettern durch den Urwald.
Der erste Eindruck der Österreicherin von „Camp One“ war, milde gesagt, kein begeisterter. Vielleicht lag das daran, dass ich unser Plumpsklo von einem 17-Jährigen namens Baron Lee errichten ließ. Dem war die Notwendigkeit dieser Einrichtung nicht so bewusst, daher war das kleine Häuschen noch nicht ganz benutzbar. Fließendes Wasser gab es in Form eines kleinen Baches, der einige Meter von unserer Hütte entfernt vorbeifloss. Hier konnten wir Wasser holen, das wir nur noch abkochen mussten. Vorausgesetzt, es regnete genug.
Das Leben in „Camp One“ war recht elementar. Das letztendlich doch noch fertiggestellte Plumpsklo war das unschlagbare Highlight unseres Heims. Durch das Moskitonetz, das eine Seite der frei stehenden Hütte bedeckte, konnten wir den Dschungel beobachten, während wir unser Geschäft verrichteten. Natürlich war es abenteuerlich, wenn man sich nach Einbruch der Dunkelheit noch einmal auf den Weg dorthin machen musste – die etwa zehn Meter über die nur halb kahlgeschlagenen Lichtung blieben bis zum Ende spannend.
Und dann war da noch der Regen. Der begann vier Tage nach unserem Einzug in „Camp One“. Die Regengüsse kamen unvorhersehbar und verwandelten den Platz vor unserem Camp täglich in ein Schlammfeld.
Nicht zu vergessen auch, dass wir unsere Hütte mit Reptilien und anderem Getier teilten. Die morgendliche Überprüfung der Schuhe, bevor man hineinstieg, wurde zur Routine, nachdem unser Sohn einmal mit seinen Zehen auf einen Frosch gestoßen war. Und die alten Sandalen der Österreicherin erwiesen sich als geeignetes Instrument, um Skorpionen jeder Größe sowie Taranteln und anderen Spinnen täglich den Garaus zu machen. Doch ein Erlebnis ist mir noch sehr lebhaft in Erinnerung.
Eines Nachmittags schwang ich mit meinem Sohn in der Hängematte, während er mir von seinen Ambitionen im Leben erzählte. Er erzählte von seinen Träumen und Wünschen, während ich ihm meine Vorstellungen von einem Leben im Urwald am Beginn des 21. Jahrhunderts erklärte. Während wir so dahinschwangen, beobachteten wir eine kleine grüne Echse, die auf dem Platz zwischen unserer Hütte und uns ihren Weg recht bemüht durch die Pfützen suchte, als plötzlich eine grün-gelbe dünne Schlange wie ein Pfeil aus unserem Palmenblätterdach schoss und sich auf die Echse stürzte. Ganz offensichtlich das Ergebnis jahrtausendlanger Evolution eines Räuber-Beute-Verhältnisses – die Echse hatte keine Chance.
Die Österreicherin, unser Sohn und ich verbrachten diesen Abend, als die tropische Sonne sich langsam dem Horizont näherte, auf unserem kleinen Fleckchen Land irgendwo entlang einer unbefestigten Straße, acht Meilen von der karibischen Küste entfernt, mit langen Diskussionen darüber, was unsere Zukunft bringen würde. Würden wir „Camp One“ lange genug überleben, um unsere Träume in „Camp Two“, das in unseren Köpfen schon in Planung war, zu erleben? Waren da noch andere Schlangen im Dach über unseren Köpfen und interessieren die sich auch für uns – oder nur für kleine Echsen? Würden wir früher oder später auch nur ein weiteres Beispiel all dieser gescheiterten Aussteiger sein, die ihre Tage im Paradies nur noch mit einem Bier in der Hand meistern können?
Part 5 Belize -The Na Taat Paal Jungle Camp (II)
Without a bicycle to claim my own after the old friend left town, and obviously stranded some eight miles away from the twenty acre tract of bush land the Austrian had agreed with me to buy sight unseen over the internet, I was thinking to myself, maybe I had once again backed myself into an unrealistic dark hole of an investment. Not to be deterred, I simple walked across town to the hardware store operated by an East Indian family and purchased a new bike for US$75.
The first local Belizean I had actually ever met in Belize was a guy name Roy Smith. He lived in the town of San Ignacio in the Cayo mountain region along the Guatemalan borderline. When I informed Roy that I had purchased some land in Belize we struck a deal that had Roy agreeing for a set price to bring down a crew of workers to build our Camp One. It was to be a simple dwelling, a wooden frame house with a thatch roof hut. I was confident that Roy could do the job since years earlier I had loaned him US$250 and he turned the investment into a four house jungle lodge still operating today on the outskirts of San Ignacio.
Roy and his crew of two arrived exactly one week to the day later that the agreed start date. They all arrived drunk, bleary eyed from smoking locally grown herbs and demanding to be fed chicken, rice and beans immediately. Half way through the third day Roy suddenly announced they were quitting and that he would not be refunding one dime of the US$500 I had paid him upfront in good faith. The only golden liner in the news of his and the crews imminent departure was the fact that all the wooden windows that I had purchased from the Mennonites for Camp Two had been safely delivered by Roy. This would prove to represent great savings six months down the road.
As Roy and the crew departed with only the floor of Camp One completed, it was only a matter of days before the Austrian and our son would be arriving from their long journey from Austria through Guatemala. Also my one month rental at The Seafront Inn was running out, so I had little choice but to turn to the only other person I knew at the time to finish Camp One. His name was Paul.
Now Paul was quite the savory character. He was the live in boyfriend of the lady Ms. Parham, from who I had purchased my property. By all accounts he was probably not to be trusted since his profession was somewhat on the opposite side of the law. Very seldom would you find his right hand void of a Beliken beer. Be that as it may, I needed to finish constructing our shelter from the storm and at that moment, Paul was my only choice.
For two cases of beer and US$500 Paul agreed to add the walls and roofing to the floor that Roy Smith had walked away from and he promised to do so in less than one week. And so, on the anointed day, one day prior to the return of the Austrian and our son from the cold weather in Europe, Paul, along with his father and his two cousins finished the structure that till this day will always be referred to in our dreams as Camp One at The Na Taat Paal (Quetchi Maya for Mother-Father-Child) Jungle Camp.
The Austrian and the son had flown to Guatemala City. That meant that they returned to Punta Gorda by way of the morning bus to Puerto Barrios and the afternoon daily boat service to Punta Gorda. I met them at the P.G. dock with a taxi that ferried us all to our new home. To put it politely, once the Austrian and the boy and I had trekked the ten minutes from where the SUV dropped us off through the bush to Camp One, well let’s say she was not all that impressed. Maybe it was the fact that the outhouse toilet was contracted out to a one Baron Lee, a seventeen year young local villager who simply had not yet grasped the urgency of our need for convenience and therefore would take another full week to complete the job.
As for running water, that was abundant, all we needed to do was walk a short distance down the hill to a stream that provided all the boilable water we would ever need, provided it was raining enough.
To say that life at our Camp One was basic, would be an over statement. Although we settled into our life there in the rainforest, it was the simple necessities that we came to miss the most. Though Baron Lee eventually did finish the outhouse with a view, there is simple nothing like getting up in the middle of the night in the jungle and traipsing some ten meters through the jungle to conduct ones business. Then there was the issue of the rains, they came three or four a day, unpredictable as to the exact time of their arrival but guaranteed to make the place a bloody mud sty in a matter of minutes.
And then there were the reptiles. We started to check our shoes every morning after my son met a frog with his toes once and the Austrian’s old sandals proved handy daily to terminate scorpions of all sizes as well as tarantulas and other spiders. To sum that Camp One unique feature up, one afternoon the son and I were laying together in the communal hammock swaying our lives away. He was telling me about his dreams and aspirations from his perspective, I was sharing with him my vision of what the world looked like from my perspective as a fifty year old man living life in the jungle of a third world developing country at the turn of the 21st century.
Right about the time the boy and I both fixed our eyes upon a wandering lizard making his way along the ground insuring to avoid the puddles of rain that had gathered following the last downpour, in a flash a snake green and yellow in colour like a bolt of daytime lightening shot down from the thatch roofing to seize the lone lizard in one single fluid motion. It was an obvious predatory act representing the culmination of thousands of years of evolutionary design. In the snakes grasp the lizard had little choice but to meet it’s fate.
And so that evening under the disappearing sun in the tropical rainforest on a small patch of land along a dirt road some eight and a half miles from the shoreline of the Western Caribbean Sea, the Austrian, our son and I too contemplated about our future. Would we survive Camp One in time to see our dreams at Camp Two come to fruition? Would we be able to move passed the witnessing of that lone lizard meeting its untimely demise from a snake that we had, up until that point, put the possibilities of the reptilians living amongst us in the thatch roofed hut far out of our minds? Or would we in the end fall prey to the possibilities that face each and every gringo that ever dreams of a life swaying away the day in the tropics within hand reach of a cold beer without a care in the world?
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Julian Monroe Fisher |
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Julian Monroe Fisher ist Forschungsreisender, Anthropologe, Autor, Dokumentarfotograf und -filmer. Er ist ein Mitglied der Königlichen Geographischen Gesellschaft (RGS) in London, ein Mitglied des Explorers Club in New York und Direktor für Kommunikation des Westeuropäischen Abschnitts des Explorers Club. Seine Webseite ist www.JulianMonroeFisher.com |
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Teil 4: Belize – das „Na Taat Paal“-Dschungelcamp
Von Julian M. Fisher
Das Internet nach Immobilien-Deals zu durchkämmen ist ja eigentlich eine Sucht. Aber im Gegensatz zu anderen Suchtmitteln kann es doch passieren, dass man mit der einen oder anderen Investition in eine Immobilie zur richtigen Zeit am richtigen Ort einen Profit erzielt. Was dann wohl die Mittel heiligt.
Obwohl meine bisherige Suche nach einem Stückchen Paradies für mich und meine Österreicherin in Honduras in einem Desaster geendet hatte, gab ich die Hoffnung nicht auf. Das Internet ermöglichte mir, meine Suche weltweit auszudehnen. War unser Plätzchen vielleicht nur einen Mausklick entfernt?
Ich surfte nächtens in der 50 Quadratmeter großen Mietwohnung am Mariahilfer Gürtel im 6. Wiener Gemeindebezirk. Eines Abends, während die Österreicherin vergeblich versuchte, unseren dreijährigen Sohn endlich zu Bett zu bringen, klickte ich eine Seite namens Tropical Real Estate an. Da wurde ein Stückchen Land angeboten – in Belize, in der südlichen Provinz Toledo. Der Preis für die 20 Acres (ca. 80 ha) Buschland war 11.000 US-Dollar. Ich schrieb dem Makler sofort ein E-Mail und bekam dank Zeitverschiebung auch prompt eine Antwort. In den nächsten Tagen flogen die E-Mails hin und her. Da stellte sich heraus, dass der Verkäufer über keine Grundstückspapiere verfügte, aber nach Kaufvereinbarung ein Freund des Maklers, der im ‚Lands Department‘ arbeite, diese erlangen konnte. Denn, so wurde mir erklärt, in Belize erhalten die Einwohner von der Regierung Grundstücke frei zugeteilt, bekommen die Papiere jedoch erst nach Bezahlung eines bestimmten Betrags. Würde ich das Grundstück kaufen, so würde ein Teil des Kaufpreises dafür verwendet werden, diese Papiere zu erlangen.
Der Makler meinte, wenn ich mir einen eigenen Anwalt in der Sache nähme, wäre das sehr kostspielig und würde den ganzen Prozess nur verzögern. Das war ja schon recht suspekt, dazu kam aber noch, dass der Mann aus Texas stammte und seit einigen Jahren in Belize lebte und als Grundstückmakler tätig war, wo er dafür weder eine Lizenz noch eine Ausbildung benötigte.
Trotz der zusätzlichen Kosten beschloss ich, einen Anwalt zu Rate zu ziehen. War ja irgendwie sinnvoll ob der Tatsache, dass ich im Begriff war, ein Stück Land zu kaufen, das ich noch nie gesehen hatte, von einem Menschen, den ich über das Internet gefunden hatte. Vielleicht war das Ganze ja schlichtweg verrückt. Man sollte annehmen, ich hätte beim letzten Mal schon meine Lektion gelernt.
Aber die Winternächte waren lang in Mitteleuropa und die gelegentlichen Ausflüge in den Wienerwald konnten meinen Bedarf nach den Gerüchen und Geräuschen eines Dschungels nicht befriedigen. Also wandte ich mich erneut dem Internet zu und suchte nach einer Anwaltskanzlei in Belize. Die Seite, die ich fand, listete lizenzierte Firmen auf, deren Spezialgebiete sowie die Partner und deren Alter. Ich hatte gerade meinen 50. Geburtstag gefeiert, und so entschied ich mich für einen Anwalt, der genauso alt war wie ich. Ich rief die Nummer an, die da aufgelistet war, und wurde kurz darauf mit Gail S. verbunden. Sie war sehr höflich, machte einen guten Eindruck und wir tauschten unsere E-Mail-Adressen aus.
Als ich den Makler informierte, dass ich mir einen belizischen Anwalt genommen hatte, reagierte er recht ungehalten. Das Ganze würde nur Geld kosten, den Ablauf verzögern und womöglich sogar den Verkäufer vergraulen. Reine Zeitverschwendung! Ich möchte vorwegnehmen, dass letztendlich, als der Deal unter Dach und Fach war, nichts weiter von der Wahrheit hätte weg sein können als diese Worte des Maklers.
Denn bald nachdem Gail S. den Tropical-Makler sowie den Verkäufer in Belize City zu einem formellen Treffen gerufen hatte, kam der Verkauf recht rasch zustande. Ich sandte das Geld an die Anwaltskanzlei und es wurde auf ein Treuhandkonto gelegt. Am Ende bekamen alle ihr Geld, aber erst nachdem das Lands Department die Grundstückspapiere ausgestellt hatte und diese auf meinen Namen übertragen waren. Gails Unterstützung war jeden Cent wert.
Endlich glücklicher Grundbesitzer in Belize, traf mich jedoch ein trauriger Schicksalsschlag. Meine Mutter, die seit einigen Jahren an Lungenkrebs litt, wurde sterbenskrank. Sie hatte jahrzehntelang unter dem Rauchen meines Vaters gelitten, der selbst ein paar Jahre zuvor an Lungenkrebs gestorben war. Bevor sie verstarb, redeten sowohl sie als auch ihr Priester mir gut zu, ich solle es nicht verabsäumen, mit meiner Österreicherin und unserem Sohn meinen Traum zu leben. Auch wenn das bedeuten würde, von Wien in die westliche Karibik aufzubrechen. Und so flogen wir im Herbst von Wien über Madrid nach Cancún in Mexiko. Ein billiger Flug, der entsprechend mühsam und langwierig war. Doch die Strapazen der Flugreise waren schnell vergessen, als wir in dem Bus saßen und auf der Halbinsel Yucatán im Bus Richtung Süden unterwegs waren. Für die Österreicherin und mich eine bekannte Strecke, nur hatten wir diesmal unseren Sohn am Schoß sitzen, der neugierig in die heiße Landschaft hinausschaute.
Wir überquerten die Grenze nach Belize und reisten immer weiter Richtung Süden. Um uns herum waren die uns so bekannten Gerüche und der Lärm des alten amerikanischen Schulbusses der Marke Bluebird der James-Buslinie, der Kilometer um Kilometer den vielen Schlaglöchern auf der Straße ausweichen musste. Letztendlich erreichten wir Punta Gorda, die Hauptstadt der Provinz Toledo, und checkten in ein kleines Apartment im 2. Stock des Sea Front Inns für den vorab vereinbarten Preis von 300 USD pro Monat ein.
Im Laufe der nächsten Wochen bekam unser Leben eine gewisse Routine. Teil dieser Routine war meine tägliche Fahrt von etwa zwölf Kilometern zu unserem neuen Grundstück, die ich mit meinem Fahrrad zurücklegte. Dis asphaltierte Straße führte die ersten Kilometer entlang der Küste, dann ins Hinterland und die letzten eineinhalb Kilometer über eine Schotterstraße, in Richtung des Maya-Dorfes San Felipe.
Ich heuerte ein paar Arbeiter an, die entlang der Grundstücksgrenze, die ich tags zuvor mit dem Vorbesitzer abgesteckt hatte, den Urwald bezwangen und zurückschnitten. Als wir uns zunehmend in das Innere meines Dschungels bewegten, lehnte ich mein Fahrrad an einen riesigen alten Baum. Als ich später zurückkam, war das Fahrrad verschwunden. Erst Tage später tauchte es wieder auf – im Besitz eines Restaurant-Eigentümers, mit dem ich mich ein paar Jahre zuvor angefreundet hatte. Als ich ihn darauf ansprach, sagte er nur: „Kannst du dich nicht erinnern? Du hast es mir gegeben?“
Part 4:
Belize - The Na Taat Paal Jungle Camp
Surfing the Internet for land deals might just be an addiction. But if and when your addiction pays off in the way of a property investment made at the right place and time, the profit windfall might just justify the means to the end. Although my search for a piece of paradise for the Austrian and I had turned sour after our foray into being land barons in the Latin American country of Honduras, we were still hopeful that the real deal was simply another mouse click away.
One night late while the Austrian and I were trying our best to put our three year old son to sleep in a rented fifty square meter apartment overlooking the Mariahilfer Gürtel in the 6th district of Wien that came complete with a wonderful view of hookers turning tricks in the bushes along the tram rail, I stumbled across an interesting tract of land. In fact, it was just across the body of water known as The Bay of Honduras.
On a website that calling itself Tropical Real Estate, I found an offer for sale of twenty acres in the southern Toledo District of the western Caribbean nation of Belize. The asking price was US$ 11,000. After exchanging countless emails with the real estate agent, I made an offer which allowed the conversation to move to the legal matters. I then learned from the real estate agent that the land did not have clear title but if I wanted him to handle the purchase he had “a friend in the lands department” that could take the freehold land to title. He also advised that if I wanted to retain my own legal council that was my own prerogative but that it would be costly and time consuming.
Something smelled fishy not to mention the agent was originally from Texas and was at the time living in Belize where agents were then not required to be licensed nor affiliated with any regulatory body. I decided regardless of the expense it would be in my best interests to hire a local lawyer to handle the transaction. It made perfectly good sense in light of the fact I was essentially buying a piece of jungle sight unseen in a foreign country from a guy from Texas that was selling real estate in Belize where agents then were not required to have a license that I had contacted via the Internet. Yeah, I know what you are probably thinking, not just ‘fishy’ but downright crazy. Plus I had learned that lesson the hard way
But the winter nights were long in Central Europe and the occasional visit to the forests around Vienna could not satisfy my longing for the sounds and smells of the jungle.
Not to be derailed in my search for paradise, I again turned to the worldwide web where I found a list of licensed Belizean lawyers on an embassy website. The listing described the expertise of legal work the law firm specialized in as well as the ages of all the senior partners. At the time I had just turned fifty, so I settled upon the firm where the managing partner was the same age.
I called the law firm that was based in the Belizean coastal city of Belize City, known primarily not for it’s proximity to the Caribbean but for the rampant amount of violence that plagues the place. I was patched through to an associate of the firm named Gail S. She was polite enough and well spoken and we exchanged email addresses.
Once I informed the real estate agent that I had retained a lawyer, his demeanour immediately changed. He told me point blank that all I was doing was complicating the deal. That in fact in his humble opinion the Belizean lawyer would slow down the process, possibly it would alienate the seller, that it would not just be time consuming but costly in the end.
Farther from the truth the agents words would be when we finally got to the end of the deal. For once the retained lawyer Gail S. met formally on my behalf with the agent and the property seller on her terms in Belize City, the deal came together quickly. I wired the required funds directly from my bank account to the law firms account to be held in escrow until the closing. At the closing the agent received his commission, the sellers received their asking price. Incorporating Gail S. into the deal insured that no one received any funds until the lands department issued cleared title. She also protected my interests from afar allowing me not to have to be present for the closing. What was key, Gail S. represented the Austrian and I in acquiring clear titled land protected by the rights and legal authority of the country of Belize, the same rights as the citizens of the country.
With clear title and ownership secured, the Austrian and I suffered some setbacks. Though our son was making our life more rewarding, my dear mother turned terminally ill due to the effects of second hand smoking from my fathers lifelong addiction to the cigarette sticks. Before she passed she and her clergyman stressed the importance of me and the Austrian and our son chasing our dreams, even if that chase meant flying out of Vienna to the western Caribbean.
And so in the Fall of that year we flew from Wien to Madrid to Cancun on a cheap flight that came complete with all the hassles cheap flights come with these days. In time we were on a bus heading again down the Yucatan Peninsula of Mexico. This time the Austrian and I were not alone, for we had our son staring out of the windows of the auto bus as the miles rolled by.
We crossed the border and continued our journey south with the locals taking in the sights and smells one finds only when they are wedged into the seats of a third world Bluebird bus with the name James Bus Line that is simply an old discarded US school bus dodging potholes mile after mile.
Upon our arrival into the southern Belizean district of Toledo’s capital town of Punt Gorda, the Austrian and I checked our family into a small apartment on the second floor of The Sea Front Inn at a pre-arranged rate of US$ 300.00 per month. Despite the numerous dogs that infested the property, we made our best attempt at settling into a daily regime of life that required me biking out to our newly acquired tract of land that was located some eight miles by way of a tarmac road before turning left onto a dirt tract towards a Mayan village called San Felipe.
The first day I made the trek inland I had a number of local workers hired to cut back the bush having laid out the perimeter days before with the former owner of the land. As we made our way into the twenty acre tract I placed my bicycle against a tree some ten meters off the dirt road into the bush. When I returned later that day, the bike was gone. Where the bike would turn up was a mystery until a week later when I ran into a local restaurant server who I had befriended years earlier. Unbeknownst to me he had decided to steal the bike, saying only, “don’t you remember me, you gave the bike to me??” |
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Julian Monroe Fisher |
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Julian Monroe Fisher ist Forschungsreisender, Anthropologe, Autor, Dokumentarfotograf und -filmer. Er ist ein Mitglied der Königlichen Geographischen Gesellschaft (RGS) in London, ein Mitglied des Explorers Club in New York und Direktor für Kommunikation des Westeuropäischen Abschnitts des Explorers Club. Seine Webseite ist www.JulianMonroeFisher.com |
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Julian Monroe Fisher is an explorer, an Anthropologist, a published author, a documentary photographer and filmmaker, a Fellow with The Royal Geographical Society(with the Institute of British Geographers) in London, an International Fellow of the Explorers Club in New York City and the Director of Communications for The Western Europe Chapter of The Explorers Club. His personal website is: www.JulianMonroeFisher.com |
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Teil 3:
Das versteckte Tal
Von Julian M. Fisher
Rückblickend muss ich zugeben, dass ich damals, als Mister Jack mich und die nette Österreicherin die ich Wochen zuvor kennen gelernt hatte, das erste Mal aus dem kleinen honduranischen Städtchen Trujillo hinaus, zu jenem Grundstück führte, das er „Valle Escondido – das versteckte Tal“ nannte, sehr naiv war, was Immobilienkäufe in Lateinamerika anbelangte.
An jenem Tag saßen wir nebeneinander in Mr. Jack’s 4-Rad Antrieb Pick-up. Die Österreicherin und ich hatten uns zuvor die Bäuche mit gegrilltem Hummer und Ananas vollgeschlagen, die uns Jack in seiner Bar am Strand, einem idyllischen Plätzchen an der ruhigen Bucht von Trujillo, angeboten hatte.
Ich kann mich sehr gut an meine Stimmung an diesem Tag erinnern. Es war einfach eine perfekte Kombination aus Sonne, Meer, traumhafter Landschaft, dem erfrischenden heißen Wind der uns während der Fahrt um die Ohren blies und der Anblick der einheimischen Frauen, die die Strasse entlang gingen am Weg zum Hauptplatz in Trujillo, wo sie den ganzen Tag sitzen würden um den seltenen Touristen die es in dieses Städtchen an der karibischen Küste Honduras verschlag ihre handgeknüpften Armbänder anzubieten.
Natürlich hat mich niemand gezwungen, den Strand und meine Hängematte zu verlassen um mir ein unbebautes Grundstück etwa 10 km außerhalb des Ortes anzusehen. Aber als ich das erste Mal dieses kleine Stückchen Paradies betrat, war ich verloren. Wir bogen von der asphaltierten Straße ab und fuhren einen Feldweg entlang der sich durch das Grundstück schlängelt an hohen Palmen und exotischen Pflanzen vorbei bis auf einen kleinen Hügel, wo wir den Wagen neben einer kleinen, sehr einfach gebauten doch funktionalen Holzhütte parkten. Dort begrüßte uns Juan, ein Honduraner um die sechzig Jahre alt und von sehr kleiner Statur. Ihn hatte Mr. Jack angeheuert, das Grundstück rund um die Uhr zu bewachen. Juan’s Familie wohnte nicht unweit in einem kleinen Dorf während Juan in der Holzhütte schlief und untertags mit der Machete das Gras im näheren Umfeld kurz hielt und die Zäune gelegentlich reparierte. Während die Österreicherin mit Juan palaverte, stolzierte ich mit Jack wie ein Landbaron aus dem 18. Jahrhundert herum.
Tage später wanderten die Österreicherin und ich alleine kreuz und quer durch das Grundstück, das sich über eine Fläche von über 100 acres (etwa 0.4 ha) erstreckte und entdeckten das versteckte Tal das Jack zu dem Namen des Grundstückes „Valle Escondido“ inspiriert hatte. Es lag von vier ansehnlichen Hügeln eingeschlossen. Von der höchsten der Erhebungen konnte man bis zur Bucht von Trujillo blicken. Wir wanderten in unseren Bergschuhen auf und ab durch das Buschwerk lediglich mit einer alten Machete bewaffnet. Zum Glück kamen wir keiner der höchst gefährlichen ‚Fer de Lance’ Schlangen in den Weg. Wir waren dem Vorkommen dieses aggressiven Reptils völlig ignorant und so genossen wir trotz der Schlangenphobie der Österreicherin den tropische Urwald, die Hitze und die Landschaftliche Schönheit in vollen Zügen.
Okay, also rückblickend war der ganze Deal vielleicht doch ein bisschen zwielichtig, oder vielleicht hätte ich einfach ein paar Wochen warten sollen ob unsere erste Euphorie für Honduras und Trujillo erlischt. Der schlimmste Fehler war wohl, dass ich den Hinweis der US Botschaft einfach ignorierte. Denn die warnten damals ganz ausdrücklich vor Grundstückskäufen in Honduras, ganz besonders nahe der Küste. Zugegeben, nur ein Narr hätte jegliche Sorgfalt so vernachlässigt wie ich damals. Vielleicht kann ich die Ausrede geltend machen, dass ich einfach frisch verliebt die ganze Welt durch eine rosarote Sonnenbrille betrachtete.
Der langen Rede kurzer Sinn, bald nach jenem ersten Besuch in Valle Escondido orderte ich, mit nicht mehr in Händen als einem festen Handschlag von einem Mann aus Tennessee, meine Hausbank an, die Anzahlung von 6.000 Dollar auf den Kaufpreis von 35.000 zu überweisen. Ach ja, da war auch noch diese große Hummerplatte mit der wir die Kaufvereinbarung feierten.
Monate später, nachdem ich meine geplante Reise durch Nicaragua, Costa Rica und Panama gut überstanden hatte fand ich mich in meiner Heimat in den USA, am Telefon hängend und auf der Suche nach 29.000 Dollar. Auch musste ich mit Mr. Jack’s Hilfe einen Ersatz für den guten Juan suchen, der in der Zwischenzeit leider an einem Herzanfall verstorben war.
Meine Suche nach beidem lief erfolgreich, das Geld wurde kurz vor Ablauf der Frist die Jack mir gesetzt hatte überwiesen und als ich bald darauf auf dem Weg nach Südamerika durch Honduras reiste, bekam ich die Eigentumsurkunden von Esperanza ausgehändigt. Die hatte in ihrer Position als Anwältin die Übertragung der Grundstücksrechte mit den örtlichen Behörden durchgeführt.
Doch dann überrollte Hurrikan Mitch das Land und hinterließ eine schreckliche Verwüstung in Honduras. Was Mitch an Infrastruktur auf Valle Escondido intakt ließ, wurde von Juan’s Familie geplündert, die nach dem Hurrikan jedes Stückchen Holz für den Wiederaufbau ihrer Unterkünfte benötigen konnten. Jede einzelne Planke der kleinen Hütte war verschwunden.
Bald darauf hatten die Capesinos, die Landbewohner die für eine Landreform protestierten, ihre Freude an Valle Escondido – jeder Zaunpfahl und jeder cm des Stacheldrahtes wurde sorgsam entfernt. Das schlimme daran war, dass ich gerade zuvor noch einen Einheimischen namens Nacho und seinen Sohn mehrere Monate beschäftigt hatte um das Grundstück durchgängig einzuzäunen. Auch hatte ich einen staatlichen Vermessungstechniker bezahlt, das Grundstück zu vermessen. Zu meiner Freude hatte sich dabei herausgestellt, dass sich Valle Escondido sogar noch etwas größer als 100 Acres war. Doch auch diese Freude war von kurzer Dauer. Denn kurz darauf wurde mein Grundstücktitel für nichtig erklärt. Meine Investition war tatsächlich von einem Tag auf den anderen nicht einmal mehr ein Stück Papier wert.
Einige Zeit lang versuchte ich aus der Ferne mit Mr. Jack’s Hilfe die Sache zu einem guten Ende zu bringen. Doch das blieb erfolglos. Jack kämpfte inzwischen mit seinen eigenen gescheiterten Investitionen und der Krebserkrankung die ihm seine Liebe zu Camel beschert hatte. Nach dem ich eines Tages von ihm ein E-Mail mit den Worten „go f&%k yourself” erhielt, wendete ich mich in meiner letzten Hoffnung an einen ehemaligen Agenten des US DEA (Anti-Drogen Agentur) der in Trujillo lebte. Nach vielen E-Mails und Telefonaten erhielt ich ein E-Mail von ihm, das ich nie vergessen werde. Er war nach Valle Escondido gefahren, diesem Stücken Land das mir wie das Paradies erschienen war um vor Ort zu sehen, wie die Sache nun stand. Campesinos, mit M 16 bewaffnet, begrüßten ihn an der Einfahrt und erklärten unmissverständlich, dass dies ihr Land sein und dass sie gegen jeden der anderer Meinung war Gebrauch ihrer Waffen machen würden.
Und was habe ich aus der ganzen Geschichte über den Kauf von Grundstücken in fremden Ländern gelernt? Nun, man sollte auf jeden Fall einen unabhängigen Anwalt oder Notar zu Rate ziehen, und sich nicht, wie in meinem Fall auf die Freundin des Verkäufers verlassen, die zwar „Hoffnung“ heißt, sich aber später nur als Rechtsanwaltsanwärterin herausstellte.
Des Weiteren sollte man sich vorab gut informieren und auch Hinweise der eigenen Botschaft nicht ignorieren. Eine kurze Internetrecherche gibt schnell Einblick.
Und nun ja, wenn einem ein Deal einfach zu gut vor kommt um wahr zu sein, dann ist er vielleicht genau das. Denn ansonsten hätte ihn ja wohl schon ein weit erfahrener Investor aufgeschnappt. Ob der Name „Verstecktes Tal“ ein Hinweis hätte sein könnte, bezweifle ich.
Über meinem Stück Paradies ist eine dunkle Wolke aufgezogen. Ich frage mich nur, ob es den Campesinsos dort genauso gut gefällt wie mir und meiner Österreicherin.
Teil 2:
Mein Schicksal wartete in Honduras
Von Julian M. Fisher
Als mein Traum, mit ein paar Freunden als Partnern ein traumhaftes Stück karibischen Strandes mit exotischen Palmen in ein Cabana-Hotel zu verwandeln, endgültig ausgeträumt war, bestieg ich ein 8-Passagier-Motorboot und überquerte die Bucht von Honduras, um zu der kleinen honduranischen Hafenstadt Puerto Cortez zu gelangen. Kurz bevor wir anlegten, drehte sich der Captain zu mir und warnte: „Gringo, die werden dich hier umlegen.“ Und als er sich wieder wegdrehte, sah ich nur noch viele böse dreinblickende Soldaten mit M16-Gewehren am Pier.
Diesen ersten Eindruck werde ich nie vergessen und so nahm ich den guten Rat von Captain Charlie an und begab mich direkt in das teuerste Hotel entlang der Küste, das „Costa Mar“. Darüber hinaus gelang es mir, eine junge, attraktive Österreicherin zu überreden, das Zimmer mit mir zu teilen. Zu zweit wären wir sicherer und obendrein sprach sie fließend Spanisch und legte eine große Selbstsicherheit an den Tag, die sie sich bei ihren früheren Reisen durch Honduras und andere lateinamerikanische Länder angeeignet hatte. Das war Grund genug.
Das Hotel war nahe dem Strand, hatte einen großen Pool, ein leistbares Restaurant und ein schwer bewaffneter Wächter war am Zugang zu den Zimmern positioniert. Abends plauderten die Österreicherin und ich über einer Platte gegrillten frischen Fisches und Kochbananen über unsere Motive, die uns hierher gebracht hatten.
Sie hatte sich nach einem Jahr voll Regen und Wolken und einem nicht sehr erfüllenden Job bei einem IT-Giganten einfach dazu entschlossen, eine Auszeit zu nehmen. Meine Mission war es, zum Panama-Kanal zu reisen – unterwegs würde ich wöchentliche Live-Reportagen an einen Radiosender in den USA liefern. Sie sagte, sie wolle zunächst einmal nach La Ceiba und dann weiter zum Tauchen auf die Bay-Inseln. Ich antwortete, ich hoffte, dass ich fürs Erste das Morgengrauen erlebte.
Am nächsten Morgen bestiegen wir beide den Bus von Puerto Cortez nach San Pedro Sula, eine Stadt, die den Ruf hat, dass man sie als Tourist am besten vermeiden sollte. Die Reiseführer empfehlen, man solle sich, wenn man San Pedro Sula schon nicht ganz vermeiden könne, auf jeden Fall vor Sonnenuntergang in Sicherheit bringen, am besten außerhalb der Stadt.
Wir taten genau das. Ein schneller Buswechsel auf dem Busparkplatz beim Markt im Zentrum brachte uns in den nächstbesten Autobus Richtung La Ceiba. Die Route führte entlang der Nordküste von Honduras – durch riesige Plantagen, in denen Palmen (für die Palmölgewinnung) hoch in den Himmel ragten, durch endlose Reihen von Bananenstauden und entlang der Ananasfelder. Es schien wie ein tropischer Garten Eden und schöner als jeder andere Platz auf der Welt, den ich je gesehen hatte.
Am späten Nachmittag in La Ceiba angekommen, trennten sich unsere Wege. Ich checkte in das erstbeste akzeptable Hotel ein, das mir ein Zimmer mit Klimaanlage bot. Die nette Österreicherin meinte, ihr Budget erfordere eine etwas günstigere Unterkunft, und so sagten wir „Auf Wiedersehen“.
Als ich gerade dabei war, meinen Rucksack auszupacken, klopfte es an meiner Hotelzimmertüre. „Hi“, sagte die Österreicherin. Sie hatte beschlossen, dass sie meine Gesellschaft eigentlich ganz nett fand. Ob es mir etwas ausmachte, das Zimmer wieder zu teilen? Natürlich tat es das nicht.
Wir verbrachten den Rest des Nachmittags am Dach des Hotel Conquistador, tranken Bier und hörten Country-Musik auf meinem alten Walkman. In der Abenddämmerung lachten und scherzten wir und genossen den Sonnenuntergang, der die grünen Hügel in der Ferne in einen atemberaubenden Glanz tauchte. Langsam realisierte ich, dass mir nicht nur Lateinamerika mein Herz stahl. Tja, ich musste mir eingestehen, dass ich mich in dieses nette Mädchen aus Österreich, das vier Sprachen sprach und das so anders war als alle anderen Mädchen, die ich kannte, verliebte.
Mit der Morgendämmerung und dem Sonnenaufgang erwachte in mir wieder dieses typische Gefühl der Reiselust. Es ist fast wie eine Sucht – diese Vorfreude, in neue Gegenden aufzubrechen. Die Rucksäcke waren schnell gepackt und ein Sitz im Bus gefunden, der gerade durch die Straßen fuhr, um Passagiere mit Destinationen im Osten einzusammeln. Von La Ceiba war es keine weite, aber eine doch recht anstrengende Fahrt nach Trujillo. Der idyllische Ort befindet sich auf einem Hügel, der eine riesige Meeresbucht überblickt, und im Hintergrund ragt ein Berg auf, der rasch auf 1.000 Meter ansteigt.
Nach ein, zwei Nächten in einem kleinen Gasthaus namens O’Glynn fanden wir, dass Trujillo ein feines Plätzchen wäre, um eine längere Zeit zu verweilen. Die Österreicherin, die nicht nur fließend Spanisch sprach, sondern auch gut verhandeln konnte, machte sich zu Fuß auf den Weg den weißen Sandstrand entlang und fand auch bald schon ein kleines Haus mit bewaffnetem Nachtwächter, das wir um 250 Dollar pro Nacht mieten konnten. Es gab Strom, fließendes Wasser und Meeresblick und gleich daneben war das kleine Restaurant des Eigentümers. Dort gab es günstige Mahlzeiten und eiskaltes Bier.
Ich glaube fast, wenn ich damals einfach damit zufrieden gewesen wäre, die Tage mit den Wellen an mir vorbeirollen zu lassen und in der Hängematte zu schwingen, dann würde ich wahrscheinlich das Land Honduras nach wie vor so lieben wie damals, in dieser ersten Zeit.
Aber das Schicksal ließ mich eines Tages die Bucht von Trujillo erkunden und so traf ich einen Mann aus dem US-Bundesstaat Tennessee namens Jack. Der gute Duft der gegrillten Hähnchen und die Reggae-Musik lockten mich von meinem Strandspazierganz in die offene Bar des betagten „Südstaaten-Gentlemans“. Und dann war da noch die verführerische Stimme einer Honduranerin namens Esperanza: „Hey, Gringo. Weißt du, wie man eine gute Margarita macht?“
Als ich aus der prallen Sonne in den Schatten des Palmendachs trat, war nichts weiter von meinen Gedanken entfernt als ein Grundstück in Honduras zu kaufen. Klar, ich hatte noch die 6.000 Dollar von einem Freund auf einem Treuhandkonto liegen. Die stammten von einem geplatzten Grundstücksdeal in Belize (siehe Teil 1). Aber jetzt war mein Ziel, in einigen Monaten den Panama-Kanal zu erreichen. Dazu musste ich erst mal durch Nicaragua, das Land, das in den USA als Brutstätte der bösen Roten Feinde verschrien ist.
Im Laufe der nächsten Wochen kehrte ich immer öfter bei Jack ein. Er und Esperanza gewannen mein Vertrauen. Jack hatte früher große Grundstücksprojekte auf den Cayman-Inseln umgesetzt. Jetzt wartete er nur auf das finale O.K. der honduranischen Regierung für seine Erschließung der Swan-Inseln, eine wahre Goldmine für Immobilienprojekte. Seine Esperanza, deren Name auf Deutsch „Hoffnung“ bedeutete, war Anwältin. Er war in seinen goldenen Jahren, sie um vieles jünger als er. Und so kam es, dass ihre Erzählungen von Grundstücken und Immobilien, das Flair, das sie verbreiteten, und meine Naivität eines frisch verliebten Anfangvierzigers den perfekten Sturm zusammenbrauten.
Teil 1: Das kleine Cabana-Strand-Hotel
Von Julian M. Fisher
Nach vielen Jahren als Hotelmanager reichte es mir eines Tages endgültig. Es war wohl, weil mir diese Zeit nicht viel mehr gebracht hatte als einen beachtlichen Berg Schulden. Ich hatte mich effektiv zu einem Punkt der Karriereleiter hinaufgearbeitet, an dem mein Leben einfach nur mehr miserabel war. Und so kam es, dass ich mein Bank-Konto plünderte, einen Großteil meiner Schulden abbezahlte, meine Frequent-Flyer-Punkte einlöste und mit Reiseschecks im Wert von 6.000 US-Dollar – sorgsam in einer versteckten Tasche meiner Dschungelhose verstaut – nach Mexiko aufbrach, der Sonne entgegen.
Nach meiner Landung in Cancún bestieg ich in der Busstation in Zentrum der Stadt einen alten Autobus Richtung Playa del Carmen, ein Ort, über den ich in meinem Reiseführer gelesen hatte. Playa del Carmen war damals noch ein recht idyllisches Dörfchen am Meer. Meinen Rucksack lässig über die Schulter gehängt, schlenderte ich gemütlich in Richtung der türkis-blauen Wellen auf der Suche nach einer Unterkunft. Bald stieß ich auf ein nettes weißes kleines Hotel mit dem passenden Namen „Casablanca“. Die folgende Woche verbrachte ich mehr oder weniger barfuß. Ich wanderte den endlos langen weißen Sandstrand entlang, trank Margheritas und lokale Biersorten in kleinen Hütten mit Dächern aus Palmenblättern und ernährte mich vorwiegend von Guacamole und Shrimp-Tacos, die eine nette alte Mexikanerin an einem Herd auf einem kleinen Wagen, den sie täglich zur Mittagszeit unter demselben Flamboyant-Baum parkte, frisch zubereitete.
Bald erkannte ich, dass trotz der vergleichsweise niedrigen Preise in Mexiko mein Geld hier an der Maya Riviera einfach nicht lange genug ausreichen würde. Und außerdem stellte ich fest, dass meine Sprachkenntnisse trotz meiner erfolgreich bestandenen zwei Jahre Spanisch, die ich im College absolviert hatte, über die Bestellung von eiskaltem Bier nicht wirklich hinausgingen. Die Antwort auf meine Probleme kam, als ich eines Tages, in einer Hängematte liegend, mit einem älteren kanadischen Pärchen über Gott und die Welt plauderte. Nicht weit von hier, auf der anderen Seite der mexikanischen Grenze, sei doch Belize, erzählten die beiden. Belize ist englischsprachig. Für einen US-Dollar bekommt man zwei Belize-Dollars und die einheimische Küche bietet Reis, Bohnen und gegrilltes Huhn, wovon man schnell satt wird.
Schon am nächsten Tag besorgte ich mir mein Busticket, mit dem ich am Folgetag noch vor Sonnenaufgang zur mexikanischen Grenzstadt Chetumal aufbrach. Die Reise gestaltete sich recht ungemütlich, ich hatte einen Sitz in der Ecke der letzten Reihe und neben mir saß ein betrunkener Ranchero, der meine Schulter für seinen Kopfpolster hielt. Die Sechs-Stunden-Fahrt wurde mehrmals durch Militär-Checkpoints unterbrochen. Jedes Mal kamen einige schwer bewaffnete Soldaten an Bord, um Ausschau nach Drogenschmugglern zu halten, und fanden nur einen uralten Bus mit viel zu vielen Menschen auf zu engem Raum, meist ältere Frauen und kleine Kinder, die alle irgendwohin wollten.
In Chetumal blieb mir gerade genug Zeit, um ein Ticket für den Bus nach Belize City und eine Flasche Wasser zu kaufen. Dann bestieg ich den alten gelben Schulbus, der mich an meine Schulzeit erinnerte. An der Grenze von Mexiko nach Belize mussten alle Passagiere mit ihrem Gepäck den Bus verlassen, um beim Immigrationsposten ihren Pass vorzulegen und abstempeln zu lassen, bevor sie wieder in den Bus steigen konnten, um den Fluss Rio Hondo zu überqueren. Auf der anderen Seite war das gleiche Zeremoniell erforderlich – alle aus dem Bus, anstellen, hinein ins Immigrationshäuschen, Pass vorlegen, Stempel, ein Lächeln und wieder zurück in den Bus. Aber irgendwie schien alles schon ein bisschen entspannter hier. Das karibische Flair war schnell zu spüren. Keine Militär-Checkpoints mehr, stattdessen laute Reggae-Musik aus dem Lautsprecher des tragbaren CD-Players, der neben dem Busfahrer am Boden stand.
Nach weiteren vier Stunden erreichten wir die Hafenstadt Belize City. Und weil ich durch die netten Kanadier, die mir von Belize erzählt hatten, gewarnt war, dass Belize City alles andere als ein sicherer Ort war, sprang ich einfach in den nächsten Bus der James-Bus-Linie und fuhr weiter zu eine Ort namens Placencia. Spätabends erreichte ich das kleine Fischerdorf am Ende einer mehr als 30 Kilometer langen schmalen ungepflasterten Straße, die zuerst durch scheinbar endlose Reihen einer Bananenplantage und danach eine Halbinsel entlangführte, rechterhand eine riesige Lagune und linkerhand den weißen Sandstrand.
Aus den Tagen wurden sehr schnell Wochen und als meine Geldreserven zunehmend kleiner wurden, wurde mir rasch klar, dass ich, wollte ich mein Leben damit verbringen, den Kokosnüssen beim Wachsen zuzusehen, einen Plan brauchte. Und zwar einen guten. In diesen Tagen traf ich zum ersten Mal Ron S. Ron war ein „expat“ aus Texas, der vor zehn Jahren nach Placencia gekommen war und blieb. Ron und ich verbrachten zunehmend Stunden im Schatten unter dem Palmendach der „Pickled Parrot“-Bar. Und so kam es, dass ich von einem der schönsten Grundstücke, das ich je in meinem Leben gesehen habe, hörte. Der Sandstrand war schneeweiß und wenn man sich hinsetzte und sich an eine der großen Palmen lehnte, konnte man die langsam hereinrollenden Wellen des türkisfarbenen karibischen Meeres beobachten, eine nach der anderen. Unbeschreiblich schön.
Rons Problem war, dass ihm das Stück Land zwar gehörte, dass er aber im Moment kein Geld hatte, um es selbst zu erschließen. Ich war immer schon einer, der einen guten Deal gut verkaufen konnte und war sofort überzeugt, dass ich eine Handvoll meiner Freunde auftreiben könnte, die zwar das Geld, aber nicht die Zeit haben, sich ihr kleines Stückchen Paradies zu suchen. Ich überredete Ron, im Oktober nach Charlotte, North Carolina, zu kommen, wo wir meinen Freunden unser Konzept eines kleinen Strandhotels mit einer Marina präsentieren konnten.
Monate später fand ich mich tatsächlich, bis zur Hüfte im Wasser eines Hotel-Swimmingpools nahe einer Interstate-Autobahn in North Carolina, mit Ron und dreien meiner Freunde wieder. Ich trug meine Idee vor. Die drei waren ein Radio-D.J. eines Rock-and-Roll-Radiosenders, der später eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen sollte, ein Multi-Millionär, der Eigentümer eines kleinen Skigebietes, und der dritte besaß eine sehr erfolgreiche mittelständische Baufirma. Wir schlürften an Cocktails, diskutierten Rons Pläne einer Marina und ich erläuterte ihnen meinen Plan eines kleinen Hotelkomplexes, der aus vier Hütten bestehen sollte. Ron sollte seine Marina mit ihrer Unterstützung umsetzen, während ich die vier Häuser, eine Bar und ein Restaurant auf der Strandseite aufbaute. Ich würde in Belize leben, die Häuschen vermieten, mich um die Bar und das Restaurant kümmern und wann immer die Partner selbst nach Placencia kommen wollten, würde ich sie an dem kleinen Landeplatz abholen, der damals noch der Flughafen von Placencia war.
Für alle schien der Deal schon klar. Die Investition belief sich auf 100.000 US-Dollar für Ron und seine Marina und noch mal 100.000 US-Dollar für die vier Standgrundstücke, die wir zu einem Spottpreis von 35.000 US-Dollar haben konnten, und alles Weitere, um die kleine Anlage zu bauen und die laufenden Kosten des ersten Jahres abzudecken. Danach sollte das Ganze selbsterhaltend laufen. Als die Sonne an jenem Nachmittag unterging, hatte ich die Zustimmung der drei Freunde und Geschäftspartner. Alleine, dieser geniale Plan, mit dem ich meinen Bedarf an gemütlichen Stunden unter der tropischen Sonne finanzieren lassen wollte, war wohl zu gut, um wahr zu sein. Und so kam es anders, als ich plante. Letztendlich war es der Agent des Radio-D.J., der diesem nicht erlaubte, einen einzigen US-Dollar außerhalb des Landes zu investieren. Der Millionär/Skigebiet-Eigentümer wurde ein paar Wochen später im Bett seiner Freundin ertappt und seine Frau brachte ihn um alles, was ihr zustand, und noch mehr. Der Dritte – mein Freund, der Bauingenieur –hielt sein Wort und legte die vereinbarten 6.000 US-Dollar Anzahlung auf ein Treuhandkonto. Was daraus wurde, ist eine andere Geschichte.
Und Ron S., der immer noch in dem verschlafenen Dorf an der karibischen Küste lebt? Nun, seine Ausdauer machte sich bezahlt, und das Glück und der Reichtum, auf den er so lange gewartet hatte, kamen letztendlich doch. Denn diesselbe Grundstück, die ich um 35.000 US-Dollar kaufen wollte, sind heute nahezu eine Million Dollar wert.
Part 3:
Valle Escondido
The first time Mister Jack took me and the Austrian out of the village of Trujillo to the remote tract of land he affectionately referred to as Valle Escondido, translated into English as ‘the hidden valley’, I admit now that I was quite naïve when it came to buying land in the tropics. That day we were all collectively tucked away in Mister jack’s ‘four by four’ SUV. The Austrian and I were sufficiently stuffed with fresh grilled lobster covered with pineapple rounds that had been laid out complimentary at a table at Mister Jack’s beachfront bar and restaurant. It was an idyllic spot on a tranquil bay that pulled gringos like me looking for shade from the heat of the sun.
I can now remember how the mood that day was perfect, as Mister Jack’s place was right there alongside the shoreline of the Trujillo Bay, one of the largest natural bays in the western Caribbean. The soft waves rolled in one after another, the palms swayed, the local women and their children tried in vain to sell the Austrian and I locally designed bracelets and necklaces hour after hour. All we had to ever do was look their way and they were there attempting to sale their trinkets, time and again.
Now I will admit upfront that no one held a gun to our heads to go venture out from the beach town to look at some vacated land that was presented to me and the Austrian as a piece of paradise. But man alive, once we turned off the paved tarmac and onto the dirt track that ambled through a grove of fifteen meter high palms, well we were sold. To add icing to the cake, Mister Jack had a little old Honduran man in his sixties that was hired on as a caretaker. The Austrian loved practicing her Spanish on Juan as I walked about the land like some 18th century land baron.
The first time we hiked alone across the land that we thought was some 30 acres that in the end amounted to well over 100 acres, I ever knew the Austrian’s inner fear of reptiles. Although we had before that day stood less than a few meters away from a lake full of alligators and soon after hiked with not even a machete nor a guide through the back country there along the hillsides of Valle Escondido without a care in the world for the noted fer de lance.
Maybe the deal in hindsight was a bit dodgy, maybe we were fools or just maybe we should have waited to see whether our budding love might last at least a week or two before we plopped down a six thousand dollar deposit on a purchase price of thirty-five thousand dollars to a man from Tennessee that gave us at the time of the wire transfer nothing more than a wink and a nod and a handshake. Oh yea, and a lobster dinner. Worst of all maybe we should have checked the US Embassy’s advisory to it’s citizens regarding purchasing land in Honduras. For one look at the advisory would have given the Austrian and I great insight to the pitfalls of buying land in that particular Latin American country. I admit I should have done more due diligence.
Months later after we had survived a roundtrip overland bus trek through Nicaragua, Costa Rica and Panama, we returned to the US and struggled to put together the remaining balance for the purchase of Valle Escondido. From afar we attempted to manage our investment using Mister Jack as the go be between for numerous caretakers after Juan passed away from a heart attack. To make matters more difficult, Hurricane Mitch levelled the country of Honduras in 1998 while the Austrian and I were at the time trekking through the Southeast Asian nation of Vietnam.
What Hurricane Mitch did not destroy in the way of the basic infrastructure we had in place at Valle Escondido when we took possession from Mister Jack our deceased caretaker Juan’s family took in their desperation in the aftermath of the hurricane. They took apart board by board the caretaker’s shack. Then the campesino land reform protesters had their feeding frenzy, pulling every fencepost out of the ground along with every inch of barbwire.
To add insult to injury, we paid a local man from Trujillo named Nacho and his son to cut fencepost and hang barbwire along the entire perimter of the tract we still refer to as Valle Escondido. Following the fencing, we decided to have the land department come do a formal survey which confirmed the actual size of the land, our joy at learning that the land was indeed well over 100 acres was short lived. For the lands department then re-titled the land in a Honduran’s name leaving us and our investment high and dry.
We tried to manage the deal through Mister Jack for several years but he only grew bitter due in part to his own financial woes as well as the grip to the cancer due to his dedication to his love of Camel cigarettes that ultimately was his demise. After Mister Jack declared via email we could “go f&%k ourselves” we turned to our only other in-country choice, a former US DEA(Drug Enforcement Agent) agent. We sent endless emails and made so many useless phone calls that in the end amounted to an email that I will never forget. It related to us a visit he made to the land to determine the status of our ownership. Along that dirt track that ambled through that grove of fifteen meter high palms he was met by a handful of Honduran campesinos with M-16’s that informed him in no uncertain terms that they now represented the owners of the land and if we ever tried to return they would shoot us on sight.
What I learned from my real deal with Mister Jack gave me immeasurable knowledge into the mindset of buying property in far off distant lands. Number one, always hire an independent lawyer. I had accepted Mister Jacks advice to make the deal simply and use his girlfriend who was a lawyer. Her name was Esperanza, translated into English, ‘Hope’.
Secondly, always check with your embassy as to the pros and cons as to investing in the particular country you are interested in investing in regarding your quest for your piece of paradise. On quick Internet search on our part would have enlightened the Austrian and I into the countless land issues in Honduras that would inform the most naïve investors to stay away from the country despite the swaying palms and the white sandy beaches.
All said, if the land seems to cheap and the deal seems simply to good to be true, the reality is that it’s probably just that, ‘to good to be true’. Otherwise, it would have been scooped up long ago by the Donald Trumps and the likes long ago. And I guess that when one buys a tract of land aptly referred to as Valle Escondido, one must presume that the land is just that, a hidden valley.
Part 2:
My fate waits in Honduras
After my dream of building a partnership with a few friends to develop a gorgeous piece of Caribbean beachfront complete with towering swaying palms into a thatched roof cabana hotel fell through, I caught an eight passenger boat across the Bay of Honduras to the Honduran port city of Puerto Cortez. Upon arrival the boat captain told me straight forward, “Gringo they will kill you over here!” To make matters worst, everywhere I turned that day there menacing looking soldiers brandishing M16’s seemingly looking for a reason to lock and load.
Taking further advise from Captain Charlie, I took up residence at the most expensive hotel in town which the locals called the Costa Mar. For some protection I convinced a young and attractive Austrian lady to split the cost of the double bed room. My reasoning was that I would be safer in numbers, plus she spoke fluent Spanish and carried with her a sense of confidence having travelled extensively in Honduras as well as other Latin American countries.
The hotel was seafront and came complete with a with a large swimming pool, an affordable restaurant and an armed guard positioned outside our guestroom. That night over a plate of fresh fish and plantans the Austrian and I discussed are reasons for being in Honduras. She had decided that after a year of overcast days and cold rain and snow in Vienna working a tedious and less than inspiring job for a giant of a company in the IT business that she needed a break. I explained that I was on an overland mission filing weekly ‘live’ radio broadcast to a station in the USA and that my goal was to make it to the Panama Canal. She said she wanted to head to the beach town of La Ceiba, I said I wanted to stay alive until dawn.
The following morning we boarded a bus heading from Puerto Cortez to the city of San Pedro Sula, a place with a mean reputation that the guide book travel writers recommended to avoid at all cost. They also suggested that if you had to find yourself in San Pedro Sula, make the visit during daylight hours and get out of town as quick as possible.
That’s exactly what we did, changing from the local bus in the downtown area and catching the first available ‘autobus’ to La Ceiba. The route took us and our fellow passengers along the north shore of Honduras. We travelled through large palm oil plantations surrounded by endless miles of bananas and pineapples. It was a tropical Eden likened at the time to no other place on the planet that I had ever travelled.
By late afternoon my Austrian friend and I had parted our ways, me opting for a hotel with air condition, she deciding that to stretch her budget she required cheaper digs. However, no sooner had I put down my pack and a soft knock came to the door. She had decided that she liked my company and so there we were again, splitting the cost of a double room.
From the rooftop of a place called the Hotel Conquistador, the Austrian and I drank beer and listened to a country music tape I carried with me for when the bus rides got long. As the day turned to dusk we laughed and joked to the backdrop of a stunning sunset that cleared the green hills off in the distance from town of La Ceiba. And I realized that afternoon that not only was Latin America was capturing my heart, so soon I would accept fate that I was falling for the Austrian woman that spoke four languages and had a way about her that was a far cry from the girls I knew back home.
With the dawn came a new sunrise and that desire a traveller wakes up to liken to an addiction. There was another quick step short trek to the local bus station followed by a hurried rush once the driver allowed the passengers to board in order to get a couple of seats for a journey to a new frontier. From La Ceiba it was a hard hot push that had us by days end in the idyllic village of Trujillo. The village sits squarely upon a small rig overlooking one of the most pristine natural bays in Central America.
After a couple of nights at a place called O’Glynn just off the main square, we decided that Trujillo would be a fine place to spend more time. The Austrian being fluent in the local language and way smarter than I on her feet ventured about along the white sand beach and soon found a house with a nightly armed guard that we could rent for a month for US$250.00. It had power and running water and sat oceanfront on an isolated stretch of sand next to the landlords small restaurant where meals were cheap and the beer was ice cold. I guess if I had simply been content to eat the daily fare and watch the waves roll in while swaying away in a hammock my life would pretty much still allow me to love the country of Honduras.
But I guess as fate would have it, I decided one day to venture further on down the beach along Trujillo Bay to where I met a man from the US state of Tennessee aptly named Jack. What brought me to the seventy plus year old ‘southern gentleman’ was the smell of chicken grilling and the light drifting sounds of Caribbean reggae and the seductive voice of a local woman named Esperanza asking, “Hey gringo, do you know how to make a margarita?”
As I walked out of the hot sun that day and into the shade of the thatched roof pallapa bar nothing could have been further away in mind than buying a piece of paradise in Honduras. Yes I still had on account from the cabana hotel deal in Belize US$6,000 from the building contractor(LINK TO ARTICLE ONE) but honestly I was more focused now on how to make it south to the Panama Canal which entailed crossing Nicaragua, the one country in Central America that every American hand long been warned at the time was the scourge of all that was south of the border.
Over the course of the month I returned time and again to Jack’s place. He and his Esperanza gained my trust. He was a former developer that had left the Cayman Islands and was just waiting as he said for the Honduran government to allow him to proceed in developing the Swan Islands, a small ban of tropical dots that Jack from his vast wealth of knowledge would soon be a gold my for real estate. As for his Esperanza, as her name translates in Spanish to ‘hope’, well she was a Honduran lawyer. He was in his golden years, she was in her prime. Together their conversation and the wind of their demeanour to a naïve 40 something year old gringo made our connection the perfect storm.
Part 1: The Cabana Beach Hotel (english)
After years of working in hotel management I decided enough was enough. Especially since I had very little to show for my the time less massive debt. I had effectively worked my way up the corporate ladder to a point in my life where I was literally miserable. So I depleted my bank account paying off the majority of my bills, cashed in my frequent flyer points and with US$6,000 in travellers checks hidden away in a secret pocket of my lightweight jungle pants I headed for Mexico chasing the sun.
After landing in Cancun I boarded a local bus from the downtown station and headed for a beach town I had read about in a guide book called Playa Del Carmen. The then idyllic seaside place was more of a village than a town. With a backpack hanging off my shoulder I headed from the bus stop towards the pounding waves to find myself a place to call home for the night. I settled on my first choice, a small white concrete block of a hotel aptly called ‘The Casablanca’.
For the next week or so I settled into a life walking barefoot for miles upon end along the white sand beaches, frolicking aimlessly in the surf, drinking margaritas with a beer back in local thatched roof bars and living off guacamole and shrimp tacos a little old lady prepared fresh from a cart she had positioned under the shade of a Flamboyan Real tree.
I soon realized that although Mexico by western standards was dirt cheap, my money simply would not take me far enough along that particular stretch of the Mayan Rivera. To compound the problem despite the fact that I successfully graduated from college having completed a two year course in the Spanish language, in Playa I could barely order an ice cold cerveza.
The answer came to me one day as I was swaying away the day in a hammock exchanging some polite conversation with a elderly Canadian couple sitting under the same champa. They suggested I could jump across the Mexican border into the neighbouring country of Belize. The country was English speaking, a US dollar was worth two Belizean dollars, and according the friendly Canooks, a person could go far on the ample plates of the local cuisine comprised of grilled chicken, rice and beans.
The next day I bought a ticket for a seat on a chicken bus leaving the following day at just before dawn for the Mexican border town of Chetumal. Onboard the southbound ‘autobus’ I was squeezed into the back row up against a drunk cowboy that just couldn’t manage to stop using my shoulder for a pillow. The six hour journey was littered with military checkpoints where soldiers would board the bus checking for wandering drug smugglers only to find an overcrowded dilapidated form of mass transport filled predominantly with little old ladies and kids of all ages trying the best to get from one place to another.
Upon arrival to the bus terminal in Chetumal, I purchased a ticket for a place on a yellow school bus for Belize City. As the bus was already boarding and represented the only one leaving that day, I had only enough time to buy a bottle of water before taking my place. At the Mexico-Belize bordered, the passengers had to check through the Mexican immigration office for the required stamp before re-boarding and crossing over the Rio Hondo River.
On the other side of the bridge Belizean official mirrored their counterparts on the Mexican side with a smile and a passport stamp. What was noticeable was the more relaxed vibe once I entered Belize. Gone were the military checkpoints, now there was reggae music blaring from the bus drivers portable cd player.
We arrived into the port town of Belize City four hours after crossing the borderline. I hopped off the bus and accepting for fact the Canadian couples advice back up in Playa that Belize City was far from being the safest place in the world, I caught another school bus from the James Bus Line and headed on to a place called Placencia. It ended up being a small fishing village at the end of a twenty plus mile dirt road along a narrow peninsula that allowed the old bus to carefully guide it’s load of travellers through expansive banana fields and stretches of trail with the sea off to the left side and what appeared to be a large lagoon off to the right. words.
The days became weeks and eventually as my small reserve of cash became ever smaller I decided if I wanted to live a life watching the coconuts grow, I needed to devise a plan. That’s when I first met local Placencia real estate agent Ron S. who was an ‘expat’ from Texas who had arrived in Placencia some ten years prior and never left. As I got to know Ron better during daily sabbaticals sitting under a thatched roof bar appropriately called The Pickles Parrot I learned that he had one of the most beautiful tracts of land I have until this day ever seen. It had a snow white sand beach where you could sit up against a tall palm tree and watch the slow rolling waves of the turquoise Caribbean roll in chasing one after the other.
The only problem Ron had, he owned the land but had no money to develop it. Always a pitch man I was convinced that I had a handful of friends back home in the states(USA) that had lots of money but were short on time to go find their own personal piece of paradise. I then convinced Ron that he should meet me in the US city of Charlotte in October of that year and we together would pitch small resort and marina concept to my friends.
Months later I found myself standing waist deep in a swimming pool along a major interstate autobahn pitching the deal of a lifetime to three friends. One of the friends aka potential investors was a disc jockey for a rock n roll radio station that would later play a large part in my life; one guy was a multi millionaire that owned a ski resort and the other guy was a building contractor.
As we sipped cocktails and poured over Ron’s blueprints for the marina as I pitched my idea for a four cabin hotel resort the money guys seemed keen on the idea. The deal involved Ron developing with their assistance the marina on the lagoon side of the peninsula and I would develop the four houses with a bar and a restaurant on the beach side. I would live down in Belize and rent out the houses and manage the food and beverage outlets and whenever the partners wanted to come down I would meet them at the small dirt runaway that then represented the Placencia International Airstrip.
To all the deal seemed foolproof, with an investment to Ron of US$ 100,00 for the marina and to me for US$100,000 to purchase from Ron the four lots beachside which at the time was a bargain at US$35,000 and the rest would be used to develop the resort and operate it for a year until it started to make money. As the sun set that afternoon in I had thumbs up from the three partner friends.
But as real estate deals go when you’re trying to finance your own personal chase for quality lazy time in the tropical sun, things never go according to plan. In the end the agent for the rock n’ roll radio star would not allow him to invest a single dime outside the US. As for the millionaire ski resort owner, weeks later he got caught in bed with his girlfriend and his wife took him for everything he was worth. The building contractor honoured his word and put down the initial invested of good faith money of US$6,000, something I hate to admit probably comes back to haunt for I know it sure does me.
As for Ron S. who still lives down in the sleepy little town along the Caribbean coastline, well the times and the good fortune he had been waiting for finally came his way. For today the same tracts of land I was negotiating to purchase not so many years ago for US$35,000, well now they are selling for close to US$1,000,000. |
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